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Tausende Gratis-Parkscheiben halten Ines Ziegenhorn und ihre Kolleginnen an den AEZ-Kassen bereit.

Im GEP dürfen Autos nur noch drei Stunden stehen

Kampf gegen Wildparker in Einkaufspassage

Einkaufskorb und -Liste gehören für viele zur Standardausrüstung, wenn sie zum Supermarkt fahren. Mittlerweile sollte auch die Parkscheibe mit an Bord sein. Immer mehr Supermärkte sehen sich gezwungen, die Parkzeiten ihrer Kunden zu begrenzen – jetzt auch das GEP in Germering.

Mehr als 400 Parkplätze gibt es unter dem GEP. Trotzdem fanden Kunden zuletzt wegen ausufernder Dauerparkerei oft keinen Stellplatz mehr.

Germering – Im Bauch der Germeringer Einkaufspassagen (GEP) wird es eng. Wer zu den Stoßzeiten einen Parkplatz in der Tiefgarage sucht, muss trotz der mehr als 400 Stellplätze schon mal eine Extrarunde drehen. Das liegt zum einen daran, dass immer mehr Kunden in das bis auf den letzten Quadratmeter vermietete Einkaufszentrum drängen. Ein Grund für die Parkplatznot im Untergrund ist aber auch, dass viele Autofahrer die Tiefgarage als kostenlosen Langzeitparkplatz betrachten.

„Es werden immer mehr“, sagt AEZ-Geschäftsführer Udo Klotz. Deshalb zog er jetzt die Notbremse. Seit 1. März gilt im GEP die Parkscheiben-Regelung. Wer dort seinen fahrbaren Untersatz abstellt, muss seine Ankunftszeit dokumentieren – andernfalls bekommt er einen Strafzettel. Udo Klotz ist davon alles andere als begeistert. Doch das sei die einzige Möglichkeit, allen Kunden auch weiterhin Parkplätze anbieten zu können.

Denn die Tiefgarage im GEP werde regelmäßig von Bewohnern der angrenzenden Hochhaussiedlung genutzt. „Manche haben sogar ihre eigenen Parkplätze vermietet und stellen ihre Autos dann bei uns ab.“ Das will Klotz erfahren haben. Auch über Nacht, wenn die Garage eigentlich geschlossen ist, stünden regelmäßig Autos dort. Und es würden immer mehr. „Das spricht sich schnell rum“, sagt der Geschäftsführer.

Als Vorbild für die neue Regelung dienen die AEZ-Märkte in der Buchenau in Fürstenfeldbruck sowie im Ikarus-Park in Puchheim. In der Amperstadt hätten die Pendler des nahen S-Bahnhofs die Garage regelmäßig geflutet, in Puchheim die Angestellten des Gewerbegebiets. Seitdem an diesen beiden Standorten Parkscheiben Pflicht sind und die Parkdauer auf drei Stunden begrenzt ist, habe man wieder genügend freie Stellplätze für die Kunden. Auch andere Supermärkte wie etwa Lidl in Fürstenfeldbruck hätten mit der Parkscheibenpflicht gute Erfahrungen gemacht, so Klotz.

Über 100 Hinweisschilder informieren über die neue Regelung.

Um die Kundschaft auf die neuen Regeln aufmerksam zu machen, hat Klotz über 100 Hinweisschilder in der Germeringer Tiefgarage anbringen lassen. Niemand soll sagen können, nichts von der Neuerung gewusst zu haben. Und auch eine Parkscheibe müsse sich niemand extra anschaffen. An den Supermarkt-Kassen bieten die Mitarbeiter den Kunden Gratis-Exemplare an. Mehrere tausend hat Klotz dafür angeschafft.

Abzocke sei das nicht, sagt der Supermarkt-Chef. Das Unternehmen, das die Regelung überwacht, sei ein seriöses. „Wir wollen unsere Kunden ja nicht verärgern“, so Klotz. Und auch die Höhe der Geldstrafe sei beschränkt. „Wir sind an der unteren Grenze.“

von Tobias Gehre

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