Ein Bild aus anderen Zeiten: Isolde Kirchner-Weiss vom Bündnis für Familie liest in der Buchhandlung LeseZeichen. Die Pandemie hat solche Aktionen heuer unmöglich gemacht. archivFoto
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Ein Bild aus anderen Zeiten: Isolde Kirchner-Weiss vom Bündnis für Familie liest in der Buchhandlung LeseZeichen. Die Pandemie hat solche Aktionen heuer unmöglich gemacht.

Germering

Vorlesetag fällt dem Virus zum Opfer

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Der bundesweite Vorlesetag wird auch in Germering zelebriert. Neben den Mittelschulen gibt es seit Jahren auch eine Initiative aus Politikern, Wirtschaft und sozialen Einrichtungen, die Vorleseaktionen vorbereiten und durchführen. Heute wäre es eigentlich so weit – wenn es keine Pandemie gäbe.

Germering – Isolde Kirchner-Weiss (Bündnis für Familie), Anita Schindler (Germeringer Insel), Katrin Schmidt (Buchhandlung LeseZeichen) und Eva Kuchler (Stadtratsreferentin für Familien und Frauen) haben seit Jahresbeginn in mehreren Treffen den diesjährigen Vorlesetag vorbereitet. Geplant war, die bisher üblichen Einzelaktionen zu bündeln und zusätzlich neue Teilnehmer und Vorleseorte zu finden. Am Ende standen neun unterschiedliche Vorleseorte fest, an denen auch öffentlich vorgelesen werden sollte.

Die neuerlichen Einschränkungen wegen der Pandemie haben alle Pläne über den Haufen geworfen. Eine Aktion am Abenteuerspielplatz, wo am Lagerfeuer gelesen werden sollte, kann ebenso wenig durchgeführt werden wie die vorgesehenen Vorlesungen im Rahmen des Opstapje-Projektes des Sozialdienstes – Gruppentreffen sind nicht erlaubt.

Weil das Café Zenja wegen Corona geschlossen ist, kann Bezirksrätin Gabriele Off-Nesselhauf auch nicht wie vorgesehen für Senioren lesen. Inselleiterin Anita Schindler hat dafür zwar Verständnis. Traurig stimmt sie die Absage aber dennoch, weil ihrer Meinung nach ein vorhandenes Hygienekonzept für Sicherheit gesorgt hätte. Auch das AWO-Familiencafé ist aus diesen Gründen als Veranstaltungsort ausgefallen.

In der Stadtbibliothek waren zwei Lesungen vorgesehen. Geplant war eine mehrsprachige Aktion der Asylkoordinatorin der Stadt und ein öffentliches Vorlesen mit Dritter Bürgermeisterin Sophie Schuhmacher. Auch mehrere Schulen hatten im Vorfeld die Beteiligung zugesagt – wegen der allgemein schwierigen Situation dort war eine weitere Planung nicht mehr möglich.

Übrig geblieben ist jetzt einzig der städtische Kindergarten Kleiner Muck. Hier soll in kleinen Gruppen auf mehrere Tage verteilt bei den Kindern die Lust auf Bücher geweckt werden.

Das Frauen- und Mütterzentrum (Frau MütZe) hat sich mit dem Bündnis für Familie ebenfalls etwas einfallen lassen. In den Kindergarten-Gewöhnungsgruppen und im Kurs „Wir machen Musik“ werden Lese-Rucksäcke verteilt. Auch die Buchhandlung LeseZeichen hat eine Alternative parat. Hier können sich Eltern heute, solange der Vorrat reicht, kostenlos kleine Vorlesetaschen abholen. Inhalt: Ein Bilderbuch und eine Überraschung.

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