Der Rohbau des Hospizes in Germering.
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Der Neubau des Hospizes in Germering ist im ersten Stock angekommen.

Seit dem Frühjahr läuft der Bau

Gesellschaft wappnet sich für Hospiz-Betrieb

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Der Bau des Hospizes an der Unteren Bahnhofstraße geht zügig voran. Die Organisation des Betriebes übernimmt die gemeinnützige Hospiz Germering gGmbH.

Germering – In diesem Frühjahr hat der Bau des Hospizes und Frauenhauses begonnen. Die Voraussetzungen dafür sind aber schon vor sechs Jahren geschaffen worden. Gabriele Strobl hat 2014 die Max-und-Gabriele-Strobl-Stiftung mit dem Ziel gegründet, ein Hospiz mit stationärer Versorgung zu ermöglichen. Auch das Frauenhaus gehört zu ihren Wünschen.

Das notwendige Grundstück an der Unteren Bahnhofstraße 22 stellte sie ebenfalls zur Verfügung. Die Germeringer Sozialstiftung verwaltet die Strobl-Siftung treuhänderisch und ist gleichzeitig Bauträger des neuen Hospizes. Die gemeinnützige Hospiz Germering gGmbH bereitet alles für die geplante Eröffnung im April 2022 vor.

Nach Fertigstellung des Gebäudes werden die Räumlichkeiten für das Hospiz an die eigens dafür gegründete gemeinnützige gGmbH vermietet. Die Sozialstiftung unterstützt den Bau mit dafür vorgesehenen Stiftungsgeldern.

Die Gesellschaft kümmert sich bereits vor der Eröffnung um ein voll funktionsfähig ausgestattetes Hospiz. Darunter fallen die finanzielle Planung und die Einrichtung des Hospizes, die Entwicklung eines Netzwerks mit Partnern und anderen Hospizen, die Einstellung der medizinischen, pflegerischen und psychosozialen Fachkräfte und vieles mehr. Sobald die ersten Gäste in das Hospiz einziehen, sind die Mitarbeiter der Betreibergesellschaft für die Beratung, Begleitung und Versorgung der schwerstkranken und sterbenden Menschen verantwortlich.

Sina Muscholl (l.) und Elizabeth Braams sind die Geschäftsführerinnen der Hospiz-Betreibergesellschaft.

Geschäftsführerin Elisabeth Braams und ihre Stellvertreterin Sina Muscholl engagieren sich auch im Hospizverein. Sina Muscholl ist als Beisitzerin in den Vorstand des Vereins gewählt worden.

Das Hospiz ist für zehn unheilbar kranke und sterbende Menschen ausgelegt. Der Einzugsbereich umfasst die Landkreise Fürstenfeldbruck, Dachau und Starnberg und verbessert damit wesentlich die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen. Zusätzlich stehen im 3. Obergeschoss des Hauses Mitarbeiterwohnungen zur Verfügung.

Die Kosten der stationären Hospizversorgung werden zu 95 Prozent von der jeweiligen Kranken- und Pflegekasse übernommen. Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2009 sind die schwerstkranken Gäste von einem Eigenanteil befreit. Dennoch gelingt die vollständige Finanzierung des Hospizes im laufenden Betrieb nicht. Laut Elisabeth Braam ist die stationäre Einrichtung dauerhaft auf Eigenmittel und Spenden angewiesen.

Der Neubau wächst: Auch wenn zwischendurch der kleine Kran wegen neuer technischer Probleme seinen Dienst verweigert hat, ist der Bau des Hospizes mit Frauenhaus im ersten Obergeschoss zügig weitergegangen. Im Haupthaus sind alle Außenwände und die tragenden Innenwände fertiggestellt, im Südflügel alle Hospizzimmer bis auf das westlichste Zimmer aufgemauert und mit Filigrandecken versehen. Im Nordflügel nähert sich das Erdgeschoss seiner Fertigstellung – es fehlt noch die Nordwand, für die gerade die Schalung aufgerichtet wird, der südliche Teil der Erdgeschoßdecken ist dort allerdings schon vorhanden. Im Erdgeschoss des Haupthauses konnte schon ein Teil der Spindelstützen entfernt werden – man bekommt nun einen guten Eindruck von den Dimensionen der Räume.

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