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Will bleiben wie er ist und auch seinen Humor nicht verlieren: OB Andreas Haas mit einem Purzelbaum schlagenden Kasperl aus seiner Kindheit, den er für die Spielzeug-Ausstellung im Zeit+Raum-Museum zur Verfügung stellte.

Rück- und Ausblick des Rathaus-Chefs

„Wir gehen unseren Weg weiter“

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Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Im Gespräch mit dem Münchner Merkur erzählt Germerings Oberbürgermeister Andreas Haas, was für die Stadt wichtig war und wichtig wird.

-Herr Haas, das Jahr 2017 wirkt im kommunalpolitischen Rückblick relativ ereignisarm. Germering scheint sich in ruhigen Fahrwassern zu befinden. Täuscht dieser Eindruck?

So ereignisarm war das Jahr nicht. Wir haben gemeinsam mit dem Stadtrat und der Verwaltung viele Projekte auf den Weggebracht. Große Themen waren ebenso dabei wie kleine. Die Erweiterung von Theresen- und Wittelsbacher Schule ist beispielsweise eine der größten Investitionen, die wir je hatten. Eher weniger beachtete aber auch wichtige Dinge sind der Auftrag zur Erstellung eines Fahrradkonzeptes, die Schaffung von hauptamtlichen Gerätewarten bei den Feuerwehren und die Sanierung der Bibliothek. Ich glaube, wir haben viele Dinge auf den Weg gebracht, die Germering weiterbringen und von denen die Bürger etwas haben. Es war also kein ereignisarmes Jahr, aber ein ruhiges. Wir arbeiten im Stadtrat konzentriert und zielorientiert zusammen.

-Ein eher formaler Akt hat sich erst vor wenigen Tagen ereignet: Das Bundesverwaltungsgericht hat in der Sache Morigl gegen den von der Stadt aufgestellten Bebauungsplan entschieden. Wie geht’s jetzt weiter?

Ich habe ja schon nach dem Urteil gesagt, dass wir jetzt erst einmal die schriftliche Begründung abwarten müssen. Ich gehe aber weiter davon aus, dass uns die Richter eine Handlungsanweisung geben werden, wie wir den Bebauungsplan aufstellen sollen. Ansonsten gibt es dazu im Moment nichts Neues.

Das Germeringer Hallenbad wird wohl 2019 und 2020 erweitert

-Der Stadtrat hat den Auftrag für Erweiterung und Ausbau des Hallenbads an die Sieger des  Architektenwettbewerbs erteilt. Auf was dürfen sich die Germeringer freuen?

Die Erweiterung ist ja vor allem notwendig geworden, weil das Lehrschwimmbecken an der Wittelsbacher Schule, das es dort 50 Jahre lang gab, stillgelegt wurde und jetzt im Zuge der Schulerweiterung abgerissen worden ist. Ein solches Becken ist wichtig, auch weil immer weniger Kinder schwimmen können. Das neue Becken am Hallenbad wird aber nicht nur für die Schulen benötigt. Es wird ja auch von verschiedenen Gesundheitssport-Gruppen genutzt. Eine weitere sehr wichtige Komponente beim neuen Hallenbad wird der Eltern-Kind-Bereich sein. Wir wollen ja eine familienfreundliche Stadt sein. Und da gab es am Hallenbad ja bislang kein adäquates Angebot. Die Erweiterung war jedenfalls eine sehr gute Entscheidung, das wird ein Zugewinn für alle Germeringer. Beim Zeitplan möchte ich mich jetzt nicht festlegen. Ich hoffe aber, dass die Planungen nächstes Jahr komplett abgeschlossen werden. Dann wird 2019 und 2020 gebaut. Wobei das Bad dann ja nicht durchgehend geschlossen wird. Allerdings gibt es bei so einem Vorhaben immer Beeinträchtigungen.

-Die Entwicklung des Stadtzentrums ist ja mit dem Ausbau des Kleinen Stachus nicht beendet, wie und vor allem wann geht es weiter?

