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Umsetzung schwierig: Radschnellwege brauchen viel Platz

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Von: Klaus Greif

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Das Nadelöhr: Auf der Autobahnbrücke an der Neuen Gautinger Straße ist kein Platz für einen Radweg.
Das Nadelöhr: Auf der Autobahnbrücke an der Neuen Gautinger Straße ist kein Platz für einen Radweg. © mm

Grünen-Stadtrat Gerhard Blahusch will Pendlern, die mit dem Fahrrad zu Arbeit fahren, den täglichen Weg erleichtern. Die Stadt soll deswegen gemeinsam mit den Nachbarkommunen überlegen, wo so genannte Radschnellwege realisiert werden können.

Germering – Dass diese Idee aber nicht so einfach in die Tat umzusetzen ist, machte der städtische Fahrradbeauftragte Thomas Wieser jetzt im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss deutlich. Wieser erklärte, dass es für die Ausweisung von Radschnellwegen oder alternativ dazu Radschnellverbindungen, Vorgaben gibt, die auf Germeringer Flur nicht zu erfüllen sind. Schnellwege müssen demnach einen Mindest-Fahrbahnbreite von vier Metern haben, um einen Zweirichtungsverkehr problemlos möglich zu machen. Für so genannte Radvorrangrouten reichen laut Wieser auch drei Meter.

Beide Vorgaben würden noch nicht einmal vom bestehenden Weg nach Geisenbrunn erfüllt, erklärte der Fahrradexperte den Stadträten. Dieser gemischte Rad- und Fußweg sei aber dennoch für Radler komfortabel – allerdings nur, weil Fußgänger eher selten unterwegs sind.

An der S4

Konkrete Überlegungen für den Bau eines Radschnellwegs gibt es derzeit nur von Seiten des Landkreises. Der lässt laut Wieser zurzeit untersuchen, ob einen Verbindung entlang der Bahnlinie der S 4 möglich ist. Die Landeshauptstadt selbst prüft die Machbarkeit entlang der S 4 vom Altstadtring bis zur Landkreisgrenze von Fürstenfeldbruck.

Die von Blahusch geforderte Kontaktaufnahme mit den Nachbarkommunen sei schon im Gange, führte Wieser weiter aus. Im Landkreis gebe es ein regelmäßiges Treffen der Radverkehrsbeauftragten. Am intensivsten sind dabei seit längerem aber die Kontakte mit Krailling.

Die lange Zeit erfolglosen Bemühungen der Stadt, eine Fahrradverbindung von der Neuen Gautinger Straße durch den Wald nach Krailling und Gauting zu erreichen, könnten jetzt unerwartet schnell Realität werden. Der Kraillinger Planungsausschuss hat dies vor kurzem ganz oben auf einer Prioritätenliste angesiedelt. Die Umsetzung des auf rund 1,4 Millionen Euro geschätzten Projekts wird dank neuer Fördermittel des Freistaats erleichtert.

Die Autobahnbrücke

OB Andreas Haas wies allerdings darauf hin, dass die Umsetzung sehr schwierig sein werde. Thomas Wieser ergänzte dies mit dem Hinweis auf das Nadelöhr Autobahnbrücke, die auf Germeringer Flur liegt: Hier ist schlicht kein Platz für einen zusätzlichen Radweg vorhanden. Aber auch die Fortsetzung parallel zur Straße im Kreuzlinger Forst sei extrem problematisch. Hier müsste für einen Radweg Bannwald geopfert werden. Er können sich nicht vorstellen, wo dann die geforderten Ausgleichsflächen für eine Wiederaufforstung nachgewiesen werden sollen.

Eine Lösung für dieses Problem hat Krailling aber schon vorgezeichnet. Er könnte entlang des Zauns vom Tanklager des Unternehmens Krailling Oil verlaufen – dazu müsste aber der Zaun verschwenkt werden.

OB Haas versprach abschließend, dass die Gespräche mit Krailling intensiviert werden. Die Stadt versuche auch, eine Lösung für das Brücken-Problem zu finden.

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