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Landtag Bayern
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Sepp Dürr im Landtag

Germering

Nach 18 Jahren zurück im Stadtrat

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Der Grünen-Politiker Sepp Dürr wurde nach 18 Jahren wieder in den Stadtrat gewählt. Dabei war er im Wahlkampf äußerst zurückhaltend. Man kennt ihn halt – nicht zuletzt wegen der Verbesserung der Trinkwasserqualität.

Germering – Sepp Dürr ist einer von zwei neuen Stadträten, die dem Gremium schon einmal angehört haben. Während es bei Tanja Pfisterer (ÖDP) nur drei Jahre dauerte, bis sie nach dem freiwilligen Rückzug wieder gewählt wurde, waren es beim Grünen-Politiker 18 Jahre. Allerdings hatte der 66-jährige Biobauer, promovierte Germanist und Landespolitiker da auch schon zwölf Jahre als Stadtrat hinter sich.

Ins Gremium war er erstmals 1990 gewählt worden. Mitdebütant im Noch-Gemeinderat war OB Andreas Haas. Mitglied bei den Grünen war Dürr noch nicht, er trat der Partei erst 2007 bei, war aber bereits Fraktionssprecher der Landtags-Grünen. In das Landesparlament war er 1999 eingezogen.

Der hohe Nitratwert

Der Weg in die Politik begann für Dürr mit der Umstellung des elterlichen Hofes auf Öko-Anbau im Jahr 1984. Vertreter der noch jungen Ortspartei hätten ihn immer mal gefragt, ob er nicht für sie antreten wolle. 1989 ließ er sich auf die Liste setzen. 1990 saß er im Gemeinderat. Die Themen, die er besetzte, waren vor allem ökologische. Wasserschutz und Landschaftsschutz waren ihm damals wie heute wichtig. Er war als Wasserreferent maßgeblich an der Ausarbeitung der Freiwilligen Vereinbarungen mit den Landwirten zur trinkwasserschonenden Bewirtschaftung der Felder beteiligt – damals lag der Nitratwert des Wassers so hoch, dass die Gemeinde Eltern einen Mineralwasserzuschuss für Babynahrung zahlte.

Die Erfolge des Programmes, aus dem unter anderem der Germeringer Brotpfennig resultierte, haben sich Jahre später eingestellt. Bei der ersten Sitzung des Werkausschusses nahm Dürr zufrieden den Bericht zur Wasserqualität zur Kenntnis: Die Nitratbelastung war so gering wie nie. Dieses Beispiel habe ihm auch gezeigt, dass man in der Politik einen langen Atem haben muss, erklärt Dürr im Gespräch: „Man muss lange an den Themen arbeiten.“

Auf dem letzten Listenplatz

Die Rückkehr in den Stadtrat war für den 1998 nicht wieder in den Landtag gewählten Dürr nicht zwingend eingeplant. Er ließ sich auf den letzten Listenplatz setzen und hat bewusst so gut wie keinen Wahlkampf gemacht: „Ich war auf keinem einzigen Infostand.“ Dass er dennoch den Einzug schaffte, habe er natürlich mit Freude zur Kenntnis genommen: „Ich habe mich schon etwas gebauchpinselt gefühlt.“ Die erste Sitzung, die coronabedingt im großen Orlandosaal stattfand, sei wie eine Heimkehr gewesen. „Ich habe die Hälfte ja noch gut gekannt. Viele haben sich gefreut, als sie mich wiedersahen. Das war doch schön.“

Wenn man den Rückkehrer nach seinen Zielen im Stadtrat fragt, antwortet er mit einer zurückhaltenden Bescheidenheit: „Ich will meine Erfahrung einbringen, den Stadtrat voranbringen und den Leuten helfen.“ Die Stadt stehe vor gewaltigen Umbauaufgaben in Sachen Klima und Ökologie: „Wir haben wahnsinnig viel zu tun.“

Ein eher kleiner wirkendes Vorhaben hat Dürr schon in seiner ersten Zeit als Stadtrat verfolgt – es wurde jedoch nie umgesetzt: die Freilegung des überbauten Moosbaches. Das werde er sich erneut vornehmen, weil es wichtig für das Kleinklima sei.

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