Stadtarchäologie

19 Grabungen in einem Jahr

Germering - Die Neugestaltung des Kleinen Stachus war auch für die Archäologen des Stadtmuseums ein großes Ereignis. Viel Arbeit war angesagt – aber auch Tempo.

Ein Vierteljahrhundert erst liegt die Erhebung Germerings zur Stadt zurück. Seitdem hat man sich auch intensiver damit beschäftigt, der Geschichte der Stadt archäologisch auf den Grund zu gehen. „25 Jahre Stadtgeschichte sind auch 25 Jahre Archäologie“, sagte Marcus Guckenbiehl auf der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Stadtmuseums.

Rund 19 archäologische Maßnahmen gab es im vergangenen Jahr. Dazu zählte der Stadtarchäologe auch die Arbeiten am Kleinen Stachus. Die bezeichnete er als herausfordernd. Für die Öffentlichkeit spektakulär seien die Ergebnisse jedoch nicht gewesen, auch wenn es etwa in der Hartstraße Funde aus der Eisenzeit, die in Europa zwischen dem 7. Jahrhundert vor Christus und der Zeitenwende lag, gebe.

Problematisch war laut Guckenbiehl, dass man nicht flächig arbeiten konnte, „sondern sich mit verschiedensten Leitungen beschäftigen musste“. So sei es vorgekommen, dass man in einer Grube Funde aus unterschiedlichen Zeiten entdeckt hat. „Da war schon auch eine Spanne von 1500 Jahren möglich“, erinnerte sich der Stadtarchäologe.

Vor allen aus einem anderen Blickwinkel konnte er zufrieden zurückblicken. „Durch unsere Arbeit ist die Umbaumaßnahme nicht verzögert worden.“ An manchen Tagen habe man ein Teilstück bereits wieder nach zwei Stunden den Bauarbeitern übergeben können.

Mehr Geduld wird gefragt sein, um alle historischen Hintergründe auf dem Gelände des früheren Gasthofs zur Post aufzudecken. Zwar gibt es Aufzeichnungen von 1809, doch zu baulichen Gegebenheiten aus früheren Jahren bestehen allenfalls Vermutungen. Das aktuell auf dem Grundstück befindliche Gebäude ist vermietet, archäologische Arbeiten sind derzeit nicht möglich.

Wie wichtig die Arbeit vor Ort ist, betonte Sabine Mayer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. „Staatliche Denkmalpflege gibt es erst seit 1903“, informierte sie. Sie erläuterte, dass es historisch oder archäologisch geprägte Vereine dagegen bereits seit den 1850er-Jahren gebe. In diesem Zusammenhang sei das Wirken des Fördervereins Stadtmuseum zu sehen. So sei die Zusammenarbeit entstanden, die die Erstellung von sieben Informatonstafeln ermöglichte. Diese sind in der Nähe von wichtigen Fundorten aufgestellt.

Wie der Fördervereinsvorsitzende Günter Zeidler berichtete, sei das Interesse an der Arbeit des 155 Mitglieder starken Vereins sehr groß. So würden viele Schulklassen das Museum besuchen. „Toll, wie unbefangen Kinder an Geschichte herangehen.“ Ein großer Erfolg sei das Flurnamenbuch. Die erste Auflage mit 200 Stück ist bereits vergriffen. Dem Verein entstanden dadurch 2100 Euro Kosten, die die Versammlung billigte. 2015 hatte der Verein 13 000 Euro Einnahmen und rund 9800 Euro Ausgaben.

von Hans Kürzl

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