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Sie schauen sich die Pläne zur Umgestaltung des Kasernengeländes an (oben v.l.): OB Andreas Haas, Irene Burkhard, Sebastian Dellinger, Felix Bembé, und Oliver Engelmayer

Germering

Neues Zentrum für Kunst, Kultur und Sport

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Das Greifenberger Architektenbüro Beer, Bembé, Dellinger hat den Realisierungswettbewerb zur Umgestaltung des ehemaligen Kasernenareals gewonnen. Das Preisgericht war vor allem begeistert von der Idee, mit einem schräg aufs Gelände gesetzten modernen Neubau in Holzbauweise einen Kontrast zu den bestehenden alten Nazi-Bauten zu schaffen

Germering – Das über 90 000 Quadratmeter große Areal am südlichen Ende der Otto-Wagner-Straße wurde seit 2008 in zwei Schritten von der Stadt gekauft, eine notwendige Umgemeindung mit Krailling ist im Vorjahr rechtskräftig geworden. Ziel der Stadt ist es, hier ein Zentrum für Kunst, Kultur, Sport und Freizeit zu schaffen. Dazu wurde vor einem Jahr ein Realisierungswettbewerb ausgelobt, bei dem letztlich 16 Architekturbüros Pläne eingereicht haben.

Wie OB Andreas Haas jetzt bei der Präsentation der Wettbewerbssieger erklärte, hat das Greifenberger Architektenteam gemeinsam mit Münchner Landschaftsplanern die von der Stadt vorgegebenen Richtlinien aus Sicht des Preisgerichts eindeutig am besten erfüllt. Ein zweiter Preis sei deswegen gar nicht vergeben worden. Stattdessen gab es noch zwei dritte und zwei Anerkennungspreise.

Das Modell (links) zeigt die Situierung des eingeschossigen Längspavillons (leicht gefärbt) inmitten des bestehenden Ensembles der Bauten aus der Nazi-Zeit. Das Foto zeigt das Modell in einer Lage, bei der die obere Kante nach Norden weist. Die Zufahrt befindet sich oben links. Der vorhandene Strommasten im Eingangsbereich ist deutlich zu erkennen.

Die Vorgaben waren klar: Die auf dem Areal stehenden Kasernengebäude durften nicht abgerissen werden. In ihnen sollen Ateliers, Übungs- und Probenräume für Bands, Unterrichtsräume für die Musikschule und Flächen für Ausstellungen realisiert werden. Im Außenbereich müssen zudem Bereiche für Bildhauer und Holzkünstler bereitgestellt werden. Die bestehende Lagerhalle soll in eine Sporthalle verwandelt werden. Trainingsplätze für Fußball, Faustball, Handball, Volleyball und Tischtennis gehören ebenfalls zu den Vorgaben. Zusätzlich war es erlaubt, ein einziges neues Gebäude für ein künftiges Bürgerhaus zu planen.

Wie die Sieger-Architekten sich dieses Bürgerhaus vorstellen, hat das Preisgericht mit dem vorsitzenden Münchner Architekten Bernhard Peck überzeugt. Sie haben einen langgestreckten erdgeschossigen Pavillon in ökologischer Holzbauweise schräg zwischen die bestehenden Gebäude gesetzt. Laut Peck wird dadurch die strenge Ordnung des Dritten Reichs, die sich auch in der rechtwinkligen Anordnung des Gebäudebestands ausdrückt, gebrochen. Wichtig ist laut Peck zudem, dass der Neubau ganz klar aufzeige, dass er im Jahr 2020 geplant worden ist.

Im Längsbau haben die Architekten unter anderem ein Café und einen kleinen Veranstaltungssaal sowie Umkleiden für den Sport untergebracht. Aus Sicht des Preisgerichts wirkt der Bau zudem wie ein Steg, der die verstreut darum liegenden Bauten zu einem Ganzen verbinde.

Überzeugt hat die Jury auch die Idee, das alte Feuerwehrhaus der Kaserne für Atelierzwecke zu nutzen und den dazugehörenden Außenbereich den Holzkünstlern und Bildhauern zur Verfügung zu stellen. Weniger gut kam dagegen die Vorstellung an, die Atelierräume insgesamt auf drei Gebäude zu verteilen.

Die Umsetzung des Konzepts wird zwar von der Städtebauförderung des Landes finanziell unterstützt. Der bei der Präsentation anwesende Regierungsvertreter Christian Schiebel versprach, dass die Gelder trotz der Corona-Krise fließen werden.

Ausstellung

Die Ergebnisse des Realisierungswettbewerbs werden ab dem morgigen Donnerstag im Orlandosaal der Stadthalle ausgestellt. Bis zum Freitag, 3. Juli, können alle eingereichten Arbeiten täglich von 16 bis 18 Uhr besichtigt werden. Ab Mittwoch sind diese Ergebnisse auch auf der städtischen Internetseite www.germering.de unter „Aus dem Bauamt“ zu finden.

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