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In der Kirche herrschte fröhliche Stimmung.

In St. Jakob

Volle Kirche beim Weihnachtslieder-Singen

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Alle Jahre wieder – das ist nicht nur eines der bekanntesten Lieder für den Heiligen Abend. Alle Jahre wieder findet auch das offene Weihnachtslieder-Singen in St. Jakob statt. Mittlerweile ist es zum guten Brauch geworden.

Germering – Eine volle Kirche, auch wenn es sich nur um das kleine Gotteshaus St. Jakob in Unterpfaffenhofen handelt, ist eher die Ausnahme. Ernst Schusser, Leiter des oberbayerischen Volksmusikarchivs, gelang es aber beinahe mühelos, die Kirche zu füllen.

Weniger, weil er selbst Weihnachtslieder singt. Sondern weil er zum Mitsingen in einer Art und Weise einlädt, bei der man sich willkommen fühlt und die Scheu verliert, einen falschen Ton zu treffen. „Singen’s kräftig mit, dann meint der Nachbar, er singt richtig.“ Das sorgt für Lacher und lockert gleichzeitig die Stimmbänder beim Publikum, das quer durch die Generationen geht.

Schlechtes Wetter hält die Leute nicht auf

Organisatorin Gabriele Off-Nesselhauf (r.) und Claudia Harlacher an der Gitarre.

Gabriele Off-Nesselhauf, Organisatorin des gemeinsamen Singens, freut sich, dass trotz des ungemütlichen Wetters am vierten Advent so viele Menschen gekommen sind. Doch an draußen dachte nach ein paar Minuten keiner mehr. Denn Schusser und die gefühlvoll auftretende Gitarristin Claudia Harlacher wussten, wie man mit Weihnachtsliedern gute Laune macht und doch besinnlich auf den nahen Heiligen Abend vorbereitet. Schusser findet außerdem gut, dass sich die Kirchen für solche Veranstaltungen öffnen. „Die haben eine gesellschaftliche Aufgabe, die Leute zusammenzuführen“, sagt der Bezirks-Heimatpfleger in einem Ton, der die Mahnung angenehm umschmeichelt und doch bei den Besuchern ankommen lässt. „Gemeinsames Singen ist ein gutes Mittel gegen Einsamkeit.“

Zum Mitsingen kann man niemanden zwingen

Ernst Schusser animierte die Besucher in St. Jakob zum Mitsingen.

Auch ein wenig Pädagogik lässt Schusser mitschwingen – eher für die Erwachsenen. „Sie können für Ihre Kinder nichts besseres tun, als sie immer wieder dorthin mitzunehmen, wo man zusammen singt.“ Kinder würden daran Freude haben, auch wenn sie vielleicht nicht gleich mitmachen. Nur zum Mitsingen zwingen, das dürfe man nicht.Bei Schusser braucht das mit dem Mitmachen keinen allzu großen Anlauf. Er lässt die Sangesgemeinde in der Dorfkirche vormachen, wie Mutter- und Vaterschafe sowie deren Nachwuchs klingen. Das passt zu dem Motto, das Schusser immer wieder in den knapp 80 Minuten voransetzt: „Es muss nicht unbedingt richtig sein, es muss Spaß machen.“ Außerdem gebe es keine falschen Noten, „sondern nur Variationen.“ Das gilt auch für das 120 Jahre alte Lied „Geh mei Bruader, geh mit mir“, das in einzelnen Strophen sogar gepfiffen wird.

Zum zweiten Mal wird das Singen in die Kirche verlegt

Mesner Karljosef Schneider hatte wieder für den passenden Rahmen des gemeinsamen Singens gesorgt. Bereits am Vormittag des vierten Adventssonntags stand fest, die Veranstaltung in der Kirche stattfinden zu lassen – zum zweiten Mal nacheinander. In den drei Jahren zuvor hatte das gemeinsame Singen draußen zwischen Weihnachtsbaum und Jakobsbrunnen stattgefunden.

Am dem fröhlich-besinnlichen Miteinander soll festgehalten werden. „Wir freuen uns darauf, wenn Sie im nächsten Jahr wiederkommen“, so Bezirksrätin Off-Nesselhauf. Und Schusser steuert gleich noch ein weiteres Mittel bei, diese frohe Botschaft hinauszutragen in die Stadt. Ein wenig nimmt er dabei Anleihe an der Kirche. „Gehet hin“, fängt er und lässt dabei durchklingen, dass er damit „in Frieden“ meint. Doch Schusser hat andere Präferenzen. Und so schließt er: „Und singt.“

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