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Germering setzt auf Sonnenstrom – wenn’s geht

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Von: Klaus Greif

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Beim Solarstromwettbewerb der Energiewende Oberland ist die Stadt Weilheim im Jahr 2020 auf dem ersten Platz gelandet.
Die CSU forderte die Germeringer Stadtverwaltung auf zu prüfen, welche öffentliche Flächen sich für Photovoltaik-Anlagen eignen. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

Germering will den Sonnenstrom im Stadtgebiet ausbauen und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Einem entsprechenden Antrag der CSU ist der Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss nun gefolgt. Die konkrete Umsetzung ist allerdings nicht so einfach.

Germering – Die CSU-Stadträte Sandra André und Benedikt Nesselhauf haben in ihrem Antrag unter anderem gefordert, dass die Verwaltung prüft, welche öffentlichen Flächen sich für Photovoltaik-Anlagen (PV) eignen. In einem zweiten Schritt sollte dann für geeignete Gebäude oder Areale die Realisierung geprüft werden. Die Stadt soll sich zudem verpflichten, dass auf künftigen öffentliche Neubauten PV-Anlagen installiert werden.

Pascal Luginger, Leiter der städtischen Stabstelle Klimaschutz, hat die einzelnen Punkte des Antrags detailliert geprüft und den Stadträten eine umfassende Bestandsaufnahme vorgelegt. Das Ergebnis ist in den meisten Fällen eher ernüchternd.

Die Möglichkeit, größere Flächen zu überdachen, um so Solarenergie nutzen zu können, bietet sich laut Luginger lediglich für den P&R-Platz am Bahnhof Germering an. Beim städtebaulichen Wettbewerb zur Überplanung des Areals aus dem Jahr 2006 hat der Siegerentwurf hier ein einstöckiges Gebäude für Fahrradstellplätze und andere Nutzungen vorgesehen. Das Dach könnte Luginger zufolge auch für Solarenergie genutzt werden.

Nicht geeignet wäre dagegen der Parkplatz an der Stadthalle, weil der im Schatten des Gebäudes liege. Der Volksfestplatz scheidet aus, weil eine Überdachung laut Luginger auch als Versiegelung der Fläche gelte. Der Freistaat fördere die Umgestaltung, weil es es sich um eine Entsiegelung handle. Bei einer Überdachung riskiert man also Fördergelder.

Der P&R-Platz am Bahnhof Harthaus kommt aus einem anderen Grund nicht in Frage: Er befindet sich auf Münchner Flur. Auch kleinere städtische Flächen sind laut Luginger ungeeignet für eine Überdachung.

Die Nutzung kommunaler Dächer wird laut Luginger noch im Einzelnen geprüft. Aktuell stehen die Kerschensteiner Schule, das Rathaus, das Zeit+Raum-Museum, das Freibad, die Wittelsbacher Schule und der Sitz der Stadtwerke am Bärenweg zur Diskussion. Eine Erneuerung der Anlage auf dem Polariom ist auch möglich

Das Potenzial zur Nutzung von Freiflächen-Photovoltaik wird Luginger zufolge aktuell im Rahmen der Erstellung des Energienutzungsplanes geprüft. Ein Ergebnis liegt aber schon vor: Die Stadt könne auf etwa 71 Hektar jährlich rund 38 Gigawattstunden Strom erzeugen.

Eher schlecht sieht es dagegen mit der Idee aus, dass die Stadt die Lärmschutzgalerie der A 96 für eine PV-Anlage verwenden darf. Die Autobahn GmbH will die Fläche offensichtlich selbst nutzen und mit einer PV-Anlage Strom für den Eigenbedarf erzeugen. Das Strompotenzial auf der Galerie beziffert Luginger auf rund drei Gigawattstunden im Jahr.

Eine kommunale Selbstverpflichtung zum Bau von PV-Anlagen bei allen städtischen Neubauten findet auch die Unterstützung des Klimaschutzbeauftragten. Allerdings überprüfe die Stadt schon jetzt bei jedem eigenen Vorhaben, ob die Nutzung von Solarenergie technisch und wirtschaftlich machbar ist. kg

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