Feiert heute seinen 80. Geburtstag: Anton Leitner, Gründungsdirektor des Carl-Spitzwg-Gymnasiums. 

Germering

Gründungsdirektor des Carl-Spitzweg wird 80 Jahre alt

Das Licht der Welt erblickte Anton Leitner am 20. Dezember 1938 in Weßlings Oberer Seefeldstraße. Die Hebamme eilte aus dem Nachbarhaus herbei und half dem ältesten von sechs Kindern der Familie Leitner auf die Welt.

Weßling/Germering –  Dass das schreiende Bündel einmal selbst Geburtshelfer des Carl-Spitzweg-Gymnasiums (CSG) werden würde, hat damals noch keiner geahnt.

Geprägt war seine Kindheit von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Der heute 80-Jährige erinnert sich gut an einen Fliegeralarm auf dem Weg nach Hause. „Mein Vater hat uns Kindern eingehämmert, immer am See entlang heimzugehen“, erzählt er. Stattdessen floh er in den Wald – direkt neben der Flugabwehrkanone, einem ausgesuchten Ziel der Flieger.

Er hatte Glück. Sein Bruder nicht. Er kam nach einer überstandenen Kehlkopfdiphterie 1944 bei einem Bombenangriff im Keller des Schwabinger Krankenhauses ums Leben. Im gleichen Jahr starb auch seine Schwester an Leukämie.

Tot und Geburt gehörten in diesen Zeiten zum Alltag. Trotzdem hat Leitner muntere Erinnerungen an seine Jugend. Etwa als er seine Tante bat, ihn im Gymnasium anzumelden. Was sie nicht wusste: Seine Eltern wollten ihn „weil ich so klein war“ ein Jahr zurückstellen. Das Ganze flog freilich auf. „Reg dich nicht auf, der besteht die Aufnahmeprüfung eh nicht“, beruhigte damals der Vater die Mutter – und er bestand als einziger von 22 Weßlingern.

Aus der ersten Lehranstalt flog er „standesgemäß raus“. Im Internat des Klosters Schäftlarn blieb er dann bis zur zehnten Klasse, nachdem er als Zweitbester von vielen Anwärtern den Aufnahmetest bestanden hatte. Ähnlich ging das dann weiter: Klassenbester, Einser-Abitur am Münchner Wittelsbacher Gymnasium mit Stipendium – und sein Wunsch, Volksschullehrer zu werden. Der Klassenlehrer darauf: „Du spinnst! Mit den Noten.“

Er studierte schließlich Latein, Griechisch, Deutsch und Geschichte und unterrichtete von 1965 bis 1974 am Starnberger Gymnasium. 1961 heiratete er seine Frau Ingrid und zog mit ihr Sohn Anton G. Leitner groß, der sich als Dichter und Verleger von Lyrik einen Namen gemacht hat.

Nach Starnberg arbeitete er im Kultusministerium, von wo aus er Anfang der 1980er-Jahre das CSG als zweites Germeringer Gymnasium auf den Weg brachte. 23 Jahre lang leitete Leitner die Schule, die in seiner Zeit zum größten Gymnasium des Landkreises wurde. Immer nach dem Motto „fördern und fordern und die Schüler gut behandeln“. Weil: „Man hat selbst auch ein besseres Leben, wenn man die Schüler gut behandelt.“ Dem CSG ist Leitner bis heute treu geblieben – er fehlt auf keiner Abi-Feier.

Der Pensionär schrieb Latein-Lernhilfen (Prüfungsaufgaben mit Lösungen), die im Verlag seines Sohnes gut laufen. Täglich trifft man ihn um kurz vor Sieben auf seiner Runde um den See mit dem Hund. Den Geist hält er fit, indem er die Bibel auf Griechisch liest. Gefeiert wird im kleinen Kreis mit der Familie und engen Freunden.  mk

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