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Radarmess-Anlagen wie diese gehören auch in Germering bald der Vergangenheit an. Die Stadt kauft für den Zweckverband der Verkehrsüberwachung ein neues Fahrzeg mit einer Stativ-Laseranlage.

Laser statt Radar

Das wird teuer: Verkehrsüberwachung braucht neues Auto

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die bei der Stadt ansässige kommunale Verkehrsüberwachung, an der noch sieben Kommunen beteiligt sind, muss tief in die Tasche greifen. Sie muss eine neue Tempo-Messanlage und ein dazugehöriges Fahrzeug kaufen, weil es für das bisherige System keine Ersatzteile mehr gibt. Kosten: rund 160 000 Euro.

Germering Die notwendige Investition für eine neue Tempo-Messanlage samt Auto habe die Stadt völlig unerwartet getroffen, berichtete Rechtsamtsleiterin Dagmar Hager im Hauptausschuss. Einer Mitarbeiterin der Verkehrsüberwachung sei bei einer Schulung mitgeteilt worden, dass die Ersatzteilgarantie der seit 2007 verwendeten digitalen Messanlage zum Jahresende auslaufe. Reparaturen könnten zwar noch bis Ende 2020 durchgeführt werden – allerdings nur, wenn es noch Ersatzteile dafür gibt.

Man habe auf diese Nachricht sofort reagiert und den Markt nach Alternativen erkundet, so Hager. Ergebnis: Radar-Messanlagen wie die seit zwölf Jahren fest in einem Fahrzeug der Verkehrsüberwachung eingebaute gibt es gar nicht mehr. Zugelassen seien nur noch Anlagen mit Lasertechnik.

Und was passiert mit dem berühmten VW-Caddy?

Die naheliegende Vorgehensweise, eine neue Laser-Anlage zu kaufen und sie im vorhandenen Messfahrzeug – ein VW Caddy, Baujahr 2014 – zu installieren, hat sich laut Dagmar Hager als problematisch herausgestellt. Der Einbau sei kompliziert, erfordert Umbauten am Fahrzeug und sei sehr kostenintensiv. Während der mindestens dreiwöchigen Umbauphase falle das Fahrzeug zudem für die Verkehrsüberwachung aus.

Als beste Lösung wurde deswegen der zusätzliche Kauf eines Neuwagens beschlossen. Unter Umständen, so die Verwaltung in der Sitzungsvorlage, können Fahrzeug und Messanlage im Paket gekauft werden. Es sei aber insgesamt mit Kosten in Höhe von rund 160 000 Euro zu rechnen. Der vorhandene VW Caddy könne nach Ausbau der Messanlage in den Bauhof-Fuhrpark übernommen werden.

Für den stolzen Preis gibt es eine so genannte Stativ-Anlage, die allen Anforderungen entspricht und die weitaus flexibler eingesetzt werden kann als die bisherige. Die Messtechnik ist hier wieder fest im Fahrzeug verbaut. Das Messgerät selbst befindet sich auf einem Stativ, das in der Nähe des Autos aufgestellt werden muss.

Diese Kommunen sind auch betroffen

Die Stadt muss sich an den Gesamtkosten gemäß der Vereinbarung mit den weiteren sieben Kommunen im Zweckverband mit rund 28 Prozent beteiligen. Das entspricht rund 48 000 Euro. Der Rest verteilt sich auf Eichenau, Emmering, Grafrath, Gröbenzell, Herrsching, Olching und Puchheim. Die Kommunen wissen laut Hager seit August Bescheid und haben Zustimmung signalisiert. In dieser Woche steht aber noch ein abschließendes Gespräch mit ihnen an.

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