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Prominenz aus Politik und Ehrenamt drängte sich beim Neujahrsempfang der Germeringer CSU, der zum 32. Mal im Roßstall-Theater an der Augsburger Straße stattfand.

Neujahrsempfang der CSU

Mehr Respekt statt Fake News

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Beim CSU-Neujahrsempfang wurde in Sachen Werteerhalt der Bogen zwischen Stadt- und Weltgeschehen gespannt. Gastrednerin Susanne Hornberger sieht da soziale Medien als Segen und Fluch zugleich.

Germering – „Werte werden nicht von Stars repräsentiert, sondern von den einfachen Leuten in der Gesellschaft.“ Auch so mahnt Susanne Hornberger einen sorgfältigen Umgang mit Nachrichten an – sowohl bei denen, die sie empfangen, als auch bei denen, die sie machen. Die Chefredakteurin der Münchner Kirchenzeitung nennt unter dem Oberbegriff Nächstenliebe einen Eckpfeiler, der für sie gleichermaßen zeitlos wie stabil ist: „Die Bibel ist seit 2000 Jahren ein guter Wertekatalog.“

Da passen der Blick auf die Quote, der Konkurrenz- und Zeitdruck nicht so recht hinein. Nachrichten seien schnell in die Welt gesetzt. Das betreffe ebenso auch etablierte Medien, für die es schwer sei, den Wahrheitsgehalt einer Nachricht oder deren Quelle zu überprüfen. „Auch seriöse Medien wissen, dass sie für die verschiedensten Interessen benutzt werden“, erklärt Hornberger aus eigener Erfahrung als langjährige Redakteurin und Korrespondentin beim Bayerischen Rundfunk.

Susanne Hornberger ist Chefredakteurin der Münchner Kirchenzeitung.

Man dürfe daher Fake News, die früher weniger plakativ Falschmeldungen hießen, nicht verinnerlichen. „Sie sind sowieso schon zu sehr in unserem Bewusstsein angekommen“, sagt Hornberger. Gerade das aber mache Fake News so gefährlich. So könnten Medien immer mehr dazu dienen, Menschen an den Pranger zu stellen.

Als Beispiel nannte Hornberger den einstigen Wettermoderator, der vor acht Jahren der Vergewaltigung bezichtigt worden war. „Über die Anklage ist sehr viel ausführlicher berichtet worden als über den Freispruch.“ Es habe sich gut verkauft, so Hornberger. Aber es missachte die Würde des Menschen. Daraus schließt Hornberger: „Fake News sind Gift für den Werteerhalt.“ Nächstenliebe und Respekt seien jedoch keine altmodischen Begriffe.

Da hakte auch Germerings CSU-Ortsvorsitzender Oliver Simon ein, der neben politischen Größen aus Stadt und Landkreis auch viele Ehrenamtliche begrüßte. Dass er deren Engagement für die Gesellschaft lobte, gehört zwar zum politischen Pflichtprogramm. Gleichwohl zeigte Simon, wie wichtig ihm dieser Personenkreis ist, mahnte für die Ehrenamtlichen mehr Respekt an: „Es ist nicht hinnehmbar, dass zum Beispiel Rettungskräfte persönlich angegangen werden.“ Ein „weiter so“ dürfe es nicht geben.

Das gelte aber auch mit Blick auf die eigene Partei. „Das Ergebnis bei der Bundestagswahl muss die CSU als Watschn akzeptieren“, sagte Simon in Anwesenheit der Bundestagsabgeordneten Katrin Staffler. Landespolitisch sei die zuletzt getroffene Entscheidung – Markus Söder wurde zum Spitzenkandidaten gekürt – wichtig gewesen.

In Sachen Landtagswahl machte Simon auch noch Werbung für sich, wenn auch eher zwischen den Zeilen. „Der 14. Oktober könnte für mich ein prägendes Erlebnis sein.“ An diesem Tag ist Landtagswahl. Doch vorher muss sich Simon Achtung bei den CSU-Mitgliedern und Respekt bei der Konkurrenz um die Direktkandidatur im Stimmkreis Bruck-Ost verschaffen. Mitbewerber Benjamin Miskowitsch, der unter den Gästen des Neujahrsempfangs weilte, dürfte aufmerksam zugehört haben.

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