1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Germering

Um Klimaziele zu erreichen: Stadt braucht Photovoltaik und Geothermie

Erstellt:

Von: Klaus Greif

Kommentare

Bei Manhartshofen soll ein zehn Hektar großer Solarpark entstehen. Mit der Anlage könnten pro Jahr zehn bis elf Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Das entspricht laut dem Antragsteller etwa dem Jahresverbrauch sämtlicher Haushalte in der Gemeinde Dietramszell. Symbo Hopplahopp geht da gar nichts. Bürgermeister Josef Hauser
Eine Photovoltaik-Anlage © DPA

Die Nutzung von Tiefengeothermie und der Ausbau von Photovoltaik im Stadtgebiet sind die zwei wichtigsten Elemente, um die vom Bund gesetzten Klimaziele in Germering zu erreichen.

Germering – Das ist die Quintessenz des Klimanutzungsplan, der jetzt im Stadtrat vorgestellt wurde.

Das Institut für Systemische Energieberatung der Hochschule Landshut ist vor rund zwei Jahren mit der Erarbeitung des Energienutzungsplans beauftragt worden. Schon bei einer ersten Bestandsaufnahme im vergangen September hatte die Institutsleiterin Prof. Petra Denk erklärt, dass die Stadt vor allem ein Problem mit der Erzeugung thermischer Energie in Privathaushalten hat. 82 Prozent nutzen Wärme, die mit fossilen Energieträgern erzeugt wird.

Die Wärme

Institutsmitarbeiterin Katharina Zeiser bestätigte dies jetzt im endgültigen Bericht. Um die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 65 Prozent gegenüber denen von 1990 zu senken, muss Germering die Emissionen um ein Drittel reduzieren. Jeder Germeringer müsste im Jahr eine Tonne CO2 einsparen – in diesen Zahlen ist die Belastung durch Verkehr noch gar nicht enthalten.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen FFB-Newsletter.)

Die CO2-Reduzierung auf Null macht laut Katharina Zeiser bei der Stromerzeugung noch die wenigsten Probleme. Dies sei durch den massiven Ausbau von Freiflächen- aber auch von Dach-Photovoltaik machbar.

Auch die Windkraft dürfe man nicht abschreiben, sagte die Expertin. Auf Nachfrage von SPD-Sprecher Daniel Liebetruth, ob es nicht zu lange dauere, bis Windräder gebaut werden können, antwortete Zeiser: „Nein, das ist machbar – weil es aktuell den Zwang dafür gibt.“

Der Umstieg auf CO2-neutrale Wärmerzeugung wird Katharina Zauser zufolge schwieriger. Wichtigste Maßnahme sei hier der Einstieg in die Tiefengeothermie. Wenn diese realisiert wird, könne Germering 20 Prozent CO2 einsparen. Es sei deswegen wichtig, dass der Werkausschuss im Januar eine Machbarkeitsstudie dazu beschlossen hat.

Eine weitere Möglichkeit für eine nachhaltigere Wärmeerzeugung wäre laut Zeiser der Aufbau eines so genannten Niedertemperatur-Wärmenetzes - allerdings sei dies nur bei größten Neubauvorhaben empfehlenswert. Für das Kreuzlinger Feld, wie auch immer die künftige Bebauung ausieht, wäre dies sinnvoll. Bei Niedertemperatur-Wärmenetzen kommt das Wasser mit nur 30 Grad bei den Häusern an und wird dann mit Hilfe von Wärmepumpen auf die notwendige Temperatur gebracht.

Ladesäulen für E-Autos

Teil des Energienutzungsplanes ist auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos. Auch hier steht die Stadt vor einer größeren Aufgabe. Laut Zeiser braucht Germering bis zum Jahr 2030 rund 400 öffentliche Ladesäulen, um den Bedarf zu befriedigen. Aktuell sind es acht.

Der Bau dieser Ladestationen reicht dabei aber bei weitem nicht aus, fügte Energiereferent Christian Ganslmeier (CSU) an. Grund: Es fließe zu wenig Strom durch die verlegten Kabel. Er habe dies als Vorsitzender der Sozialstiftung beim aktuellen Bau von Hospiz und Frauenhaus selbst erlebt: Nicht einmal dafür habe der vorhandene Strom in der Unteren Nahofstraße ausgereicht. Man habe zusätzlich neue Leitungen verlegen müssen. Die Stadt müsse deswegen zusätzlich massiv in den Netzausbau investieren.

Die Stadträte beschlossen einstimmig, den Energienutzungsplan bei der weiteren Stadtentwicklung zu berücksichtigen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen zunächst bewertet und zeitnah ein Umsetzungsplan erstellt werden.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie auf Merkur.de/Fürstenfeldbruck.

Auch interessant

Kommentare