Carmen Wegge ist die Direktkandidatin der SPD für Berlin.
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Carmen Wegge ist die Direktkandidatin der SPD für Berlin.

Wahlkreis 224

SPD kürt Kandidatin in einer Onlinekonferenz

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Was sich bereits seit einigen Monaten abgezeichnet hat, ist seit Freitagabend offiziell: Die 31 Jahre alte Carmen Wegge tritt bei der Bundestagswahl am 26. September für die SPD im Wahlkreis 224, also auch für Germering, an.

Dieser umfasst neben dem Landkreis Starnberg auch den Landkreis Landsberg und die Stadt Germering. In geheimer Abstimmung bekam Wegge 44 Ja-Stimmen. Es gab zwei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. Sie hatte keinen Gegenkandidaten. Alexander Rupff aus Gauting hätte sich zwar auch gerne zur Wahl gestellt, wurde aber von keinem der Delegierten vorgeschlagen.

Erstmals fand die Aufstellungsversammlung virtuell statt. Die SPD habe zwar verschiedene Hallen reserviert gehabt und eine Ausnahmegenehmigung bekommen, dennoch sei das Risiko für eine Präsenzveranstaltung zu groß gewesen, sagte Kreisvorsitzende Julia Ney. Sie lobte Wegge in hohen Tönen. „Sie ist eine tolle Kandidatin, die eine ganze Menge mitbringt“, sagte Ney – musste aber auch eingestehen, dass sie den Namen Carmen Wegge zunächst hatte googeln müssen, als sie ihn zum ersten Mal gehört hatte.

Wegge gab sich vor den Delegierten selbstbewusst und kämpferisch und bekam für ihre Bewerbungsrede viel Beifall. „Der Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit steht über allem“, sagte sie – ob bei den Klimazielen oder einer erforderlichen Umverteilung. „Wir brauchen einen starken Sozialstaat, der die Bürger nicht zu Bittstellern macht und ihnen das Gefühl gibt, dass sie etwas verlieren können.“ Auch deshalb positionierte sie sich am Jahrestag des rassistischen Anschlags von Hanau mit neun Toten deutlich und forderte: „Wir als SPD müssen den Kampf gegen rechts noch stärker führen als wir es jetzt schon machen.“

Wegge ist geboren im Ruhrgebiet, aufgewachsen in Fürstenfeldbruck, sie ist Kunst- und Kulturveranstalterin, Juristin mit dem Ziel Arbeitsrichterin, seit 2013 in der SPD, verheiratet und Mutter einer zwei Monate alten Tochter. Dass sie deswegen die Kandidatur nicht mit voller Kraft ausüben könne, verneinte Wegge. „Ich habe richtig viel Lust auf Wahlkampf“, sagte die 31-Jährige und appellierte an die Genossen: „Seid mit mir zusammen mutig. Lasst uns ab morgen einen tollen Sommer miteinander verbringen.“

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