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Im April 1960 wurde die Metzgerei Makula in der Oberen Bahnhofstraße eröffnet. Der Vorgängerbetrieb der Familie war in der Otto-Wagner-Straße.

In Germering

Traditions-Metzgerei schließt für immer

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Die Metzgerei Makula gehört seit 1949 zu Germering. Damals eröffnete die aus Tschechien geflüchteten Eltern von Inhaber Rudolf Makula ihr Geschäft in der Otto-Wagner-Straße. 1960 zog die Metzgerei in die Obere Bahnhofstraße um. Bald ist auch dieser Laden Geschichte. Rudolf Makula schließt die Metzgerei für immer.

Germering – Wenn Rudolf Makula im März zum letzten Mal seinen Laden öffnet, geht eine lange Familientradition zu Ende. „Wir sind eine alte Fleisch-Linie“ kommentiert der Metzgermeister scherzhaft die Tatsache, dass die Makulas seit mehreren Generationen das Metzger-Handwerk ausübt. Bis zum Zweiten Weltkrieg im heutigen Tschechien, danach in Germering.

Gesundheit geht vor

Dass er diese Linie jetzt nicht weiterführt, hat mehrere Gründe. Als erstes führt der 57-jährige Metzgermeister seine Gesundheit an – den ungewollten Ruhestand wird er zunächst im Krankenhaus verbringen, wo ihm unter anderem Stents eingesetzt werden. Weil er ledig ist und keine Kinder hat, erledigt sich auch die Nachfolger-Frage – es gibt keinen.

Noch wenige Wochen, dann ist Schluss: Metzgermeister Rudolf Makula schließt seinen Betrieb.

Mit entscheidend für seinen Entschluss, das Geschäft jetzt zu schließen, waren aber vor allem Entwicklungen, die die Welt der Fleischer und Metzger in den vergangenen Jahren entscheidend ins Negative verändert hat. Angefangen habe alles mit dem Einstieg der Discounter ins Fleischgeschäft. „Dass Supermärkte eine Fleischtheke haben, damit konnten wir ganz gut leben,“ erzählt Makula. Aber die Dumping-Preise von Aldi, Lidl und Co. hätten den kleinen Metzgereien doch sehr stark zugesetzt. „Das ist immer schlimmer geworden“, sagt Makula.

Ein Blick in die Entwicklung vor Ort bestätigt das. Neben Makula ist nur noch die Metzgerei Rainer als eigenständiger Betrieb vor Ort tätig. Die Metzgerei Müller in der Hartstraße hat 2005 wegen Nachbarstreitigkeiten aufgegeben. Noch früher gab es noch Metzgereien beim Hartlwirt an der Dorfstraße und von Huber/Aigner an der Augsburger Straße.

Wachsende Bürokratie

Eine nicht weniger wichtige Rolle bei seiner Entscheidung haben Makula zufolge die immer strenger werdenden Auflagen des Veterinäramtes gespielt. Jede neue Regelung habe Investitionen in nicht geringer Höhe nach sich gezogen. Er habe deswegen schon vor zwei Jahren eine erste Konsequenz gezogen und die hauseigene Schlachterei geschlossen. Seitdem fährt er seine Tiere, die alle aus der Region stammen –Schweine aus Grunertshofen, Rinder aus Landsberied oder Meilling –, zum Brucker Schlachthof. Damit kommt er ganz gut zurecht. Allerdings sei der Stress für die Tiere bei diesem eher kleinen Betrieb schon deutlich höher als früher im eigenen Schlachtraum. Noch schlimmer sei es gewesen, als er bei der kurzzeitgen Schließung des Brucker Schlachthofes in einen großen Münchner Betrieb ausweichen musste.

Acht Arbeitslose

Wenn die Metzgerei Makula die Pforten für immer geschlossen hat, werden zunächst acht Angestellte arbeitslos. Drei Metzger, vier Verkäuferinnen im Laden und eine Küchenkraft müssen sich nach einer neuen Stelle umsehen. Sie sind alle schon seit Jahren zufriedene Mitglieder der Firma. Auch wenn vor allem die Metzger nach Einschätzung von Makula keine Probleme bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz haben werden, gehe ihm diese Entwicklung nahe. „Das ist schon hart.“ Es gehe aber nicht anders.

Auch für ihn selbst werde die Umstellung nicht einfach sein: „Ich mache das jetzt seit 42 Jahren. Das steckt man nicht einfach so weg.“

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