Stadträte und Mitarbeiter der Verwaltung informierten sich am Dienstag über die Arbeiten an der Wittelsbacher Schule.

Neubauprojekt

Germeringer Schüler lernen bei Baulärm

Die Arbeiten an Germerings größtem Bauprojekt schreiten voran. In den Sommerferien haben Arbeiter die Turnhalle, das Hausmeisterhaus und einen Verbindungsgang auf dem Gelände der Wittelsbacher Schule abgerissen. Jetzt wird parallel gebaut und gelernt – für die Schüler ist das nicht immer einfach.

So wird die neue Wittelsbacher Schule einmal aussehen. Das Projekt soll 2023 abgeschlossen sein und über 30 Millionen Euro kosten.

Germering – Wo sich noch vor wenigen Wochen die Schüler tummelten erstreckt sich jetzt eine Trümmerwüste. Es sind die Überreste der alten Turnhalle, die im Keller ein Lehrschwimmbecken beherbergte. Noch gut zwei Wochen werden die Arbeiter damit beschäftigt sein, die Reste des alten Gebäudes abzutransportieren. Ende Oktober sollen dann die Arbeiten am ersten von zwei Bauabschnitten beginnen.

Der Verbindungsgang zwischen Mittel- und Grundschule ist bereits abgerissen.

Geplant ist zunächst die Errichtung zweier neuer Einfach-Turnhallen, die Erweiterung der angrenzenden Theresen-Grundschule sowie der Bau einer so genannten Betreuungsbrücke. In dem zweigeschossigen Bau, der die Turnhallen überspannen wird, sind Räume für die Mittagsbetreuung der Grundschule, den integrativen Hort sowie einen Familienstützpunkt vorgesehen. Außerdem soll in dem Gebäude während der geplanten Generalsanierung und der Erweiterung der Mittelschule vorübergehend Unterricht stattfinden. Die Betreuungsbrücke bekommt einen direkten und barrierefreien Zugang von der Wittelsbacherstraße aus. Mit dem Bau soll 2018 begonnen werden, die Fertigstellung ist für August 2020 geplant.

Die direkt benachbarte Theresen-Grundschule wird um einen vierstöckigen Anbau erweitert. Die Stadt rechnet mit stetig steigenden Schülerzahlen. Deshalb komme man um den Anbau nicht herum, erklärte Peter Obermayer vom städtischen Hochbau bei einer Baustellenbegehung am Dienstag. In dem neuen Gebäude sollen weitere Klassenzimmer, Gruppenräume, ein Mehrzweckraum, eine Bibliothek und so genannte Multifunktionsflächen unterkommen. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2019 geplant.

Im zweiten Bauabschnitt nehmen sich die Bauarbeiter dann die Mittelschule vor. Sie wird generalsaniert und erweitert. Auch hier sind Multifunktionsflächen für neue pädagogische Konzepte angedacht. Auch die Küche soll wachsen. Wegen der steigenden Schülerzahl rechnet die Stadt damit, dass dort künftig täglich rund 400 Mahlzeiten zubereitet werden müssen. Im August 2022 soll auch dieser Bauabschnitt beendet sein.

Bis zur Fertigstellung müssen Schüler und Lehrer ihr Schulleben flexibel gestalten. Immer wieder müssen die Kinder und Jugendlichen in fertig gestellte Bereiche umziehen, damit die Arbeiter die nächsten Abschnitte in Angriff nehmen können. „Dadurch können wir auf Ausweichquartiere verzichten“, erklärt Obermayer.

Mit Einschränkungen müssen die Schüler trotzdem leben. Wie Grundschul-Rektorin Monkia Lassak berichtet, habe der Hausmeister einmal einschreiten müssen, weil der Lärm der Abbrucharbeiten den Unterricht stark beeinträchtigt habe. Deshalb sei die Abbruchfirma aufgefordert worden, lärmintensive Arbeiten auf den Nachmittag zu verlegen, erklärt Peter Obermayer. Auch die Anwohner werden in den nächsten Jahren mit Beeinträchtigungen leben müssen.

Für den Umbau muss Germering tief in die Tasche greifen. Architekt Peter Oppenheimer geht von Gesamtkosten in Höhe von rund 33 Millionen Euro aus. Weil der Abriss aufwändiger als gedacht ist, könnte es allerdings ein wenig teurer werden.

von Tobias Gehre

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