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Stellten sich den Fragen der Schüler: Sophie Schumacher (Grüne, l.), Tanja Pfisterer (ÖDP, 2.v.l.), Johannes Landendinger (SPD, 3.v.l.), OB Andreas Haas (CSU, 2.v.r.) und Franz Hermannsdorfer (FWG, r.). 

Germering

Schüler fragen – Stadtpolitiker antworten

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Die Oberstufenschüler des Carl-Spitzweg-Gymnasiums (CSG) haben den Stadtratskandidaten und zwei Bewerbern für das OB-Amt auf den Zahn gefühlt. Bei einer Podiumsdiskussion in der Aula standen vor allem Fragen zum Kreuzlinger Feld und zum Klimaschutz im Mittelpunkt.

Germering – Es hat schon Tradition am CSG: Vor anstehenden Wahlen organisieren die Schüler eine Diskussionsrunde mit Bewerbern der einzelnen Parteien. Initiiert wurde das Ganze von der Fachschaft Sozialkunde. Die Organisation und Durchführung sowie die Auswahl der Fragen obliegt aber den Schülern der Oberstufe.

Auf dem Podium in der großen Schulaula saßen OB Andreas Haas, SPD-Herausforderer Johannes Landendinger und die Stadtratskandidaten Sophie Schumacher (Grüne), Tanja Pfisterer (ÖDP) und Franz Hermannsdorfer (FWG). Die von den Jugendlichen ausgesuchten Themenbereiche gingen qer durch die Stadtpolitik – wobei gleich zum Auftakt der Dauerbrenner Kreuzlinger Feld ausführlich behandelt wurde – das CSG ist immerhin unmittelbarer Nachbar, auch die Schüler befürchten mehr Verkehr.

Kreuzlinger Feld

Die Antworten der Politiker deckten sich hier mit den bekannten Positionen der einzelnen Parteien aus dem Stadtrat. OB Andreas Haas verstand die Ängste, versprach eine genaue Beobachtung des Verkehrs und wehrte sich gegen die von Tanja Pfisterer – die ÖDP lehnt die Bebauung ab – aufgestellte Behauptung, Germering würde alles zubauen und zu schnell wachsen. Haas: „Unsere Vorgabe ist es, dass das jährliche Bevölkerungswachstum ein Prozent nicht überschreitet. Wir liegen zurzeit darunter.“

Franz Hermansdorfer stützte hier und auch später immer wieder die Position des Bürgermeisters. Sophie Schmacher wiederholte die Grünen-Einschätzung, dass die Bebauung zu massiv sei. Auf der anderen Seite sei aber bezahlbarer Wohnraum wichtig – und der würde hier zumindest teilweise geschaffen. Landendinger will bezahlbare Wohnungen mit einem Genossenschaftsmodell schaffen – dafür müsse die Stadt aber Grundstücke kaufen. Wichtig sei auch beim Kreuzlinger Feld ein stimmiges Gesamtkonzept – dazu gehöre auch der Öffentliche Personennahverkehr. Den will die SPD mit einer Seilbahn nach Pasing, die in vier Jahren gebaut sein könne, optimieren.

Das war einer der wenigen kontroversen Punkte der Diskussion. Ganz so einfach sei diese Seilbahn wohl nicht zu realisieren. Es sei völlig unklar, ob der Bau rechtlich möglich ist, weil die Seilbahn auch durch Wohngebiet führe.

Klimaschutz

Die ausführliche Fragerunde zu Klimaschutzthemen führte den Schülern immer wieder vor, dass der Stadtrat parteiübergreifend Maßnahmen gegen den Klimawandel vorantreibt – soweit er zuständig ist. Tanja Pfisterer meinte beispielsweise, dass die Stadt seit Jahren viel in die richtige Richtung unternehme. Sie bezeichnete Germering sogar als eine Art Vorzeigestadt – auch wenn noch viel zu tun sei.

OB Haas gab an diese Stelle bekannt, dass die Stadt im Jahr 2021 die Stelle eines Klimaschutzbeauftragten schaffen will. Wie die Landeshauptstadt den Klimanotstand auszurufen, halte er aber für falsch: „Das ist nur eine Worthülse.“

Die naheliegende Frage, wie die Politiker zu den Freitagsdemos der Schüler stünden, ließen sich die Jugendlichen natürlich nicht entgehen. Hier sprach sich als einziger Franz Hermannsdorfer klar gegen das Schulschwänzen aus. Die Aktivitäten der Jugendlichen finde er zwar gut, sie könnten dies aber auch in ihrer Freizeit tun.

Jugendangebote

Gegenwind bekamen die Schüler zum Abschluss der Fragerunde beim Themengebiet „Angebote für die Jugend“. Ein Schülervertreter bemängelte die kurzen Öffnungszeiten der Jugendzentren vor allem an den Wochenenden und forderte, dass die Stadt mehr Angebote schaffen müsse. Sophie Schumacher, die neben ihrem Studium in der Cordobar am Bahnhof tätig ist, gab den Schwarzen Peter unter zustimmendem Nicken der anderen Politiker zurück. Man habe die Öffnungszeiten nur gekürzt, weil das Jugendzentrum abends zu wenig Besucher hatte. Es liege an der Jugend selbst, etwas zu ändern. Die Jugendzentren seien immer offen, wenn Anfragen nach Partys oder anderen Veranstaltungen kommen.

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