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Für die Eugen-Papst-Schule ist die Corona-Krise eine ganz besondere Herausforderung. 

Germering

So kommt die Förderschule durch die Krise

Die Schließung der Schulen hat Schüler und Eltern vor große Probleme gestellt. Noch größer war die Herausforderung für die Kinder an der Eugen-Papst-Schule in Germering. Sie brauchen eine besondere Förderung. Deswegen hat die Schule kreative Maßnahmen ergriffen.

Germering – „Unsere Schüler brauchen eine klare Struktur“, erklärt Schulleiterin Gabriele Pfob. Deshalb hat die 55-Jährige mit ihrem Lehrerteam hart gearbeitet, um die Kinder möglichst gut durch die Corona-Krise mit all ihren Strapazen zu bringen.

Die kreative Idee: Die Schüler erhalten jeden Tag ein individuelles Heftchen per Post, in dem die Aufgaben für den Tag klar nacheinander aufgezählt sind. Das sind nicht nur Rechenaufgaben und Rechtschreibübungen, erzählt Konrektorin Claudia Schleske. Auch Turnübungen und Lieder gehören zur Liste. Und Überraschungen im Briefkasten: „Kressesamen zum Einpflanzen oder Bohnenkeime zum Beispiel“, so die 56-Jährige.

Es sei sehr wichtig, dass die Themen für die Schüler anschaulich gestaltet werden. So greifen die Lehrer außerdem auf Filme im Internet zurück. Dazu gibt es klare Anweisungen. Das führt allerdings häufig zu Problemen. Bei einigen Schülern gibt es zu Hause keine Endgeräte wie Smartphones oder Computer, häufig sei kein Internet verfügbar. Leihgeräte sollen Abhilfe schaffen.

So können auch nicht alle Schüler die Antworten per E-Mail schicken. Manche senden diese per Post. Damit der persönliche Kontakt dennoch nicht völlig auf der Strecke bleibt, meldete sich die Schule mindesten einmal in der Woche per Telefon.

Denn: Wenn niemand mit den Schülern arbeite, hätten diese oft Schwierigkeiten. Bei manchen Schülern können die Eltern kaum helfen – entweder weil sie beschäftigt sind, oder auch weil sie kein Deutsch sprechen oder Analphabeten sind. „Häufig helfen dann die Großeltern oder Geschwister, aber manchmal müssen wir kreativ werden“, sagt Schleske.

Doch auch während der Schließung war die Schule nicht völlig leer. Seit Ostern wurden dort jeden Tag ungefähr 40 Kinder betreut. Dabei handelt es sich um die Notbetreuung von Schülern, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten oder alleinerziehend sind. Die Notbetreuung war auch über die Ferien von 8 Uhr bis 15.30 Uhr geöffnet. Organisiert wurde sie von Christine Gramolla-Ferstl, die ebenfalls zur Schulleitung gehört. „Trotz Ferien waren jeden Tag acht bis zehn Lehrkräfte anwesend“, sagt die 51-Jährige. Die Kinder wurden aber nicht nur betreut. Die Lehrer hätten ihnen mit ihren individuellen Arbeitsheftchen geholfen.

Gramolla-Ferstl sorgt sich besonders um die Schüler, bei denen es schwierig ist, den Kontakt aufrecht zu halten. Manche seien in prekären Lebenssituationen, welche durch die Corona-Krise noch verschärft würden. „Viele freuen sich, in die Schule zu kommen. Hier fühlen sie sich zu Hause“, meint Gramolla-Feistl.

Inzwischen ist die Schule nicht mehr nur für die Kinder in der Notbetreuung geöffnet. Alle dürfen wieder kommen – unter Einhaltung des vorgeschriebenen Hygienekonzeptes. „Das funktioniert, weil wir für jeden klare Regeln haben“, sagt Rektorin Pfob. So gibt es etwa eine Ankommens-Phase mit Treffpunkten für die einzelnen Klassen und Abstandsregeln. Zudem werden immer nur halbe Klassen unterrichtet, was in dem sonderpädagogischen Förderzentrum bedeutet, dass statt 14 Schülern nur sieben gleichzeitig in einer Klasse sind. Die Klassen haben außerdem nicht mehr gleichzeitig Pause, sondern gestaffelt nacheinander. Und regelmäßiges Händewaschen ist jetzt teil des Schulalltags.

Die halben Klassen wechseln sich tageweise ab. Sie sind immer einen Tag in der Schule, dann lernen sie einen Tag zu Hause mit ihren Heftchen, sagt Pfob. „Selbstständigkeit ist für viele unserer Schüler ein Problem. “(Sven Behrens)

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