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Bis gestern Abend wurden rund ums Pumpenhaus 30 Tonnen Erde abgebaggert und zu einer Entsorgungsfirma gefahren.

150 Liter Diesel ausgelaufen

Ölunfall: Germering bangt um Trinkwasser

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Nach einem Ölunfall ist das Germeringer Trinkwasser gefährdet. Bei einer Betankung des Notstromaggregates im Pumpenhaus des Wasserwerks am Nebeler Weg sind 150 Liter Diesel ausgelaufen.

Germering – Es war eigentlich eine Routineaktion, die aber nur alle paar Jahre durchgeführt wird. Das dieselbetriebene Notstromaggregat des Pumpenhauses, das neben der alten Straße nach Nebel liegt, musste mit Treibstoff versorgt werden, damit es im Notfall einsetzbar ist. Der Tank befindet sich im Inneren des Pumpenhauses, der Einfüllstützen an der Außenwand des Hauses. Der Fahrer des Tankwagens setzte am Mittwoch gegen Mittag den Schlauch an den Stutzen und begann mit der Füllung. Dabei gab es aber sofort ein Problem: Der Diesel spritzte an die Hauswand und lief nach unten ins Erdreich, berichtet Stadtwerkeleiter Roland Schmid.

Die Betankung wurde zwar sofort gestoppt und die anwesenden Mitarbeiter der Stadtwerke begannen umgehend, möglichst viel des ausgelaufenen Kraftstoffs abzufangen und zu binden. Mit einem Kleinbagger, den die Stadtwerke für andere Arbeiten in der Nähe hatten, wurde mit dem Ausheben der verseuchten Erde begonnen. Die Feuerwehr Unterpfaffenhofen kam zur Unterstützung und half dabei mit. Bis in die Nacht zum Mittwoch und dann den ganzen gestrigen Donnerstag über wurde versucht, das gesamte Erdreich rund ums Haus abzutragen und zu entsorgen.

Die Stadtwerke verständigten sofort die Polizei sowie das Gesundheits- und das Wasserwirtschaftsamt. Ein Sachverständiger wurde zur Unfallstelle beordert. Er begleitet die Sanierungsarbeiten seitdem. Der Brunnen, der sich in unmittelbarer Nähe des Pumpenhauses befindet, wurde vorsorglich sofort außer Betrieb genommen. Der weiter entfernt liegende läuft weiter.

Der Einfüllstutzen für das Notstromaggregat wurde nach dem Unfall mit einer Plane gesichert. Er befindet sich gut zweieinhalb Meter über dem Erdboden. Die auffällige Verfärbung der Holzfassade ist durch das auslaufende Öl verursacht worden.

Das Gesundheitsamt ordnete Schmid zufolge stündliche sensorische Kontrollen an. Sollte Öl in einen Brunnen geraten sein, würde man dies sofort riechen. Sollte es wider Erwarten passiert sein, müsste die Versorgung der Stadt mit heimischem Trinkwasser gestoppt werden. Die Wasserversorgung würde dann über einen Notverbund mit den Stadtwerken München und dem Wasserbeschaffungsverband Germering sichergestellt.

Aus Sicht von Schmid wäre dies ein Gau, also der größtmöglich anzunehmende Unfall. Schmid beruhigt aber. Im Moment könne das Wasser völlig bedenkenlos verwendet werden. Wenn aber der Gau eintrete, dann würde die Versorgung umgestellt, ohne dass die Verbraucher irgendetwas tun müssen.

Das ausgelaufene Öl ist die gesamte Fassade nach unten gelaufen. Das orangene Rohr dient dem Abwasserablauf.

Die genaue Ursache des Unfalls wird laut Schmid derzeit noch geprüft. Zunächst sei man davon ausgegangen, dass der Fahrer des Tanklasters den Befüllungsschlauch nicht richtig angeschlossen habe. Mittlerweile schließe man dies aber aus. Offensichtlich sei der Einfallstutzen am Haus selbst defekt. Er war vor rund zehn Jahren an die Außenwand gesetzt worden und ist nicht so oft im Einsatz: Das Notstromaggregat wird so gut wie nie verwendet, eine Tankfüllung reicht also für mehrere Jahre.

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