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Sechs Polizeistreifen suchten nach dem geistig kranken Mann.

Nächtlicher Einsatz dauert sieben Stunden

Vermisstensuche hält Polizei in Atem

Germering - Die Suche nach einem Vermissten hat die Polizei in der Nacht auf Mittwoch sieben Stunden lang in Atem gehalten. Der 28-Jährige ist schizophren und war abgehauen. Die Einsatzkräfte jagten ihm hinterher.

Eine 21-jährige Studentin aus Baden-Württemberg, ihre Schwester (23) und ihr Bruder (28) sind am Dienstagabend kurz vor 22 Uhr auf der A 96 unterwegs. Doch dann bekommt der Bruder, der unter Schizophrenie leidet, einen psychischen Schub – vielleicht auch, weil er derzeit seine Medikamente nicht nimmt. Jedenfalls fährt das Trio von der Autobahn runter und landet auf der Staatsstraße 2544. Die Schwestern halten an einem Parkplatz an – da springt der 28-Jährige aus dem Fahrzeug und rennt in Richtung Wald davon.

Sofort ruft die 21-Jährige bei der Germeringer Polizei an. Die Schwestern sind aufgelöst. Ihr Bruder hatte vor einigen Jahren einen Selbstmordversuch gemacht – deshalb machen sie sich jetzt besondere Sorgen.

Die Einsatzkräfte machen mobil. Der Wald Richtung Planegg wird mit sechs Streifenwagen – teilweise auch aus München – durchkämmt. Auch ein Hubschrauber ist im Einsatz. Dann rückt noch die Hundestaffel von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Starnberg und den Johannitern Dachau an. Die Waldflächen an der Staatsstraße Richtung Planegg sind groß und unübersichtlich. Stück für Stück kämpfen sich die Einsatzkräfte durch das Gebiet.

Die Mantrailer schaffen es schließlich mit ihren Tieren, die Fährte des Mannes aufzuspüren. Sie folgen der Spur bis zu einer Telefonzelle am S-Bahnhof Planegg. Dort ist aber Schluss – der Mann ist verschwunden. Mehr können die Einsatzkräfte nicht tun. Später wird klar: Der 28-Jährige steigt in eine S-Bahn nach München und dann in einen Regionalzug. Er fährt nach Hause zu seiner Mutter nach Baden-Württemberg. Um 3.45 Uhr in der Früh meldet sich die Mutter: Der 28-Jährige ist wohlbehalten daheim angekommen – alle atmen auf.

In Germering sorgt der nächtliche Einsatz für Aufregung. Etwa 15 Anrufer melden sich telefonisch bei der Polizei. Sie fragen, warum so viele Streifenwagen und ein Hubschrauber unterwegs sind. Auch in Planegg bekommen viele den Einsatz mit. „Der Einsatz hat uns die ganze Nacht beschäftigt“, sagt Andreas Ruch, Vize-Chef der Germeringer Polizei. „Schön, dass die Sache ein gutes Ende gefunden hat.“

Ruch lobt die professionelle Arbeit der Hundestaffel – wenn der Gesuchte nicht in die S-Bahn gestiegen wäre, hätte man ihn auf diese Weise gefunden. Für Polizei-Vize Ruch ist es klar, dass in so einer Nacht bei der Polizei einige Nachfragen von aufgeregten Bürgern eingehen, damit müsse man rechnen. „Die Anrufer haben sich aber nicht über den Lärm beschwert. Die waren einfach besorgt, dass so viel Polizeiwagen und auch noch ein Hubschrauber unterwegs waren. Das ist verständlich." (zag)

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