Die Germeringer Harfe soll abgerissen und durch einen größeren Neubau ersetzt werden.
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Die Germeringer Harfe soll abgerissen und durch einen größeren Neubau ersetzt werden.

Germering

Neubau der Harfe doch ohne Hotel ?

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die Germeringer Harfe ist noch keine 30 Jahre alt und soll schon abgerissen werden. Dem Neubauprojekt des Eigentümers Rock Capitol hat der Stadtrat schon vor drei Jahren zugestimmt. Ein Bebauungsplanverfahren wurde eingeleitet. Jetzt wurde im Bauausschuss der aktuelle Stand erläutert.

Germering – Der größte Mieter der Harfe, das Unternehmen Docuware, hat das Gebäude schon verlassen. Auch die Buchhandlung Lesezeichen und die Zahnarztpraxis Dr. Black haben sich wegen des absehbaren Abrisses eine neue Bleibe gesucht. Dass die Pläne der Eigentümer nach wie vor aktuell sind, wurde jetzt im Ausschuss deutlich.

Den Stadträten wurde der Vorentwurf des Bebauungsplans präsentiert. Demnach sollen künftig auf insgesamt rund 32 00 Quadratmetern Geschossfläche drei unterschiedlich hohe Gebäudeeinheiten errichtet werden. Das höchste weist eine Wandhöhe von 25 Metern auf. Es befindet sich am Kreisverkehr der Unteren Bahnhofstraße.

Teils Gewerbe, teils Wohnungen

Die Nutzung soll zu 59 Prozent gewerblich sein, der Rest sind Wohnungen. Ein Kindergarten ist ebenfalls geplant. Das ursprünglich vorgesehene Hotel steht zwar immer noch in den Plänen. Allerdings ist es wegen Corona nicht mehr so sicher, dass es auch wirklich kommt. Das gestand ein Vertreter des zuständigen Projektentwicklers ein. SPD-Stadtrat Daniel Liebetruth hatte danach gefragt, weil nur wegen des Hotels der damalige Stadtrat eine dichtere Bebauung als jetzt vorhanden befürwortet hatte: „Es wird jetzt dreimal so groß.“

Das Hotel sei tatsächlich zentraler Bestandteil der Planung gewesen, sagte der Planer. Man habe vor Corona euch schon Gespräche mit interessierten Hoteliers geführt. Die Pandemie habe die Situation allerdings völlig verändert: „Wir können jetzt keine Garantie mehr geben, dass wirklich ein Hotel kommt.“

Liebetruth kritisierte auch den frühen Abriss des Gebäudes und meinte, dass man sich das Thema Beton-Recycling überlegen soll. In Zeiten des Klimawandels sei dies wichtig. Dass der Komplex überhaupt abgerissen werden muss, begründete der Vertreter des Investors damit, dass es nicht mehr funktional sei und nicht variabel genutzt werden könne..

Die Mitglieder des Ausschusses billigten den Vorentwurf und leiteten die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit ein. Gegen diesen Beschluss stimmten lediglich Daniel Liebetruth und sein Fraktionskollege Christian Gruber.

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