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Die Stadt hat sich mit einem opulenten Frühstück im Café Zenja des gleichnamigen Mehrgenerationenhauses bei den Schulweghelfern bedankt. Schulreferentin Barbara Hagmann (2.v.r.) glaubt, dass die ehrenamtlichen Helfer auch ein Mittel gegen das Parkchaos an den Schulen sein können.

Die Stadt sagt danke

Germering sucht verzweifelt Schulweghelfer

Die Stadt sucht händeringend nach zusätzlichen Schulweghelfern. Das wurde bei einem Frühstück im Café Zenja deutlich, bei dem OB Andreas Haas sich bei den aktiven Helfern für ihren Einsatz bedankte.

Germering Elf ehrenamtliche Helfer sind zurzeit im Stadtgebiet täglich im Einsatz, damit die Kinder sicher an einer der vier Grundschulen ankommen. Dass das eigentlich zu wenig ist, wurde beim Frühstücks-Dankeschön der Stadt im Café Zenja mehrmals angesprochen. Allerdings kann dieses Problem nicht so einfach gelöst werden. OB Andreas Haas: „Es ist schwer, Kandidaten zu finden.“

Die Schulweghelfer seien ein wichtiges Element, um dem Parkchaos vor den Schulen Einhalt zu gebieten, meinte die Schulreferentin des Stadtrates, Barbara Hagmann, bei dem Treffen im Mehrgenerationenhaus. Sie spielte damit auch auf die Zustände an, die der Merkur vor Kurzem für die Schule an der Kleinfeldstraße beschrieb. Die Helfer vermittelten auch das notwendige Vertrauen dafür, dass die Kinder auch zu Fuß sicher in die Schule kommen.

Die Eltern bekommen bei der Schuleinschreibung ein Informationsblatt mit sicheren Schulwegen, auf denen auch die Einsatzorte der Schulweghelfer eingezeichnet sind. Diese Wege können die Eltern vor Beginn des ersten Schuljahres mit ihren Kindern einstudieren.

Die Schüler geben den freiwilligen Helfern viel zurück

Christoph Prölß (68) erzählte im Gespräch, dass er gerne Schulweghelfer sei. Das liegt natürlich auch an der Wertschätzung seiner Tätigkeit, die er immer wieder erfährt. Am letzten Schultag vor den Sommerferien beispielsweise hätten ihm die Schüler Sonnenblumen mitgebracht. „Die, die sich keine Blumen leisten konnten, malten mir welche“, erinnerte sich Prölß. „Das sind Momente, die man nicht vergisst.“

Auch Rainer Zitzer mag seinen Job. Seit fünf Jahren hilft der 71-jährige den Schülern schon, wenigstens fünf Jahre soll es noch weiter gehen. „Mein erster Beruf war Hirte. Da gibt es gewisse Ähnlichkeiten“, erzählte Hitzer gut gelaunt. Seine letzte Karriere als Kraftfahrer bereitete ihn auf die Arbeit im Straßenverkehr vor. „Der Job ist wie für mich geschaffen“, scherzte er beim Frühstück.

Ehemalige Schüler winken ihm auch heute noch zu. Es seien echte Freundschaften entstanden. „Man ist auch ein wenig Seelsorger“, meinte Zitzer. Man sehe den Schülern an, wie der Tag gelaufen sei. Ein paar warme Worte würden manchmal Wunder wirken.

Die Schüler geben den Freiwilligen viel zurück. Als Zitzer einmal seine Brille vergaß, fiel das den Schülern sofort auf. „Die Kinder sind sehr nett zu uns“, findet er. „Es tut gut, eine erfüllende Aufgabe zu haben.“

Alle Helfer wissen um die Probleme mit dem motorisierten Verkehr

Zitzers und Prölß’ Arbeitstage beginnen um halb acht. Zitzer hilft den Schülern der Kleinfeldschule am Kleinen Stachus sicher durch den Verkehr, Prölß an der Flurstraße. Kurz nach acht endet die erste Schicht, um 20 nach elf beginnt die zweite. Bis 13.30 Uhr betreuen die beiden den Heimweg der Schüler. Fünf Mal pro Woche sind sie im Einsatz.

Zitzer richtet sogar seine Urlaube nach den Schulferien. „Meine Frau arbeitet noch, also verreisen wir getrennt“, sagt er mit einem Lachen. Einmal erlitt Prölß nach der Arbeit einen Kreislaufzusammenbruch. Sechs Tage später war er wieder im Einsatz. Für ihn war das selbstverständlich: „Ich mache das ja gerne.“

Das Foto zeigt den Roller-Parkplatz der Theresenschule – der massenhafte Einsatz diese Gefährte macht den Einsatz der Schulweghelfer nicht einfacher.

Zitzer und Prölß wissen wie alle anderen Helfer um die gestiegenen Probleme mit dem motorisierten Verkehr. Vor Kurzem habe ihn eine SMS-schreibende Autofahrerin fast umgefahren, weil sie beim Linksabbiegen die Fußgänger übersah, berichtete Zitzer. Prölß’ größter Wunsch ist der nach mehr Polizeipräsenz. „Einmal blieb ein Einsatzbus der Polizei am Kleinen Stachus liegen. Der Tag verlief sehr entspannt.“

Die Arbeit der Schulweghelfer wird auch erschwert durch eine Zunahme der Kinder, die mit einem Tretroller zur Schule fahren, weil sie noch keinen Fahrrad-Führerschein haben. An der Theresenschule haben sie deswegen sogar einen eigenen Abstellplatz dafür eingerichtet.

Helfer gesucht

Schulweghelfer erhalten eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 220 Euro. Wer Interesse hat und selbst aktiv werden möchte, soll sich bei der Stadtverwaltung an Martina Klein, Telefon (089) 89 41 91 14, wenden.

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