Glückwunsch: Zweiter Bürgermeister Wolfgang Andre gratuliert Elsa und Georg Moser im Namen der Stadt zur Gnadenhochzeit. foto/Repro: Weber

70 Jahre 

Gnadenhochzeit bahnte sich schon in der Kindheit an

Germering – Jedes Ehepaar stellt nach vielen gemeinsamen Jahren ihre ganz eigene Formel auf, wie das gemeinsame Glück so lange halten konnte. Für Elsa (90) und Georg Moser (93) heißt das Rezept: „Gegenseitiger Respekt.“ Und dieser bescherte den Jubilaren nun ein seltenes Ereignis: Das Paar feierte gestern Gnadenhochzeit.

Begonnen hatte alles weit vor den nunmehr 70 Ehejahren. Im zarten Alter von fünf Jahren zog die aus München stammende Elsa nach Erding und wurde Nachbarin von Georg Moser.

So sah das Paar vor 70 Jahren aus.

Während des Zweiten Weltkrieges trennten sich die Wege der beiden jungen Menschen vorerst. Er wurde in die Wehrmacht eingezogen und im Kaukasus stationiert. Sie war als Nachrichtenhelferin in Oslo tätig. Als er dann nach einer leichten Verletzung im Lazarett in Wien untergebracht wurde, kam sie ihn kurzum besuchen. Hier bahnte sich bereits die gegenseitige Liebe an.

Ende April 1945, wenige Tage vor Kriegsende, kamen dann die Mutter und drei Schwestern Elsas bei einem Bombenangriff ums Leben. Trost und Zugehörigkeit suchte und fand sie bei ihrem späteren Ehemann Georg. An den Tag, an dem sie dann zueinanderfanden, kann sich der Jubilar noch gut erinnern: „Als ich auf dem Weg zur Post war, hat sie mein Profil erblickt, ist mir um den Hals gefallen und ich habe ihr ein Bussi gegeben“, erzählt der rüstige Rentner.

Kurz darauf wurde am 19. Juli 1946 in Erding geheiratet. Wenige Jahre später zog dann das Paar nach Herrsching, hier kamen die drei gemeinsamen Kinder Waltraud (Traudel), Roswitha und Heidi zur Welt. Aus diesem Grund blieb Elsa, eine gelernte Frisörin, bei den Mädchen daheim. Ehemann Georg, erst Kaufmann in einer Bank, danach Buchhalter und Finanzberater, war von seinem Beruf sehr vereinnahmt.

Daher dauerte es auch einige Jahre, bis das Paar seine Hochzeitsreise nachholen konnte. Mit dem Schiff ging es 1967 nach Tunesien. Ansonsten waren die Eheleute viel auf Reisen, vor allem seit Ehefrau Elsa einen Führerschein hat. „Sie hat ihn zwar erst mit 39 gemacht, ist dann aber bis 80 ohne Unfall durchgefahren“, erzählt Georg, der der eigentlich Nutznießer war: Er konnte sich die Reiseziele aussuchen und seine Frau ist gefahren.

Auf der Suche nach einem Eigenheim kam das Ehepaar 1969 nach Germering, wo es bis heute lebt. Auch wenn die Gesundheit inzwischen nicht mehr selbstverständlich ist, so tut das der Liebe keinen Abbruch. Selbst bei Rehaaufenthalten weicht Ehemann Georg seiner Elsa nie von der Seite. 

von Matthias Kast

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wenn der Landsberieder Stammtisch zum Tatort wird
Ein gestandener Stammtisch hat ein Schild, das etwas hermacht. In Landsberied war der Wirtshaus-Treff aber zu voreilig. Für seine Platzmarkierung hat er das Wappen der …
Wenn der Landsberieder Stammtisch zum Tatort wird
100 000 Euro Schaden nach Küchenbrand in Puchheim
Auf dem Herd vergessenes Essen hat am Samstag ein Feuer in einer Puchheimer Wohnung ausgelöst. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck ermittelt.
100 000 Euro Schaden nach Küchenbrand in Puchheim
Sozialer Wohnungsbau neben alter Molkerei
 Der soziale Wohnungsbau in Mammendorf nimmt konkretere Gestalt an. Nachdem die Gemeinde zunächst mit einigen Partnern geliebäugelt hat, wie Bürgermeister Josef Heckl …
Sozialer Wohnungsbau neben alter Molkerei
Beim Kinderhaus-Anbau läuft alles nach Plan – sogar das Wetter
Eigentlich war der Rohbau für die Erweiterung des Kinderhauses in Jesenwang schon Ende letzten Jahres fertig. Doch Bürgermeister Erwin Fraunhofer verlegte das Richtfest …
Beim Kinderhaus-Anbau läuft alles nach Plan – sogar das Wetter

Kommentare