Freibad und Hallenbad haben wegen der Pandemie einen extremen Besucherrückgang zu verkraften. Das Foto zeigt Bäderleiter Gerd Felder am Tag vor der Öffnung im Juni im noch leeren Freibad.
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Freibad und Hallenbad haben wegen der Pandemie einen extremen Besucherrückgang zu verkraften. Das Foto zeigt Bäderleiter Gerd Felder am Tag vor der Öffnung im Juni im noch leeren Freibad.

Auswirkungen der Pandemie

Stadtwerke rutschen ins Corona-Minus

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die Corona-Pandemie hat die Stadtwerke teilweise hart getroffen. Die Betriebszweige Wasserwerk und Energieversorgung waren (und sind) zwar kaum betroffen waren. Um so mehr traf es das Hallenbad und das Freizeitzentrum mit Freibad und Polariom.

Germering – Der kaufmännische Leiter der Stadtwerke Michael Voss konzentrierte sich im Werkausschuss bei seinen Halbjahresbericht über die Entwicklung der Finanzen auf die Auswirkungen der Pandemie. Vor allem die Geschäftsbereiche Hallenbad und Freibad hätten deswegen enorme Ausfälle gehabt. Diese konzentrierten sich allerdings nicht nur auf den Rückgang der Eintrittsgelder wegen der Schließungen.

Beim Hallenbad hatte dies Voss zufolge noch eine ganz andere Folge: Weil weniger Besucher im Bad waren, musste die Wärmeversorgung durch das neben dem Bad stehende Blockheizkraftwerk gedrosselt werden. Das führte dann dazu, dass weniger Strom erzeugt und ins Netz eingespeist wurde. Das Bad ist zwar seit dem 9. September wieder geöffnet. Aber das wird laut Voss die Saison nicht retten können. Denn zugelassen sind wegen der Pandemie-Bestimmungen maximal 70 Besucher zur selben Zeit. Der zu erwartende Jahresverlust durch den Betrieb des Hallenbads wird deswegen auf rund 710.000 Euro geschätzt – eingeplant waren 608.000 Euro Verlust.

Beim Freibad sieht es ähnlich schlecht aus. Das Bad konnte bekanntlich erst Anfang Juni, also einen Monat später als ursprünglich geplant, öffnen. Die Besucherzahl war dann auch begrenzt. Gleichzeitig durften sich nur 2000 Menschen im Freibad aufhalten. Die Eintrittserlöse lagen dementsprechend weit hinter dem sonst Üblichen. Hinzu kam, dass der Sicherheitsdienst, der für die Umsetzung der Hygieneregeln eingesetzt wurde, rund 20.000 Euro kostete.

Das Polariom war dagegen im ersten Halbjahr noch nicht von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Als der Lockdown kam, stand nur noch ein Meisterschafts-Endspiel der Eishockey-Wanderers an. Die Besucherzahlen im öffentlichen Eislauf lagen bis dahin auf dem Niveau des Vorjahrs. Wie es im Polariom aber jetzt weiter gehen wird, steht in den Sternen. Zurzeit kann nicht gesagt werden, wann das Eisstadion wieder für die Allgemeinheit geöffnet wird.

Das Wasserwerk hat laut Voss trotz Corona alle anstehenden Arbeiten ausführen können. Auch der fällige Austausch der Wasserzähler in den Haushalten habe ohne Störung abgewickelt werden können. Zudem verkündete Voss für das Wasserwerk eine überraschende Sparmaßnahme. Eigentlich war geplant, noch im ersten Halbjahr ein neues Mehrzweckfahrzeug anzuschaffen. Es habe sich dann aber herausgestellt, dass das vorhandene alte Fahrzeug noch einmal repariert werden konnte. Mit dem Kauf kann also noch gewartet werden.

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