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Haus ohne Namen: Das Jugendzentrum am Aubinger Weg heißt momentan nur „Jugendbegegnungsstätte II“.

Outback

Jugendzentrum bleibt vorerst namenlos

Die Posse um den Namen des Jugendzentrums am Aubinger Weg geht weiter. Nachdem eine gleichnamige Stiftung aus Düsseldorf die Stadt aufgefordert hatte, die Bezeichnung „Outback“ nicht mehr zu nutzen, haben sich Jugendliche und Betreuer neue Namen überlegt. Im Sozial- und Jugendausschuss kamen die aber gar nicht gut an. Deshalb geht die Namenssuche weiter.

Germering – Seinen Besuch im Rathaus hatte sich Juz-Leiter Thomas Grüner wohl anders vorgestellt. Mit drei neuen Namen für das Jugendzentrum am Aubinger Weg im Gepäck nahm der Sozialpädagoge vor dem versammelten Sozial- und Jugendausschuss Platz, um stolz die ausgearbeiteten Vorschläge zu präsentieren. Die hatten der Juz-Leiter, seine Mitarbeiter, Jugendreferentin Sandra de Brecey und die vielen jugendlichen Besucher der Einrichtung in einem wochenlangen Prozess erarbeitet. „Der Name muss schließlich in die Sprache der Jugend passen“, sagte Grüner. Gleichzeitig müsse die Bezeichnung aber auch der Öffentlichkeit vermittelbar sein. Vorschläge wie „Kanakut“ oder „Assibude“ habe man deshalb von vornherein aussortiert. Am Ende blieben drei Namen übrig: „Aufgramt“, „CoTo“ und „Junto“.

„Wir haben Besseres zu tun, als ewig nach einem neuen Namen zu suchen.“

Bei den Ausschuss-Mitgliedern hielt sich die Begeisterung über die Vorschläge allerdings in sehr engen Grenzen. „Die Geschmäcker sind ja verschieden“, sagte Oliver Simon (CSU). Mit den vorgeschlagenen Namen konnte der Christsoziale nichts anfangen. Auch Eike Höppner (SPD) war nicht sonderlich glücklich mit den Angeboten. Bei „Junto“ müsse sie sofort an die chilenische Militär-Junta denken, „Aufgramt“ lasse den Schluss zu, dass man Jugendliche aufräumen müsse. Letzteres Argument konnte Johann-Alois Pichelmaier (CSU) nicht nachvollziehen. „Als Ur-Bayer finde ich es schon schade, dass man aufgramt nicht sagen darf“, so der Christsoziale.

Sein Fraktionskollege Oliver Simon brachte auch einen eigenen Vorschlag. „Au-Bäck“ als Anspielung auf den Aubinger Weg könnte er sich gut vorstellen. Das wiederum rief Sophie Schumacher auf den Plan. Zwar stelle es ihr als Germanistin bei den vorgeschlagenen Namen die Zehennägel auf – dass im Ausschuss über die Köpfe der Jugendlichen hinweg ein neuer Name bestimmt wird, wollte sie aber nicht akzeptieren. Deshalb stellte sie den Antrag, an diesem Tag keine Entscheidung zu treffen. Vielmehr sollten Grüner und die Jugendlichen neue Vorschläge ausarbeiten. Mit neun zu fünf Stimmen votierten die Ausschuss-Mitglieder für diese Idee.

Wirklich begeistert ist Sozialpädagoge Thomas Grüner von diesem Votum nicht. „Wir haben Besseres zu tun, als ewig nach einem neuen Namen zu suchen.“ Gleichwohl müsse man die demokratische Entscheidung aber natürlich respektieren. Die Suche nach einem neuen Namen für das ehemalige Outback beginnt also wieder von vorne.

Warum das Germeringer Jugendzentrum nicht mehr Outback heißen darf

Dass sich das Germeringer Juz einen neuen Namen suchen muss, liegt an der Outback-Stiftung in Düsseldorf, einem freien Träger der Jugendhilfe. Dessen Vorstand Klaus Kotzan, ist die ganze Sache höchst unangenehm, wie er auf Nachfrage sagt. Doch die Stiftung sei ein gebranntes Kind.

Vor rund zehn Jahren habe er Post aus Washington bekommen. Anwälte des National Geographic Channel hätten ihn abgemahnt – das Logo der Stiftung gleiche dem des Senders zu sehr. Daraufhin habe man das Logo geändert und sich den Begriff Outback patentrechtlich schützen lassen.

Seine Anwälte hätten ihn allerdings belehrt, dass man die Einhaltung des Patents auch überwachen müsse, um den Schutz nicht zu verlieren. Nur deswegen habe er von den Germeringern gefordert, die Bezeichnung Outback nicht mehr zu verwenden.

von Tobias Gehre

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