Willie Tanner aus „Alf“ ist tot - er starb nach langer Krankheit

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Auch wenn wie hier an der Wittelsbacherschule mit Erweiterungsbauten neue Klassenzimmer geschaffe n werden, wird es bis 2032 an den Schulen eng werden.

Bald 50 000 Einwohner

Germering wächst und wächst - das bringt große Herausforderungen mit sich 

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Germering würde auch ohne Ausweisung großer Neubaugebiete auf 45 000 Einwohner im Jahr 2032 wachsen. Das erfordert den Bau neuer Schulen und Kinderhäuser - auf Germering kommt einiges zu.

Germering In der von der Stadt beauftragten demografischen Studie wird die Entwicklung beschrieben. Die Verfasser stellten im Stadtrat auch Möglichkeiten vor, wie Investoren an den Kosten der sozialen Infrastruktur beteiligt werden können.Vor zweieinhalb Jahren hat die Stadt den Auftrag zur Erstellung einer Untersuchung zur demografischen Entwicklung erteilt. Ziel war es laut OB Andreas Haas, eine bessere Datengrundlage für die weitere Schulentwicklung und die Planung der notwendigen sozialen Infrastruktur bei der Kinderbetreuung aber auch für Senioren zu erhalten. Diese Daten liegen jetzt vor. Sie zeigen vor allem eins: Auf die Stadt kommt einiges zu.

Wie der Bau neuer Schulen, Kindergärten, Sportstätten und anderer sozialer Einrichtungen mit einem München-ähnlichen Sobon-Modell (Soziale Bodennutzung) finanziell gestemmt werden kann, stellte Rechtsanwalt Klaus Hoffmann vor. Der Geograf und Städteplaner Volker Salm stellte die prognostizierte Entwicklung der Stadt und die notwendigen Erfordernisse vor. Die Daten für den Seniorenbereich werden in einer weiteren Sitzung vom AfA-Institut vorgestellt.

Einwohnerzahlen

Salm stellte zwei mögliche Entwicklungen der Stadt vor. Die Basis-Variante geht davon aus, dass keine größeren Neubaugebiete wie am Kreuzlinger Feld oder am Hochrainweg ausgewiesen werden. Dann hätte die Stadt im Jahr 2025 rund 43 100 Einwohner. Im Jahr 2032, dem Ende des Prognosezeitraumes, wären es dann 45 100.

In der so genannten Baulandvariante gibt es 2025 schon 44 800 und 2032 47 800 Germeringer. Salm geht dabei davon aus, dass am Kreuzlinger Feld Wohnraum für 1700 Menschen entsteht. Die möglichen Neubaugebiete schlagen am Hochrainweg mit 374, an der Harfe mit 322 und an der Richard-Wagner-Straße mit 82 neuen Einwohnern zu Buche.

Das Jahr 2025 ist für Salm eine wichtige Zwischenetappe. In diesem Jahr müssten die Zahlen noch einmal unter die Lupe genommen und notfalls angepasst werden.

Kinderbetreuung

Der Bedarf an zusätzlichen Plätzen im Kinderbetreuungsbereich ist laut Salm auch bei der gemäßigten Basis-Entwicklung hoch. Im Krippenbereich müssten bis 2025 201 neue Plätze gebaut werden – in der Baulandvariante sind es 230. Bis zum Jahr 2032 steigt die Zahl der notwendigen neuen Plätze auf 330 in der maximalen Variante (272 Basisvariante).

Bei den Kindergärten ist die Lage ähnlich. Hier fehlen bis zum Ende des Prognosezeitraums 557 Plätze, wenn die Stadt maximal wächst. Ohne Kreuzlinger Feld und die drei anderen Gebiete müssten 411 realisiert werden.

Schulen

Bei den Grundschulen geht Salm von einem Erweiterungsbedarf an allen vier Standorten aus. Bei der Baulandvariante müsste auf alle Fälle eine neue Schule entstehen. Die könnte dann aber aus Sicht von Salm auch genutzt werden, um die Platzprobleme an den anderen Einrichtungen zu lindern. Er stellt sich unter anderem vor, dass die Kerschensteiner Schule künftig nur noch eine Mittelschule ist. Das könnte an der Wittelsbacherschule, die zur Zeit ohnehin ausgebaut wird, Platz für die Theresen-Grundschüler bieten. Eine Sprengeländerung könnte dann auch die Kirchen- und Kleinfeldschule entlasten.

Ausbaubedarf sieht Salm auch für die weiterführenden Schulen. Hier sei aber der Landkreis gefordert, der zudem mit den Nachbar-Kreisen in Gespräche treten müsse. Das Platzproblem an den Gymnasien werde sich 2025 verschärfen, wenn mit dem wieder eingeführten G 9 ein kompletter neuer Jahrgang an den Schulen ist.

Folgekosten

Sollte sich der Stadtrat für ein Sobon-Modell entscheiden, empfiehlt Volker Salm eine Pauschalforderung je Quadratmeter Geschossfläche in Höhe von 74,40 Euro – den eigentlich errechneten Wert von 81,56 Euro würde er aus Gründen der Rechtssicherheit um zehn Prozent reduzieren. Die Landeshauptstadt setzt bei ihren Vorhaben Salm zufolge eine Pauschale von 100 Euro an.

