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Nach Horror-Unfall: Tankstelle hat wieder offen - es muss ja weitergehen

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Von: Lisa Fischer

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 Die Tankstellenpächter Angelina und Sladi Zlovaric zeigen es: Hier ist das Unfallauto gelandet. Im Hintergrund ist der schnell errichtete provisorische Zugang aus Holz zu erkennen. 	fotos: PEter weber
 Die Tankstellenpächter Angelina und Sladi Zlovaric zeigen es: Hier ist das Unfallauto gelandet. Im Hintergrund ist der schnell errichtete provisorische Zugang aus Holz zu erkennen. © Weber

Eine Holzverschalung und eine provisorische Tür sind alles, was in der Allguth-Tankstelle an den schlimmen Unfall am Samstag erinnert – zumindest optisch. In Köpfen und Herzen der Menschen sitzt der Schock nach wie vor tief.

Germering – Und inzwischen ist klar: Es hätte alles noch viel schlimmer kommen können.

Kurz nach 15 Uhr passierte einem 85-Jährigen ein verhängnisvoller Fahrfehler. Als er mit seinem BMW X1 von der Tankstelle in der Oberen Bahnhofstraße fahren wollte, erfasste er eine Fahrradfahrerin frontal. Die Frau stürzte auf die Fahrbahn. Nach dem Zusammenstoß riss der Senior das Lenkrad herum und raste über das Tankstellen-Gelände, zwischen den Zapfsäulen hindurch. Dann krachte er durch die Glasfront der Allguth-Filiale und blieb im Verkaufsraum stehen.

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Nach dem Unglück riefen die diensthabenden Mitarbeiter die Pächter, Angelina und Sladjenko Zlovaric, sofort an. Vor Ort bot sich dem Ehepaar ein Bild der Verwüstung. Glasscheiben und Scherben lagen neben Blumensträußen und Chipstüten im Verkaufsraum. „Das Auto kam einige Meter vor der Kasse zum Stehen“, sagt Angelina Zlovaric. Ihre Mitarbeiter blieben unverletzt.

Von außen wirkt der Zugang in den Tankshop schon seit Sonntag wieder fast normal.
Von außen wirkt der Zugang in den Tankshop schon seit Sonntag wieder fast normal. © Weber

„Polizei und Feuerwehr waren sehr schnell da.“ Die Rettungskräfte halfen, das Gebäude zu verschalen. Bekannte der Pächter, die ein entsprechendes Unternehmen führen, unterstützten das Ehepaar, eine provisorische Tür in das Tankstellen-Gebäude einzubauen.

Schnell wieder geöffnet

Angelina Zlovaric und ihr Mann haben bis Mitternacht gewerkelt, geputzt und repariert. „Am Sonntagmorgen um 5 Uhr standen wir wieder in unserem Laden und haben ganz normal geöffnet“, erzählt die Pächterin. „Es muss ja weitergehen.“ Erlebt habe sie so etwas in über 20 Jahren Tankstellen-Betrieb zum Glück noch nie.

Alle wissen Bescheid, keiner der Kunden wundere sich über die provisorische Tür. Aber die Pächter wissen etwas, das von den Kunden niemand ahnt. Sie haben nämlich inzwischen die Überwachungsvideos angeschaut. „Es hätte viel schlimmer ausgehen können“, sagt Zlovaric. Auf den Aufzeichnungen sah die Pächterin, dass nur sieben Minuten bevor das Auto durch die Glastür brach, zwei Kinder im Verkaufsraum standen – genau an der Stelle, an der der BMW zum Stehen kam. „Es waren zwei Buben, etwa vier und sieben Jahre alt“, sagt Angelina Zlovaric. „Die hätten das nicht überlebt.“ Der schwer verletzte Radfahrerin geht es mittlerweile besser. Das habe sie von Angehörigen der Frau erfahren.

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