Endlich wieder spielen vor Publikum: Katja-Lisa Engel als Zauberer-Assistentin Annette Schmidbauer und Oliver Kübrich als Zauberer sprühten vor Elan und Freude. 	Fotos. hans kürzl
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Endlich wieder spielen vor Publikum: Katja-Lisa Engel als Zauberer-Assistentin Annette Schmidbauer und Oliver Kübrich als Zauberer sprühten vor Elan und Freude.

Germering

Mit großer Lust zurück auf der Bühne

Das Roßstall-Theater hat sich nach fast sieben Monaten Zwangspause durch die Coronakrise im Kulturleben zurückgemeldet. Und das mit voller Wucht: Mit einer Welcome-Revue machte das Ensemble Lust und Laune auf die anstehende Premiere von „Frühschicht bei Tiffany“ am Wochenende. Die Freude darüber, wieder auf der Bühne zu stehen, war deutlich zu spüren.

Germering – Diese Worte bedeuten diesmal besonders viel: „Wir sind alle unheimlich froh.“ Was Haus-Regisseurin Cecilia Gagliardi sonst auf erfolgreich überstandenes Lampenfieber bezogen hätte, galt diesmal dem Re-Start an sich. Denn nachdem der für vergangenen Freitag geplante Auftritt der Kabarettistin Barbara Weinzierl abgesagt wurde, war es nicht nur eine Welcome-Back-Revue für das Theater-Ensemble, sondern auch für das gesamte Haus. Endlich wieder Leben auf der Bühne.

Die Freude, sich wieder dem Publikum präsentieren zu können, war unbändig. Das merkte man dem Spiel der sieben Darsteller an. Um Tiefgründiges ging es dabei bewusst nicht. Die Botschaft lautete schlicht und einfach: „Wir spielen wieder.“

Aber es gab einen roten Faden: Die Pandemie, die ein kleines Theater gezwungen hatte, zu schließen. Da wäre die italienische Putzperle. Sie wird mit wohltuender Zurückhaltung und einer doch erkennbar dargestellten Leidenschaft zum Theater gespielt von Gagliardi. Und sie hält den Laden sauber, bringt ihn letztendlich sogar wieder zum Laufen. Und zwar per Casting, bei dem man in aller Not versucht, Talente im eigenen Personal zu finden.

So wird schließlich auf der Bühne munter getestet, sketchartig und gut 70 Minuten lang ohne Unterbrechung. Das ist den Corona-Regeln geschuldet.

Oliver Kübrich versucht sich in der Rolle des Theaterprinzipals erst als Souffleur und dann als Zauberer. Katja-Lisa Engel als Assistentin Annette Schmidbauer huldigt in der „Ballade an die Weißwurst“ einem bayerischen Schmankerl. Und Anna-Luna Richter liest als aufgeregte arbeitslose Regie-Assistentin Dörte Hunkemöller-Braun aus Goethes Faust. Bestens ergänzt wird das von der als Animierdame auftretenden Eva-Marisa Nagel, die neu ins Ensemble des Roßstalls gekommen ist.

Das Publikum ist im besten Sinne amüsiert und reagiert immer wieder mit anerkennendem und antreibendem Applaus. Auch, weil vertraute Melodien ertönen. Die stammen aus Porgy and Bess von George Gershwin, Katja Ebsteins „Theater“ erklingt und bei Queens „Magic“ bekommt so mancher im Publikum glänzende Augen.

Die gute Laune hält sich im Saal noch eine ganze Weile, nachdem der Vorhang vorne auf der Bühne zugezogen ist. Einige Besucher bleiben noch ein wenig zusammen, für einen Schluck Wein, zum Ratsch oder weil man froh ist, wieder ein wenig Theater zu haben.

Alles ist coronagerecht geregelt – mit Abstand auf der Bühne und zwischen den Besuchertischen. Die Besucherzahl war mit 40 auf gut die Hälfte reduziert. Und für Durchlüftung war ebenfalls mehr als regelgerecht gesorgt, weil die Eingangstür während der gesamten Vorstellung offen blieb. Organisatorisch hat alles gepasst und die Vorfreude im und um den Roßstall auf Theater hat sich auch wieder rechtzeitig eingestellt. So kann also die Premiere „Frühschicht bei Tiffany“ am Freitag, 16. Oktober, um 19.30 Uhr kommen.

Aufführungen

sind am kommenden Samstag und Sonntag sowie am 22., 24. und 25.Oktober jeweils um 19.30 Uhr. Kartenreservierung unter Telefon (089) 8 41 47 74 oder per E-Mail an info@germeringer-rossstal.de

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