Das Repair-Café hat wie so viele andere Einrichtungen coronabedingt ein schwieriges Jahr hinter sich.
+
Das Repair-Café hat wie so viele andere Einrichtungen coronabedingt ein schwieriges Jahr hinter sich.

Repair-Café der Freien evangelischen Gemeinde

Als Corona das Helfen schwierig machte

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
    schließen

Das von der Freien evangelischen Gemeinde veranstaltete Repair-Café gibt es jetzt schon seit über sieben Jahren. Was damals ganz zaghaft und mit wenigen Leuten gestartet ist, hat sich mittlerweile zu einer festen Institution in der Stadt entwickelt.

Germering – An jedem letzten Samstag im Monat, mit den beiden Ausnahmen im August und Dezember, setzen engagierte Bürger ein Zeichen gegen eine Wegwerf-Gesellschaft und schonen obendrein wertvolle natürliche und menschliche Ressourcen. Jetzt ziehen die Veranstalter des Angebot Bilanz über das vergangenen Jahr.

Wegen der Corona-Pandemie war 2020 auch für das Repair-Café kein normales Jahr. Nur in den Monaten Januar und Februar konnte dem bericht zufolge der Betrieb wie gewohnt und bewährt laufen. An den beiden Reparatursamstagen zu Beginn des Jahres, kamen jeweils rund 65 Besucher, die ihre Kleingeräte, Computer, Fahrräder, Kleider oder Holzgegenstände reparieren ließen. Außerdem wurden im Café warme und kalte Getränke sowie eine Auswahl an Kuchen angeboten, um mögliche Wartezeiten angenehm zu überbrücken und wenn gewollt, mit anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Von März bis Mai musste das Café seinen Betrieb einstellen. Leiter Gerhard Busch erinnert sich an diese Zeit. Es sei den ehrenamtlichen Mitarbeitern schwer gefallen, keine Hilfe zur Selbsthilfe mehr geben und auch keine Menschen mehr miteinander verbinden zu können. Busch: „Vor allem in der Zeit der Pandemie muss der lokale Zusammenhalt gestärkt werden und Menschen benötigen Ansprechpartner und Kontakte. Dennoch trugen wir die Entscheidungen bereitwillig mit, da es auch in unserem Interesse liegt, Infektionen zu unterbinden und die Gesundheit der Menschen zu schützen.“ Allerdings nahmen sich die Helfer und Betreiber vor, sobald es die Situation erlaubt, wieder zu öffnen.

Ende Juni war es dann soweit, im Café konnte wieder repariert werden. Allerdings mussten die Besucher sich mit ihren „Patienten“, wie die zu reparierenden Gegenstände im Repair-Café genannt werden, im Vorfeld per E-Mail anmelden, es am Repair-Samstag abgeben und abends wieder abholen. Aufgrund des Hygienekonzepts wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit gearbeitet.

Viele ältere oder andere Risikogruppen unter den mitwirkenden Ehrenamtlichen hielten sich aus verständlichen Gründen noch zurück und blieben fern. „Ich bin dankbar über jeden, der sich dafür entschieden hat, wieder mit zu reparieren und habe Verständnis für alle, die noch nicht wieder aktiv das Team unterstützen“, erklärt Gerhard Busch. Im Vergleich zur Vor-Coronazeit fiel ihm auf, dass die Menschen denen geholfen werden konnte, oft dankbarer waren als früher.

Im November musste das Café dann pandemiebedingt erneut schließen. So gab es im ganzen vergangenen Jahr nur sechs Reparaturtage. Dabei wurden insgesamt 204 „Patienten“ gebracht, von denen gut die Hälfte gleich wieder repariert werden konnten. Ein Viertel erwies sich als irreparabel und bei dem noch verbleibenden Anteil mussten Ersatzteile und andere dinge besorgt werden, um die Reparatur erfolgreich abzuschließen. Sobald es das Pandemiegeschehen erlaubt, soll das Repair-Café im neuen Jahr wieder durchgeführt werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare