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Germeringer Stadtgeschichte sorgt für volles Haus

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Das Altdorf ist die Keimzelle des modernen Germering. In einem Vortrag haben die Fördervereine für Heimatpflege und das Stadtmuseum jetzt die Wurzeln der Großen Kreisstadt präsentiert – ein echter Publikumsmagnet.

Germering – Die Veranstalter hatten das große Interesse bereits erahnt. Ein ähnlicher Vortrag über Unterpfaffenhofen zog die Menschen in Massen an. Deshalb hatte man den relativ großen Lena-Christ-Saal in der Stadthalle gebucht. Doch selbst der platzte aus allen Nähten. Rund ein Viertel der etwa 150 Besucher verfolgte den zweistündigen Vortrag im Stehen. „Ich bin sehr erfreut über das Interesse an der jüngeren Geschichte Germerings“, sagte Ludwig von Meyer, Vorsitzender des Fördervereins Stadtmuseum. Doch auch er war überrascht von dem Andrang. Daher kündigte er, noch bevor das erste Wort des Vortrages gefallen war, eine Wiederholung an. „Das wird wohl im Frühjahr 2019 stattfinden“, so von Meyer.

Beim Streifzug durch das Altdorf übernahm der Vorsitzende des Fördervereins für Heimatpflege Unterpfaffenhofen-Germering, Friedrich Drexler, den Teil für die Augsburger- und Schmiedstraße. Manfred Spachtholz beschrieb die Dorfstraße und Germerings Stadtarchivar Marcus Guckenbiehl gewährte einen Einblick in die Geschichte der Dorfkirche St. Martin.

Dass man die Entwicklung des früheren Germering, das 1852 von Starnberg in das königliche Bezirksamt Bruck kam, so anschaulich verfolgen kann, ist vor allem dem 1970 verstorbenen Fotografen Georg Walch zu verdanken. Der lichtete etwa zwischen 1930 und 1940 alle Straßen des Altdorfs ab. So entstanden auch Fotos, die nicht nur Gebäude und Wege zeigen. Mit einem Schmunzeln präsentierte Drexler ein Dokument, das einen Melkkurs der Milchgenossenschaft zeigt. „Mit Frauen und Männern zusammen“, erklärt Drexler.

Auch den Hartlwirt in der Dorfstraße 52 griff der Vortrag auf. Dabei zeigte sich gut, wie aufmerksam die Besucher, unter denen sich kaum jüngere befanden, den Vortrag verfolgten – auch die, die stehen mussten. „Nicht weit vom Bahnhof weg“, hatte sich das frühere Ausflugslokal angepriesen. Gelächter im Saal, Drexler reagierte darauf: „Nah ist eben relativ.“

Dass der Lauf der Zeit optische Veränderungen auf den Höfen mit sich brachte, wurde ebenfalls ersichtlich. Viele sind um 1650 erstmals erwähnt. Doch an manchen Gebäuden nagte der Zahn der Geschichte kaum. Der Hof des Schustermartl, 1842 abgebrannt und gleich wieder aufgebaut, gilt als das älteste noch stehenden Haus in Alt-Germering.

Doch neben den vielen Details über die Höfe, ihre Entwicklungen und die familären Verbindungen, streuten die Referenten immer wieder kleine Meilensteine in der Entwicklung Germerings ein. So erfuhren die Besucher, dass 1898 Telegrafenmasten Einzug in die Augsburger Straße hielten. Dies ergänzte Stadtarchivar Guckenbiehl mit der Entwicklung von St. Martin. „Die Kirche war bei aller Entwicklung und baulichen Veränderung stets das zentrale Gebäude des Dorfes.“ Der Stadtarchivar beschrieb an dieser Stelle ebenfalls die Marquardtkapelle – ein ehemaliges Beinhaus, das 1776 für kirchliche Zwecke umgebaut worden war.

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