Germering

„Die Leute sind einfach zu unvorsichtig“: Polizei stellt mehr Internet-Abzocke fest

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In Germering lebt man sicher. Sorgen bereitet der örtlichen Polizei allerdings die weiter steigende Internetkriminalität: Immer öfter werden Leute abgezockt.

Germering – Gelegenheit macht Diebe: Was der Volksmund schon lange weiß, spiegelt sich auch in der Germeringer Kriminalstatistik wider. Denn Gelegenheiten zum Abzocken bieten die Einwohner der Großen Kreisstadt Kriminellen immer wieder. Tatorte sind aber nicht etwa der Bahnhof oder die Stadthalle – betrogen wird hauptsächlich im weltweiten Netz. Und das hat einen Grund: „Die Leute sind einfach zu unvorsichtig“, erklärte Polizei-Vize Andreas Ruch bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr. Noch immer ließen sich viele von allzu günstigen Schnäppchen dazu verleiten, jedes Misstrauen über Bord zu werfen. So werde etwa häufig der Kaufpreis für das Objekt der Begierde überwiesen – auf die Lieferung würde dann aber vergeblich gewartet.

Zahl der Straftaten insgesamt ist gesunken

Doch Ruch und Inspektionsleiter Jürgen Dreiocker hatten auch Erfreuliches zu berichten. Die Zahl der Straftaten insgesamt ist nämlich gesunken. Verzeichneten die Beamten im Jahr 2017 noch über 2200 Straftaten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 2079. Als besonders positiv werten die Chef-Ermittler den Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen. Mit fremden Federn wollten sich Ruch und Dreiocker aber nicht schmücken. Denn das man 2018 lediglich 24 Einbrüche verzeichnete (46 in 2016) liege vor allem an der neuen Gesetzgebung, die die meist osteuropäischen Banden abschrecke. Einbruch wird seit 2017 nicht mehr als Vergehen, sondern als Verbrechen gewertet. Statt nach Hause gehen Tatverdächtige jetzt meist in U-Haft.

Einbrecher suchen sich andere Geschäftsfelder

Der Illusion, dass die gewerbsmäßigen Einbrecher auf den Pfad der Tugend zurückfinden, gibt man sich bei der Polizei freilich nicht hin. „Diese Leute suchen sich andere Geschäftsfelder“, so Ruch – zum Beispiel das Internet. Zu tun haben es die Beamten aber auch natürlich weiterhin mit Einheimischen. So haben die Ermittler etwa eine Jugendbande im Auge, die immer wieder durch Schmierereien auffällt. „Diese Entwicklung werden wir im Auge behalten“, sagt Jürgen Dreiocker.

Fahrraddiebstähle

Im Auge behalten will die Germeringer Polizei auch ihre Aufklärungsquote. Die ist im vergangenen Jahr nämlich vom Allzeit-Hoch im Jahr 2017 mit fast 64 Prozent auf 60 Prozent gesunken. Das liege vor allem an der gesunkenen Zahl von aufgeklärten Fahrraddiebstählen sowie am Rückgang der Straftaten im Zusammenhang mit Drogen.

Insgesamt war die Germeringer Polizei 2018 für rund 65 000 Menschen in Germering, Gilching und Alling zuständig. Dabei fuhren die Beamten im vergangenen Jahr rund 5700 Einsätze. „Es war ein arbeitsreiches Jahr“, resümierte Inspektionsleiter Dreiocker. Und weniger wird die Arbeit auf keinen Fall. Denn seit Anfang März sind die Germeringer Ermittler aufgrund einer Neustrukturierung zusätzlich für Puchheim und Eichenau zuständig.

Ein Toter auf der B2

Germering und Umgebung boomen. Die Zahl der Einwohner steigt stetig. Vor diesem Hintergrund konnte Erich Heinz, bei der Germeringer Polizei für den Verkehr zuständig, Positives vermelden. Denn die Zahl der Unfälle bewegt sich im Vergleich zu den Vorjahren auf einem konstanten Niveau. 1003 Mal hat es im vergangenen Jahr auf den Straßen der Großen Kreisstadt gekracht. Der schlimmste Unfall ereignete sich am 19. Mai. Ein Motorradfahrer war zwischen Germering und Puchheim-Ort auf einen Lieferwagen aufgefahren, wurde auf die Gegenfahrbahn geschleudert und von einem Auto überrollt. Er starb noch an der Unfallstelle. 

30 Unfälle in der GEP-Garage

Insgesamt kamen im Zuständigkeitsbereich der Germeringer Polizei 204 Menschen zu Schaden. 2016 waren es noch 237. Auf konstantem Niveau bewegt sich die Zahl der Unfallfluchten. Hier zählten die Ermittler insgesamt 405. Aufgeklärt werden konnten davon immerhin 146. Als Unfallschwerpunkt gilt in Germering nach wie vor die Spange. Dort krachte es im vergangenen Jahr stolze 88 Mal. Aber auch die Tiefgarage des Einkaufszentrums GEP rangiert in der Statistik weit oben. Dort registrierten die Beamten insgesamt 30 Unfälle – dabei handelt es sich aber meist nur um kleinere Blechschäden.

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