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Uschi Grünenwald ist Sprecherin des Imkervereins, der ein neues Zuhause sucht.

Raumproblem

Imker suchen ein neues Zuhause

Die Imker suchen ein Zuhause: Rund 120 aktive Mitglieder zählt der Imkerverein Gräfelfing und Umgebung – viele davon aus dem Brucker Landkreis.

Germering– Die Bienenzüchter suchen händeringend nach einem Gebäude für ihre Utensilien. Große finanzielle Sprünge sind für den Verein aber nicht drin. Bei der Suche geht der Blick über die Gräfelfinger Grenzen hinaus – nicht umsonst hat sich der Verein den Zusatz „und Umgebung“ gegeben. „Wir haben Mitglieder vom Westen Münchens bis nach Fürstenfeldbruck“, sagt Vereinssprecherin Uschi Grünenwald, die selbst aus Großhadern kommt und Bienenvölker in Gräfelfing hat.

Bienen sind nicht nur für Honigproduktion wichtig

Den Züchtern kommt mittlerweile eine wichtige Rolle in der Nahrungsmittelproduktion zu. „Die Imkerei befindet sich im Wandel von der traditionellen Erwerbsimkerei zum Hobbyimker“, sagt Rolf Kleinstück. Dabei hängt aber nicht nur die Honigproduktion an den fleißigen Insekten. „Rund ein Drittel unserer Nahrungsmittel wachsen nur, weil sie von Bienen und anderen Insekten bestäubt werden“, erklärt der Germeringer. Sogar 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau hängen von der Bestäubung durch die Honigbiene ab, die heuer ohnehin problematisch ist.

Doch die Bienenzüchter in der Region haben ein Raumproblem. „Die Imkerei erfordert teure Geräte zur Honig- und Wachsverarbeitung, die sich viele unserer Mitglieder aus Kostengründen nicht leisten können“, sagt der Vereinschef. „Wir stellen unseren Mitgliedern diese Geräte zur Verfügung.“ Dafür braucht der Verein einen Lager- und einen Schleuderraum. „Zur Zeit sind die Gerätschaften in einer Garage eingelagert“, sagt Grünenwald. „Das ist aber kein Idealzustand.“

Gräfelfinger Imker suchen freies Fleckerl oder leeren Schuppen

Neben dem Lager- und Schleuderraum wird das Domizil auch für ein Zuchtvolk benötigt, um Bienenköniginnen vermehren zu können. Und auch ein schon länger angedachter Lehrbienenstand soll dort unterkommen.

Vonseiten Gräfelfings dürfen die Imker zwar 15 Bienenvölker in der sogenannten Schneidergrube nahe des Neurieder Wegs unterbringen. Platz für ein Gebäude kann die Kommune aber nicht zur Verfügung stellen. Kleinstück und Grünenwald hoffen nun auf „ein freies Fleckerl auf dem Hof eines Landwirts oder auf einen leeren Schuppen bei einem Gewerbebetrieb“. Und zwar zu möglichst günstigen Konditionen. Denn: „Drei Viertel der Jahresbeiträge unserer Mitglieder gehen direkt an den Imkerverband und an Versicherungen“, sagt Grünenwald. „Mit dem verbleibenden Rest sind keine großen Sprünge möglich.“

Anhaltende Kälte gefährdet die Honigproduktion

Die kalten Temperaturen in diesem Frühjahr bereiten den Imkern Sorgen. Denn die Bienen können nicht fliegen, sonst droht ihnen der Tod. Schon Temperaturen unter zehn Grad sind für die Insekten gefährlich. Die Tiere sind deshalb auf die Hilfe der Imker angewiesen. So mussten die meisten Imker des Vereins ihre Völker lange füttern, obwohl schon zahlreiche Pflanzen in der Blüte standen. Die Konsequenz daraus, dass die Bienen nicht fliegen konnten: Es gibt weniger Honig.

von Andreas Daschner

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