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Er hat sie angefasst

Opa gesteht Missbrauch der Enkelin

Germering – Weil er sein Enkelkind mehrmals missbraucht hat, wurde ein nahe Leipzig lebender 67-jähriger Rentner am Brucker Amtsgericht zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Der Mann hatte schon nach den ersten Vorwürfen der in Germering lebenden Tochter eingestanden, sich an dem kleinen Mädchen vergangen zu haben. Die Taten geschahen teils in seinem Haus bei Leipzig, teils in der Wohnung der Eltern des Mädchens in Germering – und zwar immer dann, wenn er in Abwesenheit der Eltern auf das Mädchen aufpassen sollte. Er streichelte das Kind im Genitalbereich, küsste es und forderte es zu sexuellen Handlungen auf.

Sein Alter und vor allem sein Geständnis haben den Angeklagten vor dem Gefängnis bewahrt. Die Staatsanwältin und die Vertreterin der Nebenklage hatten beantragt, ihn für zwei Jahre und sechs Monate hinter Gitter zu schicken. Doch das Schöffengericht beließ es bei der Bewährungsstrafe.

Ohne das Geständnis des 67-Jährigen wäre das Verfahren wohl eingestellt worden. Denn ein Glaubwürdigkeitsgutachten hatte die Aussagen des Kindes als nicht glaubhaft eingestuft. „Wie häufig in solchen Fällen“, so die Richterin in der Urteilsbegründung.

67-Jähriger soll nicht pädophil sein

Nicht geklärt werden konnte, warum es zu den Übergriffen gekommen war. Der 67-Jährige war nicht vorbestraft, vor und nach den Übergriffen war auch niemals etwas vorgefallen. „Ich denke, Pädophilie ist nicht vorhanden“, stand für den Verteidiger fest.

Die Folgen der Übergriffe aber sind massiv. Das Mädchen ist von einem fröhlichen, unbelasteten Kind zu einem mit erheblichen Kontakt- und Konzentrationsproblemen geworden, wie ihre Betreuer aus Schule und Hort schilderten. Um die Übergriffe des Opas aufzuarbeiten, ist die Kleine in Behandlung. Die Therapeutin attestiert ihr eine posttraumatische Belastungsstörung. Ob das Kind die Übergriffe jemals folgenlos verarbeiten kann, ist nicht gesichert.

Dem Angeklagten wurde vom Gericht ein Kontaktverbot zum Mädchen auferlegt. Zudem muss er eine Sexualtherapie antreten und seiner Enkelin in Raten 10 000 Euro bezahlen, damit diese ihre Therapie fortsetzen und bezahlen kann. 

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