Die Stadtkapelle begeisterte bei ihrem Jahreskonzert im gut besuchten Orlandosaal der Stadthalle. foto: peter weber

Stadtkapelle

Großes Kino mit einem großem Orchester

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 Vor 46 Jahren ist die Stadtkapelle als Spielmannszug Unterpfaffenhofen unter dem Dach des Jugendheims Rübezahl gegründet worden. 

Germering –Das Vereinsheim an der Friedenstraße ist nach wie vor Heimat der Kapelle. Aber ansonsten hat sich vieles verändert. Seit der Stadterhebung vor 27 Jahren dürfen sich die Musiker Stadtkapelle nennen. Seit einiger Zeit musiziert die Stadtkapelle nicht mehr ausschließlich in der Uniform des Königlich Bayrischen Grenadier Garde-Regiments von 1814, sondern trägt für bestimmte Anlässe auch einer modernen Bigband angemessene dunkle Show-Anzüge.

Am entscheidendsten aber ist die musikalische Entwicklung. Die Stadtkapelle hat mit einem Spielmannszug nichts mehr gemein, sondern präsentiert sich als großes Orchester mit einem fast schon professionell anmutenden Klangkörper. Beim Jahreskonzert im Orlandosaal der Stadthalle war dies wieder eindrucksvoll zu hören. Schon der Auftakt mit der Ouvertüre aus Franz von Suppés Operette „Die schöne Galathée“ geriet zu einer Demonstration der musikalischen Möglichkeiten des Orchesters. Ein kompaktes Klangbild, Intonations-Sicherheit bei allen Registern gehören ebenso dazu wie unglaublich präzise Perkussionisten und eine Dynamik, die gekonnt vom lauten Fortissimo ins leise Pianissimo wechselt. Dirigentin Yoko Seidel und ihr Stellvertreter Harald Stößner spielen dabei natürlich einen große Rolle. Aber wenn die Musiker ihre Vorgaben nicht umsetzen können, wäre die beste Leitung unnütz.

Ein weiterer großer Pluspunkt der Stadtkapelle ist die musikalische Bandbreite. Von der Operette zum Jazzwalzer, von Film- und TV-Musik hin zu modernen südamerikanischen Kompositionen: Das Orchester schreckt vor nichts zurück.

Das von den Zuhörern begeistert beklatschte Konzert wartete zudem noch mit zwei Besonderheiten auf. Die Besucher mussten in einem Ratespiel aus einem Potpourri von neuen TV-Melodien neun Richtige heraushören – der junge Gewinner bekam Karten für das nächste Konzert und eine CD. Und dann trat nach der Pause die Showtanzgruppe Fun Unlimited vor die Musiker und tanzte eine Choreografie zu „What a feeling“ von Giorgio Moroder aus „Flashdance“ – da zahlte es sich aus, dass Fun Unlimited mittlerweile auch im Jugendheim probt. 

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