Präsentieren den neuen Mietspiegel (hinten v.l.): Luise Giljohann und OB Andreas Hass sowie (vorne v.l.) Sebastian Fischer, Asmik Nalmpatian (beteiligte Studenten), Professor Helmut Küchenhoff, Bernhard Fleck (Vorsitzender Eigenheimerverein) und Rechtsanwalt Peter Irrgeher.  Foto: Kürzl
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Präsentieren den neuen Mietspiegel (hinten v.l.): Luise Giljohann und OB Andreas Hass sowie (vorne v.l.) Sebastian Fischer, Asmik Nalmpatian (beteiligte Studenten), Professor Helmut Küchenhoff, Bernhard Fleck (Vorsitzender Eigenheimerverein) und Rechtsanwalt Peter Irrgeher.

Germering

Mieten seit 2018 um 5,5 Prozent gestiegen

  • vonHans Kürzl
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Wohnen in Germering ist teurer geworden. Das sagt der aktuelle Mietspiegel, der wieder von der Stadt und dem Institut für Statistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) präsentiert wurde.

Germering – Die mittlere Nettomiete pro Quadratmeter beträgt 10,90 Euro, im Vergleich dazu lag sie vor zwei Jahren bei 10,33 Euro – eine Steigerungsrate von 5,5 Prozent beziehungsweise 2,75 Prozent jährlich. Bei der letzten Ergebung zwischen 2016 und 2018 hatte diese Quote noch 3,9 Prozent jährlich betragen. „Die Wohnungen werden im Schnitt auch moderner oder sind besser ausgestattet“, sagte Professor Helmut Küchenhoff von der LMU, der die Erhebung der statistischen Werte leitete. Dies sei auch für die Stadtverwaltung mit einem erheblichen Aufwand verbunden, so OB Andreas Haas. So müssten Nachfragen bei einzelnen Haushalten getätigt werden, wenn der Fragebogen nicht stimmig ausgefüllt war.

Germering ist neben Puchheim überhaupt die einzige Kommune im Landkreis, die einen Mietspiegel auflegt. Dabei sei der Mietspiegel sogar ein Instrument, das für Befriedung zwischen Mietern und Vermietern sorgt, wie Luise Giljohann vom Büro des Oberbürgermeisters erklärte. Dies bestätigt Peter Irrgeher, der den Münchner Mieterverein als Rechtsanwalt vertritt und sich gleichermaßen um die Germeringer kümmert: „Hier gibt es relativ wenig Streitigkeiten.“ Der Mietspiegel werde von allen Beteiligten als Richtschnur verwendet, ebenso finde er beim Amtsgericht Anerkennung. Allerdings gelte er nur für die Stadt, in der erstellt worden sei. Mietspiegel aus dem Internet würden dagegen keine Sicherheit bieten, betonte der Mieteranwalt ausdrücklich.

Mit Rücklaufquote zufrieden

Nicht berücksichtigt wurden in der Statistik zum Beispiel Sozial- und Staatsbedienstetenwohnungen. Befragt wurden Haushalte in Anlagen mit mindestens vier Wohnungen. Mit der Rücklaufquote ist Professor Küchenhoff von der LMU zufrieden. 1594 Fragenbogen erreichten die Stadt wieder. Allerdings wurden etwa solche mit widersprüchlichen Aussagen aussortiert. Gleiches gilt dort, wo in den letzten sechs Jahren die Miete nicht erhöht wurde. Ebenfalls berücksichtigt wurden nur Wohnungen zwischen 30 und 110 Quadratmetern Größe. Dennoch ist Küchenhoff mit dem Rücklauf zufrieden: „Das bleibt alles im wissenschaftlich haltbaren Bereich.

Im Vergleich zu 2018 wurde der Fragebogen in Details abgeändert, wie Statistikprofessor Küchenhoff von der LMU erläuterte. Fragen seien in der Beantwortung vereinfacht worden. Auch wurden Angaben mit aufgenommen, ob es sich um ein Dachgeschoss oder Souterrain handle. Dagegen wurden Fragen nach der Beheizung sowie Warnwasserversorgung gestrichen.

Bernhard Fleck, der Vorsitzender des örtlichen Eigenheimervereins, zeigte sich mit den Modifizierungen des Fragebogens zufrieden. „Da ist viel von dem eingeflossen, was wir angeregt haben“, sagte er bei der Vorstellung.

Den städtischen Mietspiegel gibt es ab sofort im Rathaus und im Mehrgenerationenhaus Zenja an der Planegger Straße 9 gegen eine Gebühr von drei Euro. Daher ist er auch nicht im Internet eingestellt.

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