Am Feierabend: Erst Arzteinsatz, dann Stau bei der S-Bahn 

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Volles Haus im Orlandosaal der Stadthalle: Die Realschüler werden verabschiedet.

Feierstunde

153 Realschüler bekommen ihre Zeugnisse

Germering - Die Zeugnisübergabe an die Realschüler ist würdig über die Bühne gegangen. Auch, weil die Jugendlichen und die Gäste noch nichts vom Amoklauf in München wussten.

Während der Festakt im vollbesetzten Orlandosaal der Stadthalle am Freitag ab 18 Uhr über die Bühne ging, breitete sich in der nahen Landeshauptstadt wegen des furchtbaren Anschlages bereits das Chaos aus. Davon drang zumindest in der ersten Stunde der Abschlussfeier noch nichts bis zu den Gästen durch. Zudem waren die Feiernden von Realschulleiter Christoph Breuer gehalten, ihre Handys auszuschalten, um den Ablauf der Feier nicht zu stören.

OB Andreas Haas bat die Absolventen der Realschule Unterpfaffenhofen (RSU) noch um ein ganz klein wenig Geduld: „Ihre Schulzeit endet meines Wissens erst, wenn Sie heute mit dem Abschlusszeugnis den Saal verlassen; aber Sie haben die Schulzeit nicht nur über-, sondern auch bestanden.“ Zwar sei die Schulpost mit seiner Einladung verloren gegangen, doch: „Dass ich heute hier bin, ist für mich sowieso keine Pflichtaufgabe, sondern eine Freude“, betonte Haas.

153 Schüler erhielten am Freitagabend ihre Zeugnisse – bei 16 von ihnen stand eine Eins vor dem Komma. Die Jahrgangs- und Klassenbesten durften zuerst ihre Zeugnisse in Empfang nehmen. Danach wurde per Hütchenspiel bestimmt, in welcher Reihenfolge die einzelnen Klassen aufgerufen wurden.

Die Schülersprecher Antigona Bislimi und Aleksandar Vasiljevic erinnerten aus ihrer Sicht an die sechsjährige Realschulzeit. Neben „ständigem Lernen“ (Gelächter und Applaus) und viel Stress bleiben bei den Schülern schöne Klassenfahrten und geschlossene Freundschaften in Erinnerung. Zwar habe nicht jeder seinen gewünschten Schnitt erreicht, doch das sollten die ehemaligen Mitschüler als Chance begreifen, es künftig einfach besser zu machen. „Wir danken der ganzen Crew, unseren Eltern und Lehrern, die unser Schiff erfolgreich auf Kurs gebracht haben.“

Schulleiter Breuer nahm in seiner Rede Bezug auf den Brexit: „Wie eben bekannt wurde, haben sich in Germering 94,9 Prozent der Zehntklässler für den RSU-Exit entschieden.“ Arbeitsintensive Studien seitens der Schüler, begleitet von massiven Stützungsmaßnahmen durch namentlich bekannte Lehrkräfte hätten dazu beigetragen, die Machbarkeit dieses Vorhabens in die Tat umzusetzen. „Die neuen Regelungen für die bisherigen 10. Klassen treten ab sofort in Kraft." (akk)

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