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In der Stadthalle bleiben die plätze leer.

Germering

Stadthalle stürzt in Corona-Finanzloch

  • vonHans Kürzl
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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch die Stadthalle getroffen. Leiterin Medea Schmitt betonte im Betriebsausschuss, ein regulärer Betrieb sei nicht möglich: Absagen und Stornierungen würden noch bis Frühjahr 2021 spürbar sein.

Germering„Die Absagen betreffen nicht nur den aktuellen Corona-Zeitraum“, betonte Stadthallenleiterin Medea Schmitt. Und nicht nur die Kultur. Als Beispiele nannte sie eine große Tagung im Bereich der Finanzbranche und einen Brandschutzkongress. Man müsse damit rechnen, dass es nicht bei den jetzt bekannten Absagen bleibe. „Die auch zu erwartenden konjunkturellen Einbrüche sind noch nicht absehbar“, sagte Schmitt zu den Ausschussmitgliedern. Schmitt verwies darauf, dass viele Firmen auf Videokonferenzen auswichen.

Insgesamt seien die entgangenen Einnahmen für die abgesagten Raum- und Saalbuchungen auf aktuell rund 250 000 Euro anzusetzen. Die Aufwendungen für die erhöhten Hygienebedingungen liegen derzeit bei 10 000 Euro. Wie sich die Kosten weiter entwickeln, kann noch nicht beziffert werden. „Das hängt von den weiteren behördlichen Vorgaben ab“, erläuterte Schmitt.

Kapazität sinkt beträchtlich

Angesichts der Hygienemaßnahmen erwartet die Stadthallenleiterin nicht nur eine veränderte Atmosphäre bei den Kulturveranstaltungen, sondern auch einen Rückgang der Einnahmen: Denn durch die vorgegebenen Bestuhlungspläne sinke die normale Kapazität um durchschnittlich 72 Prozent. „Unter diesen Bedingungen kann niemand voraussehen, wie sich das Verhalten des Publikums entwickeln wird“, so Schmitt. Weit auseinanderstehende Stuhlreihen und deutlich weniger Besucher würden die Interaktion zwischen Publikum und Künstlern verändern.

Erschwerend komme hinzu, dass während der Veranstaltungen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden müsse. „Zumindest nach aktuellem Sachstand“, wie Schmitt ergänzte. Von einem regulären Betrieb sei man jedenfalls sehr weit entfernt. Auch eine freie Platzwahl sei bis auf Weiteres nicht möglich.

Was passiert mit bereits gekauften Tickets?

Kompliziert gestaltet sich außerdem der Umgang mit bereits gekauften Tickets. Wer schon eine Karte hat, muss kontaktiert und informiert werden: Was ändert sich? Passt der neue Veranstaltungstermin? Schwierig ist das laut Schmitt bei Tickets, die im freien Verkauf abgesetzt worden sind. Bei Onlinekäufen könne man leichter an die Kulturinteressierten herantreten, sie über Änderungen informieren und Absprachen treffen.

Im Amadeussaal sind zum Beispiel derzeit nur 64 Besucher zugelassen. Wurden oder werden mehr Karten verkauft, kann in den Orlandosaal ausgewichen werden.

Doch Schmitt sieht Licht am Ende des Tunnels: Es werden mittlerweile wieder Anmietungen im Bereich der Erwachsenenbildung, etwa von der Volkshochschule, vorgenommen. Auch Prüfungen der Industrie- und Handelskammer finden statt. Ganz leer bleibt die Halle auch deshalb nicht, weil derzeit der Stadtrat dort tagt. Die Parteien können dort auch ihre politische Gremienarbeit leisten.

Als positiv bewertete Medea Schmitt außerdem, dass die meisten in der Corona-Krise abgesagten Veranstaltungen verlegt werden konnten: in den Herbst dieses Jahres und sogar bis in den Sommer 2021 hinein.

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