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Immer mehr Privatjets über Germering - Oberpfaffenhofen „unter Insidern als Nummer Eins“

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Von: Klaus Greif

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Am Flughafen Oberpfaffenhofen landen und starten deutlich mehr Flugzeuge als in der Zeit vor der Pandemie.
Am Flughafen Oberpfaffenhofen landen und starten deutlich mehr Flugzeuge als in der Zeit vor der Pandemie. archi © Gehre

Am Flughafen Oberpfaffenhofen landen und starten wieder deutlich mehr Flugzeuge als zu Beginn der Pandemie. Germering spürt dies, weil die Haupteinflugschneise über die Stadt führt. Der in Gilching sitzende Verein Fluglärm Fünfseenland bestätigt dies.

Germering – In den sozialen Medien klagen Germeringer seit einigen Wochen über eine Zunahme von lauten Flugzeugen, die über ihre Köpfe in Richtung Oberpfaffenhofen fliegen. Auch Militärmaschinen seien immer wieder zu sehen.

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US-Transporter

Letzteres wird vom Fluglärm-Verein zwar bestätigt. Helmut Mattes, er sitzt als Schriftführer im Vorstand, meint aber auch: „Militärmaschinen machen nach unseren Beobachtungen keinen signifikanten Anteil aus.“ Lediglich an zwei Tagen im Mai, am 12. und am 31., habe jeweils ein von Ramstein kommendes viermotoriges C130 Hercules Transportflugzeug der US Air Force mehrere Anflüge auf Oberpfaffenhofen ausgeführt.

Messstationen

Der Löwenanteil der seit dem Sommer 2021 gestiegenen Flugbewegungen geht Mattes zufolge weder von Werft- noch von Forschungsflügen, sondern eindeutig von Privatjets aus. Feststellen kann der Verein dies, weil er seit 2014 zwei Fluglärm-Messstationen betreibt, die genau in den Ein- und Ausflugsschneisen liegen – eine davon in Geisenbrunn.

Notwendig war diese Einrichtung laut Mattes, weil weder Flughafenbetreiber noch Aufsichtsbehörden oder Flugsicherung aussagekräftige und detaillierte Zahlen über den Flugbetrieb veröffentlichen.

Die Messstation Geisenbrunn zeichnet beispielsweise für diesen Juni täglich durchschnittlich rund 40 Überflüge auf. Weil Geisenbrunn wie Germering in der Einflugschneise liegt, handelt es sich dabei ausschließlich um Landeanflüge. Im Vorjahr lag diese Zahl mit durchschnittlich 50 deutlich höher. Im Jahr 2018, also vor der Pandemie, waren es dagegen mit 30 täglichen Überflügen im Juni weitaus weniger. Die Statistiken sind auf der Internetseite des Vereins, www.fluglaerm-fuenfseenland.de aufgelistet.

Privatjets überwiegen

Die privaten neuen Flughafeneigentümer Triwo und Beos scheinen aus Sicht des Vereins den Privatjet-Betrieb als Geschäftsfeld gezielt auszubauen. Besonders falle auf, dass zahlreiche Privatjet-Flüge zu bekannten Urlaubszielen gehen, vorwiegend im Mittelmeerraum.

Solche offenbar privat motivierten Flüge entsprechen nach Auffassung der Fluglärm-Gegner nicht dem Sinn der Änderungsgenehmigung für den Flughafenbetrieb aus dem Jahr 2008. Damals waren von der Regierung von Oberbayern 10 000 Flugbewegungen pro Jahr genehmigt worden – inklusive des so genannten qualifizierten Geschäftsreiseflugverkehrs. Klagen mehrerer Gemeinden gegen diese Ausweitung, auch Germering war dabei, scheiterten.

Mittlerweile, so Helmut Mattes, gilt der „Sonderflughafen“, so die ursprüngliche Bezeichnung des Flugplatzes, unter Insidern als Nummer Eins der Privatjet-Flughäfen in Deutschland. Ein Blick auf die Internetseite www.lunajet.com von Lunajet, einem der größten Privatjet-Vermittler, beweist dies.

Hier ist unter anderem zu lesen: „Der Flughafen Oberpfaffenhofen ist für Privatjets die bessere Alternative zum „Franz Josef Strauß“-Flughafen und liegt nur etwa 22 Kilometer südwestlich von München, mit direktem Anschluss an die A 96.

Der Flughafen ist bekannt für seinen Geschäfts- und Privatflugverkehr und verfügt über zwei Privatjet-Terminals. Linienflüge sind hier nicht zugelassen, deshalb werden Passagiere individuell und schnell abgefertigt und genießen maximale Privatsphäre sowie exzellenten Service.“

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