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Vorstellung des archäologischen Jahrbuchs im Zeit+Raum-Museum (v.l.): Andreas Haas (OB), Marcus Guckenbiehl (Stadtarchivar), Wilhelm Wagner (Schatzmeister der Gesellschaft für Archäologie), Bernd Päffgen (Vorsitzender der Gesellschaft für Archäologie) und Sebastian Sommer (Landesamt für Denkmalpflege). 

Archäologisches Jahrbuch vorgestellt

Germeringer Funde sind einzigartig

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Germering – Das neue Jahrbuch des Landesamts für Denkmalpflege und der Gesellschaft für Archäologie in Bayern ist im Zeit+Raum-Museum vorgestellt worden. Der Grund: Ein wichtiger Beitrag im Band ist den frühmittelalterlichen Funden an der Steinbergstraße gewidmet.

„Das Archäologische Jahr in Bayern“ erschien erstmals 1981, damals mit den Berichten über die wichtigsten Grabungen des Jahres 1980. Die Reihe wird seitdem jährlich durch einen neuen Band ergänzt. In der aktuellen Ausgabe berichten mehr als 100 Autoren in 69 Beiträgen von den wichtigsten Ergebnissen bodendenkmalpflegerischer Maßnahmen des Jahres 2015. Der Landkreis ist mit dem Beitrag „Frühmittelalter unter der Kreuzung – Ein Gräberfeld und Siedlungsbefunde aus Germering“ vertreten.

OB Andreas Haas ging in seiner Begrüßung auf die Bedeutung der archäologischen Funde und Befunde für eine Identifikation mit der Großen Kreisstadt ein. Gerade für Germering, eine relativ junge, sehr schnell wachsende Stadt ohne historisch gewachsenes Stadtzentrum, seien unter diesem Gesichtspunkt die im Boden verborgenen Schätze umso bedeutender. Er selbst war bei der archäologischen Grabung an der Steinbergstraße vor Ort und konnte sich dort über die ersten Ergebnisse informieren.

Sebastian Sommer, Abteilungsleiter für praktische Denkmalpflege im Landesamt (BLfD), betonte die Wichtigkeit der zahlreichen Bodenfunde in Bayern, die durch die zunehmende Bautätigkeit bedroht werden. So fanden alleine 2015 in Bayern 650 archäologische Maßnahmen unter der fachlichen Aufsicht des BLfD statt. Die wichtigsten davon sind im vorgestellten Band als Vorberichte enthalten. Die Ausgrabung der frühmittelalterlichen Grabgruppe in der Steinbergstraße, bei der ungewöhnlich reiches Ausstattungsmaterial gefunden wurde, gehört mit dazu.

Sommer wies aber auch auf die vordringliche Aufgabe des Landesamtes hin, Bodendenkmäler nach Möglichkeit nicht auszugraben, sondern zu schützen und für kommende Generationen zu erhalten. Er lobte dabei vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Stadtarchäologie Germering, vor allem mit Stadtarchivar Marcus Guckenbiehl. Germering nimmt innerhalb der bayerischen Städte und Gemeinden eine Sonderstellung ein, da hier die Funde und Befunde aus dem eigenen Stadtgebiet durch eine schnelle Bearbeitung und Ausstellung dem Bürger zeitnah im eigenen Museum zugängig gemacht werden.

Bernd Päffgen, Vorstand der Gesellschaft für Archäologie in Bayern und Professor am Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Ludwig-Maximilians- Universität, wies auf die herausragenden Funde eines Frauengrabes in der Steinbergstraße hin. In dem Grab aus der Mitte bis Ende des 7. Jahrhunderts nach Christus fanden sich unter anderem goldgefasste Amethyst-Ohrringe, die aufgrund der Längsbohrung der Steine vermutlich ursprünglich zu Schmuckgegenständen aus dem Frühmittelalter gehörten. In ähnlicher Form seien sie am Kaiserhof in Byzanz beziehungsweise dem Königshof der Merowinger in Paris getragen worden. Dies spräche dafür, dass es sich bei den Bestattungen unter der Steinbergstraße um den Friedhof einer frühmittelalterlichen Adelsfamilie handelt, die sich in einem separaten Areal bestatten ließ.

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