Demo gegen Kiesabbau: Rund 30 Vertreter der Bürgerinitiative „Rettet den Würmtaler Wald“ empfingen die Stadträte am Dienstag vor dem Rathaus.

Germering/Planegg

Geschlossener Widerstand gegen Mega-Kiesgrube im Wald

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Die Stadt Germering lehnt den beantragten Kiesabbau der Gräfelfinger Firma Glück auf rund 28 Hektar im Waldgebiet südlich von Gut Streiflach ab. 

Germering – Eine entsprechende Stellungnahme im Zuge des von der Regierung von Oberbayern eingeleiteten Raumordnungsverfahrens hat der Stadtrat am Dienstag einstimmig verabschiedet.

Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau gegründet

Vor dem Rathaus wurden die zur Sitzung kommenden Stadträte von einem Empfangskomittee erwartet. Rund 30 Vertreter der Bürgerinitiative „Rettet den Würmtaler Wald“, die nach Bekanntwerden der Kiesabbaupläne Anfang Juni in Martinsried gegründet worden war, machten mit Plakaten, Bannern und Spruchbändern gegen das Vorhaben Stimmung.

Kinder skandieren: Rettet den Wald

Die vielen Kinder, die mit dabei waren, skandierten immer wieder „Rettet den Wald“. Große Überzeugungsarbeit mussten die fast ausschließlich Germeringer Demonstranten nicht leisten. OB Andreas Haas begrüßte sie und meinte, dass der Stadtrat zwar frei in seiner Entscheidung sei. Er und die Verwaltung plädierten aber für eine negative Stellungnahme: „Wir lehnen das ab.“

Deshalb lehnt Germering den Kiesabbau ab

So kam es dann auch. Ohne große Diskussion stimmten die Stadträte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zu. Begründet wird die ablehnende Haltung vor allem mit der Tatsache, dass das betroffene Waldgebiet im Kreuzlinger Forst östlich der Anschlussstelle Germering Süd der Lindauer Autobahn einen hohen Erholungs- und Freizeitwert für die Germeringer Bürger habe. Von der versprochenen Rekultivierung der abgeholzten Fläche erwartet sich das Bauamt nicht besonders viel: „Es wird Jahrzehnte dauern, bis die Fläche qualitativ wieder der Freizeit, der Erholung und dem Lärm- und Straßenschutz dienen kann.“

Verfahren für den Kiesabbau als unverantwortlich bezeichnet

Der Bund Naturschutz (BN) und der Umweltbeirat hatten der Stadt im Vorfeld ausführliche ablehnende Stellungnahmen zukommen lassen, die nach Ansicht von OB Andreas Haas als eigenständige Bewertungen abgegeben werden sollten. Sophie Schumacher (Grüne) lobte die Beiträge des Beirats und des BN ausdrücklich. Eike Höppner (SPD) nannte das ganze Raumordnungsverfahren eine Zumutung. Aus Sicht von Bezirksrätin Gabriele Off-Nesselhauf (CSU) ist das Verfahren sogar unverantwortlich. „Wir verurteilen Länder, die Urwald abholzen. Und dann kommt so was.“ Man müsste noch viel stärker dagegen protestieren.  kg

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