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Luise und Hans Alger sind seit 70 Jahren verheiratet. OB Andreas Haas überbrachte Glückwünsche und Geschenke der Stadt und von Ministerpräsident Markus Söder.

Gnadenhochzeit

Sie sind sich seit 70 Jahren treu

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Mit einer „Not-Hochzeit“ fing bei Luise und Hans Alger im Mai 1948 alles an.  Inzwischen ist das Germeringer Ehepaar seit 70 Jahren glücklich verheiratet.

Germering – Vielleicht ist das ja ein Geheimrezept dafür, wie eine Ehe 70 Jahre harmonisch halten kann: „Es war keine Liebe auf den ersten blick. Das war es sicher nicht“, gestand Luise Alger (91) bei der Feier zur Gnadenhochzeit im kleinen Kreis. Ehemann Hans nickt zustimmend, als sie fortfährt: „Das kam erst im Laufe der Zeit.“ Der fast 93-jährige Hans Alger hat noch eine andere Erklärung für ihr Eheglück parat: „Wir sind bis zur Silberhochzeit nicht in Urlaub gefahren.“ Allerdings nicht aufgrund von Unstimmigkeiten, sondern weil schlicht und einfach wegen des Hausbaus am Bildäckerweg das Geld fehlte.

Die Hochzeit im Mai 1948 war keine Liebesheirat

Kennengelernt haben sich die beiden in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs in Freiham: Der in Peiting geborene Hans Alger war dort als Landwirtschaftspraktikant tätig, Luises Vater, sie kamen aus Wörth, arbeitete als Schweißer auf dem Gut. Noch als 17-Jähriger wurde der junge Mann zunächst zum Arbeitsdienst und dann zur Wehrnacht ins besetzte Frankreich einberufen. Er überlebte das Kriegsende in Gefangenschaft und kam im August 1945 wieder nach Freiham zurück, wo er die Beziehung zu seiner Luise vertiefen konnte.

Die Hochzeit im Mai 1948 war dann aber immer noch keine Liebesheirat. Hans Ager bezeichnet sie als „Not-Hochzeit“: Um eine Zwei-Zimmer-Wohnung auf dem Hof des Maierwirts, dem späteren Hotel Mayer, wo er mittlerweile als Verwalter arbeitete, zu bekommen, war die Hochzeit Pflicht.

Auch in der Germeringer Kommunalpolitik war Hans Alger aktiv

Während Ehefrau Luise sich um die Erziehung von Tochter Renate kümmerte und zudem Mädchen für alles in Büro und Haushalt des Germeringer Architekten Walter Ehm war, änderte Hans Alger seinen Berufsweg Mitte der 1960er-Jahre noch einmal grundlegend. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass in Unterpfaffenhofen eine Rettungswache des Roten Kreuzes aufgebaut wurde. Nach entsprechender Ausbildung war er ab 1970 bis 1989 auch als hauptamtlicher Sanitäter aktiv.

Auch in der Kommunalpolitik war Hans Alger aktiv. Unter Bürgermeister Rudi Bay zog er in den 1970er-Jahren für die CSU in den Gemeinderat ein. Er erlebte auch die Fusion von Germering und Unterpfaffenhofen vor 40 Jahren hautnah mit. In der Amtszeit von OB Peter Braun hatte er in den 1990er-Jahren ein kurzes Comeback im Stadtrat, als er als Nachrücker des verstorbenen Wolfgang Waldner in das Gremium einzog. Nach seinem Rückzug aus der Kommunalpolitik blieb er im Seniorenbeirat aktiv, dem er auch eine geraume Zeit vorstand. Noch heute gestaltet Alger aktiv den Seniorentreff im Roßstall. Nicht nur das nötigte OB Andreas Haas beim Gratulationsbesuch Riesenrespekt ab: „Du bist aktiv und agil wie eh und je. Wahnsinn.“

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