Haben viel Arbeit und Herzblut in die Ortschroniken gesteckt: Friedrich Drexler (l.) und Manfred Spachtholz.
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Haben viel Arbeit und Herzblut in die Ortschroniken gesteckt: Friedrich Drexler (l.) und Manfred Spachtholz.

Ortschroniken zu Germering und Unterpfaffenhofen erscheinen am Montag

Zwei Bücher zur Geschichte der Altdörfer

  • Klaus Greif
    VonKlaus Greif
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Friedrich Drexler, Vorsitzender des Fördervereins für Heimatpflege, und Manfred Spachtholz haben ihre langjährigen Arbeiten an Ortschroniken für die Altdörfer Germering und Unterpfaffenhofen erfolgreich beendet.

Germering – Ab Montag, 2. November, sind die Chroniken zu kaufen. Als Mitautor zeichnet zudem Stadtarchivar Marcus Guckenbiehl verantwortlich – der Stadtarchivar hat sich um die Geschichte der Kirchen gekümmert. Herausgeber der 200 (Germering) und 120 (Unterpfaffenhofen) Seiten dicken Bücher ist die Stadt.

Mit Chroniken kennt sich der in Nebel lebende Friedrich Drexler aus. Seit 30 Jahren betreibt er Ahnenforschung. Er erkundete 16 Generationen der Familie seiner Frau, einer geborenen Heinzinger, deren Verwandtschaft und Vorfahren über den gesamten Landkreis verteilt sind. „Nebel und die Nebeler“ gibt es auch als Fotobuch, das allerdings nur privat vertrieben wurde.

Vor fünf Jahren begann Drexler dann damit, die Hofgeschichten von Unterpfaffenhofen, wozu Nebel gehörte, zu erkunden. Er arbeitete sich durch alte Kataster und Steuerbücher, befragte die Hofbesitzer und stöberte nach alten Fotos.

Die Ergebnisse präsentierte er vor drei Jahren in Vorträgen, die auf ein erstaunliches Interesse stießen. Das Stadtmuseum musste beispielsweise wegen Überfüllung geschlossen werden. Es gab Wiederholungen in der Stadthalle.

Manfred Spachtholz, der ebenfalls seit langem im Heimatverein aktiv ist, regte damals an, das Vorhaben auf Germering auszuweiten –und war fortan mit der Aufgabe betraut, sich darum zu kümmern. Die Ergebnisse der Germeringer Hofgeschichte waren auch als viel beachtete Serie im Merkur veröffentlicht.

Die Titelseiten der Chroniken hat Renate Müller vom Fotoclub gestaltet.

Die Idee, die gewonnenen Materialien in Buchform zu bringen, steht schon länger fest. Die Umsetzung war allerdings aufwendiger als gedacht, berichten beide im Gespräch. Alleine die notwendige Auflistung aller Quellen und der Nachweis der Fotohinweise sind mehr als eine Fleißarbeit gewesen.

Auch die Fragen, ob man ein oder zwei Bücher daraus mache und ob man es eher wissenschaftlich textlastig oder leicht konsumierbar als Fotobuch veröffentliche, erforderte zahlreiche Diskussionen und Absprachen. Am Ende einigten sich Spachtholz und Drexler auf zwei Bücher und einen Mittelweg – die Chroniken sind zwar reich bebildert, die Texte sind aber weitaus mehr als nur kurze Fotohinweise.

Dass Germering mit 200 Seiten um einiges umfangreicher rauskommt als Unterpfaffenhofen hat dabei einen ganz einfachen Grund: Es gab dort mehr Hofstellen und folglich auch viel mehr Material.

Die bis ins 17. Jahrhundert zurückgehenden Chroniken beschränken sich aber nicht auf die detaillierte Geschichte der einzelnen Hofstellen. Stadtarchivar Guckenbiehl präsentiert die Historie der alten Dorfkirchen und wartet dabei auch mit einigen bisher nicht bekannten Forschungsergebnissen auf. Eine Chronik der Vereine, die es ab dem 19. Jahrhundert gegeben hat, ist ebenfalls Teil der Bücher. Abgerundet werden sie durch historische Gerichtsprotokolle und Hofgeschichten, die unkommentiert im Wortlaut abgedruckt sind.

Ziel der Bücher soll es laut Drexler sein, die teilweise vergessenen Hofnamen in Erinnerung zu bringen, mit ausdrucksstarken historischen Bildern und mit den Hofchroniken vorhandenes Wissen zu sichern und zu dokumentieren und damit ein Bild der Urzelle der beiden Orte zu vermitteln.

Verkaufsstart

Die Ortschroniken gibt es ab Montag, 2. November, bei folgenden Verkaufsstellen: Förderverein für Heimatpflege, Bürgerbüro im Foyer des Rathaus, Zeit+Raum-Museum (geöffnet am Sonntag von 13 bis 17 Uhr) und Buchhandlung Lesezeichen, Gabriele-Münter-Straße 3. Das 200 Seiten starke Germering-Buch kostet 28 Euro, das Werk zu Unterpfaffenhofen ist für 22 Euro zu haben.

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