Errechnet hat er dies für die vier größeren Bauvorhaben – nur für derartige konkrete Fälle ist diese Vorgehensweise möglich. Die Stadt könnte seinen Rechnungen zufolge bei den vier Baugebieten umlagefähige Kosten für die soziale Infrastruktur in Höhe von insgesamt rund 7,7 Millionen Euro geltend machen. Umgelegt auf die insgesamt entstehenden 94 500 Quadratmeter Geschossfläche errechnet sich der obige Wert. Wichtig ist laut Salm auch, dass die Stadt so genannte Bagatellgrenzen definieren sollte. Damit könnte man ausschließen, dass der klassische Eigenheimbau in ein Folgekostenverfahren gerät.

Die Diskussion

Die Höhe der Folgekosten-Pauschale spielte in der Diskussion der Stadträte eine wichtige Rolle. Oliver Simon (CSU) konnte nicht nachvollziehen, warum München trotz ähnlicher Grundstückspreise einen deutlich höheren Wert fordere. Agnes Dürr (Grüne) wollte auch vor dem Hintergrund der wahrscheinlich nicht sinkenden Baupreise auf den zehnprozentigen Abschlag verzichten.

Den Unterschied zu München erklärte Salm vor allem mit der Tatsache, dass in der Landeshauptstadt die weiterführenden Schulen in der Regel städtisch und nicht staatlich sind. Außerdem werden in München Kinderzahlen im Geschosswohnungsbau angesetzt, die Germering so nicht hat. Ein Vergleich mit Augsburg zeige zudem, dass es auch größere Städte mit geringeren Umlagen gibt: Die Fuggerstadt etwa berechnet als Pauschale nur 30 Euro.

Kindergartenreferentin Eike Höppner (SPD) war erschrocken über die Höhe der Bedarfszahlen, die schon bei der Basis-Variante in nächster Zukunft auf die Stadt zukommen. „Es muss eine neue Schule geben. Die kann aber nur im Kreuzlinger Feld gebaut werden. Und dann haben wir die Bauland-Variante.“ Städteplaner Salms Antwort: „Ja, auf Sie kommen Aufgaben zu, denen Sie sich stellen müssen.“

Investoren sollen sich an Kosten der sozialen Infrastruktur beteiligen

Die Beteiligung von Investoren an den Folgekosten für die soziale Infrastruktur ist nur unter bestimmten Vorgaben möglich. Fachanwalt Klaus Hoffmann erklärte im Stadtrat, dass dies einerseits nur für Neubauten gilt, für die ein Bebauungsplan existiert oder aufgestellt wird. Andererseits muss die Stadt ein konkretes Gesamtkonzept für diese Kosten aufstellen. Laut Baugesetzbuch können Kosten der Baulandentwicklung auf Private übertragen werden, wenn deswegen neue Kitas und Schulen aber auch Sportflächen notwendig werden. Der Zusammenhang zwischen den Aufwendungen der Gemeinde und dem Vorhaben des Bauträgers muss aber belegt werden. 

Sollte es sich wie in Germering um mehrere Bebauungspläne handeln, die umgesetzt werden sollen – Kreuzlinger Feld, Hochrainweg, Germeringer Harfe, Richard-Wagner-Straße –, muss die Stadt ein Gesamtkonzept der Folgekosten für die soziale Infrastruktur erstellen. Dieses muss aber Hoffmann zufolge „transparent, nachvollziehbar und kontrollierbar“ sein. In dieses Konzept könnten laut Hoffmann auch so genannte soziale Zielbindungen aufgenommen werden. Investoren könnten damit zum Bau von gefördertem Wohnraum verpflichtet werden. Auch eine Begrenzung der Miethöhe und eine Bevorzugung ortsansässiger Bewerber könnte so festgelegt werden. Die Stadträte haben am Dienstag einstimmig beschlossen, diesen Weg zu gehen. Die Verwaltung soll bis zum Juli einen Grundsatzbeschluss erarbeiten, wie die Stadt bei künftigen Baulandausweisungen vorgehen soll. Auch die Höhe der Folgekosten-Pauschale soll festgelegt werden.

Kommentar

Dass die Stadt seit Jahren enorm wächst, ist eigentlich nichts Neues. Spätestens mit der Geburt des 40 000. Germeringers vor drei Jahren ist dies jedem klar geworden. Jetzt sind es schon über 41 000 – und ein Ende ist nicht in Sicht. Auch ohne Bebauung des Kreuzlinger Felds kommt die Stadt den magischen 50 000 immer näher. Für die Stadt bedeutet dies eine gewaltige Anstrengung. Der Bau neuer Kindergärten und Schulen ist dringend notwendig. Unabhängig von den Kosten, an denen sich jetzt wohl private Investoren beteiligen sollen, steht hier die Frage im Raum: Wo sollen noch neue Kinderhäuser errichtet werden? Da ist noch viel Nachdenken notwendig und Phantasie gefragt. (Klaus Greif)

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