Das Forum der Stadthalle wird vor allem für Ausstellungen genutzt. Einmal im Jahr wollten die Grünen den Raum in einen Sitzungssaal für den Stadtrat verwandeln. Damit wollten sie mehr Bürger für die Stadtratsarbeit interessieren. 

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Germerings Stadtrat tagt weiter nur im Rathaus

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Der Stadtrat und seine Ausschüsse tagen in der Regel wöchentlich im Sitzungssaal des Rathauses. Das Interesse der Bevölkerung an den öffentlichen Sitzungen ist relativ gering. Die Grünen wollten deswegen einmal Jahr im Forum der Stadthalle tagen. Ihr Antrag wurde jetzt aber klar abgelehnt.

Germering – Der Sitzungssaal im 6. Stock des Rathauses war schlechter besucht als üblich, als der Antrag der Grünen auf Verlegung einer Sitzung in die Stadthalle diskutiert wurde. Nur ein Besucher saß als Zuhörer im hinteren Bereich des Saales und statt den üblicherweise mindestens zwei Vertretern der Presse war nur einer anwesend.

Dass so wenig Germeringer die Möglichkeit wahrnehmen, die Arbeit der gewählten Stadträte zu verfolgen, ist Grünen-Fraktionssprecherin Agnes Dürr ein Dorn im Auge. Als einen Grund führte sie jetzt im Ausschuss an, dass der Gang in den Sitzungssaal für viele Germeringer ein unüberwindbares Hindernis darstelle.

Ein Umzug in das Forum der Stadthalle könnte dies zumindest einmal im Jahr ändern, so Dürr. Dort könnten die Türenbei schönem Wetter zum Therese-Giehse-Platz geöffnet werden und so auch zu spontanen Besuchen einladen. Einmal im Jahr sollte man dies tun und so auf die Bürger zugehen. Sollte es aus Termingründen heuer nicht funktionieren, wäre sie auch mit einem Termin in einem Jahr zufrieden. Daraus wird allerdings nichts. Alle Parteien und Gruppierungen außer den Grünen lehnten den Vorschlag ab.

OB Andreas Haas gab zu bedenken, dass bei Themen, die die Menschen bewegen, die Sitzungen durchaus gut besucht werden. Ob der Umzug einmal im Jahr in die Stadthalle das Interesse grundlegend ändern werde, bezweifelte der Rathauschef dagegen stark.

Oliver Simon (CSU) konnte nicht nachvollziehen, wo die von Agnes Dürr genannten unüberwindbaren Hürden liegen: „Wer kann und will, der findet uns.“ Auch SPD-Fraktionssprecher Robert Baumgartner sah dies so. Emil Schneider (CSU) ergänzte die Argumente mit dem Hinweis darauf, dass der Sitzungssaal „toll renoviert“ worden sei. Es sei nicht nachvollzuziehen, wenn man dann in die Stadthalle umzieht und dafür auch noch etwas bezahlen muss.

Die Verwaltung hatte nämlich vorgerechnet, dass nur das Ausstatten des Saales mit der Konferenztechnik und einer bei Beamer-Präsentationen notwendigen Verdunklung einmalig rund 2000 Euro kosten würde. Hinzu käme der personelle Aufwand für den Auf- und Abbau.

Im Sitzungssaal des Rathauses ist der Verwaltung zufolge für einen reibungslosen Ablauf folgende Ausstattung installiert: Bestuhlung mit Tischen für Stadträte, Bestuhlung für Zuschauer, Bestuhlung mit Tischen für Mitarbeiter der Verwaltung, Bestuhlung mit Tischen für die Presse, feste Mikrofone für Stadträte, bei Bedarf Handmikrofon bei Bürger, Beamer und Leinwand für Präsentationen, Abdunklungsmöglichkeit des Raumes und eine induktive Höranlage.

Zudem erinnerte die Verwaltung in der Sitzungsvorlage daran, dass der Stadtrat während des Umbaus des Sitzungssaals im Amadeussaal der Stadthalle tagte. Und seit einiger Zeit finden im Nachtasyl des Hauses auch die Sitzungen des Betriebssausschusses statt. Ein Anstieg bei den Besucherzahlen sei in beiden Fällen nicht zu erkennen gewesen.

Kommentar: 

Es mag frustrierend sein, wenn zu den Stadtratssitzungen im Rathaus in der Regel höchstens zwei bis drei Zuhörer kommen. Klar wäre es schöner, wenn sich mehr Bürger für die oft spröde Stadtpolitik interessieren würden. Auf der anderen Seite ist es aber so, dass bei bestimmten Themen die Besucherplätze alle besetzt sind. Die persönliche Betroffenheit lockt dann mehr Menschen als gewohnt. Wenn ihr Thema abgehandelt ist, verlassen sie den Sitzungssaal aber ganz schnell wieder. Deswegen ist es ein Irrtum zu glauben, ein Wechsel ins Forum der Stadthalle würde reichen, um das Interesse zu steigern.

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