Franziska Keller lacht mit ihrer einjährigen Urenkelin Marlene. Dieses Foto ist noch vor der Corona-Krise entstanden

Geburtstag 

Sie ist 99 – und liest noch täglich den Merkur

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Franziska Keller aus Germering hatte etwas feiern: Sie wurde 99 Jahre alt. Wegen des Coronavirus  lief der Geburtstag allerdings anders als sonst. 

Germering– Franziska Keller hat ihren 99. Geburtstag gefeiert. Geplant war eigentlich ein großes Fest mit drei Töchtern, acht Enkeln, zweiundzwanzig Urenkeln und vielen weiteren Gästen. Auch OB Andreas Haas wollte persönlich grüßen, was die Jubilarin sehr gefreut hätte, wie Tochter Gabriele Sammiller erzählt. Denn schon die Mutter des Geburtstagskindes habe hochbetagt einen besonderen Geburtstagsbesuch erhalten: Der verstorbene Altbürgermeister Rudi Bay habe ihr zum 101. Jubeltag die Grüße der damaligen Gemeinde überbracht.

Aus der Feier wurde nichts, die Corona-Krise hat auch dieses Ereignis obsolet gemacht. Dabei ist Franziska Keller bei bester geistiger Gesundheit, berichtet Tochter Gabriele – sie ist als frühere Lehrerin, die zuletzt an der Wittelsbacher Mittelschule unterrichtete, vielen bekannt. Nur das Laufen, Sehen und Hören der Mama sei durch das Alter eingeschränkt. Sie wohnt noch zuhause und wird von der Tochter versorgt, die damit momentan die einzige Kontaktperson ist. Trotz ihrer Handicaps liest sie mit der Lupe noch tagtäglich den Münchner Merkur. Franziska Keller ist Abonnentin, seit sie in Germering lebt, also seit 1960.

Die Jubilarin ist in Kirchheim in Schwaben geboren. Ihr Großvater war dort Bürgermeister und Posthalter. Als Kind hat Franziska Keller die Posthalterei mit den Kutschen und 13 Pferden noch erlebt, erzählt Tochter Gabriele, Ehefrau von Noch-CSU-Stadtrat Eduard Sammiller.

Der Vater von Franziska Keller, ein Kaufmann, zog mit der Familie nach Schrobenhausen, wo er einen Kolonialwarenhandel aufbaute. Dort arbeitete sie bis zu ihrer Heirat in der Buchhaltung. Im Zweiten Weltkrieg hat sie ihren Mann, Meinrad Keller, kennengelernt, geheiratet und drei Mädchen geboren. Da ihr Mann im Zentralamt der Bundesbahn arbeitete und mehrmals versetzt wurde, musste sie mit dem Dreimäderlhaus erst nach Karlsruhe, dann nach Offenbach am Main und schließlich 1960 nach Germering ziehen. Hier wohnt sie seit 1960 im eigenen Häuschen an der Riesstraße 13.

Die Töchter wuchsen hier auf, gingen in Germering und Pasing zur Schule, heirateten und bescherten dem Geburtstagskind acht Enkel und zweiundzwanzig Urenkel – der Älteste ist heute 22, die Jüngste, Urenkelin Marlene, ein Jahr alt. Einen Teil der Enkel hat sie auch mit aufwachsen sehen und mit aufgezogen, weil sie zeitweise bei ihr zuhause im oberen Stockwerk wohnten.

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