Wir haben ja für die Zentrumsentwicklung einen Ideen- und einen Realisierungswettbewerb durchgeführt. Der Realisierungswettbewerb betrifft den Bereich zwischen dem Bahnhof und der Landsberger Straße. Das Problem ist, dass es sich hier ausnahmslos um private Grundstücke handelt. Wir sind bei der Umsetzung der Siegerpläne des Wettbewerbs also auf die beiden Eigentümer angewiesen. Wann es hier weitergeht, kann ich deswegen noch nicht sagen. Beim Ideenwettbewerb handelt es sich nur um eine Vorstellung davon, wie der Bereich an der Stadthalle künftig aussehen soll. Hier ist insofern Bewegung in die Sache gekommen, als dass der neue Besitzer der Germeringer Harfe angekündigt hat, das Gebäude aufwerten zu wollen. Auch die City-Galerie soll ja abgerissen und neu gebaut werden. Da müssen wir jetzt sehen, dass wir gemeinsam mit beiden Eigentümern die Pläne koordinieren.

Eine große Feier zum 25. Jubiläum der Germeringer Stadthalle gibt es 2019

-Die Stadt hat vor allem in Sachen Kinderbetreuung und Modernisierung und Ausbau der Schulen jede Menge teure Projekte am Laufen. Ausgerechnet jetzt sind unerwartet die Einnahmen aus der Gewerbesteuer gesunken. Stehen der Stadt schwere Zeiten bevor?

Wir stehen mit unseren Vorhaben natürlich vor großen finanziellen Herausforderungen. Aber zunächst einmal muss ich feststellen: Uns geht es aktuell wirtschaftlich gut. Der Rückgang bei der Gewerbesteuer im Jahr 2017 im Vergleich zu 2016 ist ja nur deswegen so auffällig, weil 2016 ein großes Ausnahmejahr war. Wir haben da ein Rekordniveau erreicht, das schwierig zu halten war. Den jetzigen Rückgang können wir ja teilweise durch höhere Einnahmen bei der Lohn- und Einkommensteuer kompensieren. Trotzdem gehen wir unseren vor Jahren eingeschlagenen Weg weiter, sorgfältig und gewissenhaft zu planen und aufmerksam zu beobachten, was passiert. Auch der Konsolidierungsausschuss des Stadtrates besteht ja weiter. Mehr kannst du nicht tun. Wir haben jedenfalls alles, was man braucht, im Haushalt untergebracht, der Anfang nächsten Jahres beraten wird.

-Die Stadthalle wird 2018 25 Jahre alt. Können sich die Germeringer auf eine große Feier freuen?

Wir werden das feiern, klar. Stadthallenleiterin Medea Schmitt wird sicher etwas Schönes auf die Beine stellen. Auch wegen der Fußball-Weltmeisterschaft gibt es eine große 25-Jahr-Feier erst im Jahr 2019 – wenn die Bauarbeiten damals etwas sorgfältiger über die Bühne gegangen wären, wäre dies auch das tatsächliche Jubiläumsjahr geworden.

„Man darf zudem nie den Humor verlieren und muss auch mal lachen können“

-Sie begehen nächstes Jahr Ihr zehntes Dienstjubiläum als Oberbürgermeister. Wie kann man dieses Jahrzehnt in wenigen Worten zusammenfassen? Wie geht es weiter?

Ich habe immer Wert darauf gelegt, pragmatische Lösungsansätze zu finden, und kommunikativ zu sein. Im Gespräch mit Bürgern oder Vereinen kann man mehr erreichen als mit dem Schreiben von Briefen. Man darf zudem nie den Humor verlieren und muss auch mal lachen können. Ich werde mich jedenfalls nicht ändern. Wichtig ist auch, dass einem immer klar ist, für wen man arbeitet: Für Germering, für die Leute die hier leben. Das gilt auch für die Verwaltung und den Stadtrat. Wie es mit Germering weiter geht, ist schwer zu sagen. Klar ist nur, dass wir nicht um jeden Preis weiter wachsen wollen.

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