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Pflanzen sind seine Leidenschaft: Bernhard Kösler (78) kümmert sich seit Jahren mit Hingabe um den Garten der Begegnung in Germering.

Garten der Begegnung

Grüne Oase braucht neuen Obergartler

Germering - Heilkräuter und Duftrasen – in Germering gibt es eine grüne Oase, die zum Entdecken und Spazieren einlädt. Im Garten der Begegnung ist Bernhard Kösler seit Beginn der Obergartler. Doch jetzt hört der Rentner auf. Zuvor wagt er aber einen Rückblick auf die Anfänge vor 16 Jahren.

Im Jahr 2000 fing in der Gärtnerei Dischinger alles an: „Der Behindertenbeirat plante einen sogenannten Blindengarten“, erinnert sich Bernhard Kösler. Allerdings war dem Germeringer zu Ohren gekommen, dass solche Einrichtungen oft nicht besonders gut besucht werden. Also überlegte er an einem anderen Projekt. Er fuhr in den Apothekergarten in Augsburg und sammelte dort Informationen. „Ich wollte ja, dass der Garten auch Publikum hat und Interesse weckt“, so Kösler.

2003 wurde dann also der Garten der Begegnung am Seniorenwohnheim Curanum angelegt und Bernhard Kösler war von Anfang an Gartenleiter. Mit Hilfe eines Landschaftsarchitekten zauberte Kösler aus dem ehemaligen Acker eine wunderschöne grüne Oase. Jährlich finden auf dem 540 Quadratmeter großen Gelände rund 20 Veranstaltungen statt – an Begegnungen unterschiedlichster Art mangelt es also nicht. Und Kösler (78) kann durchaus von sich behaupten, dass er das Ziel, das er sich vor 16 Jahren gesteckt hat, erreicht hat. 500 verschiedene Arten Kräuter und Stauden wachsen auf diesem besonderen Raum – ein Gartenteam von 15 Helfern übernimmt die Pflege der Pflanzen. „Arbeit haben wir genug. Aber es macht allen viel Freude“, weiß Kösler. Auch ihm selbst.

Doch Ende des Jahres will er sein Ehrenamt als Gartenleiter aus Altersgründen abgeben. Für Kösler war und ist der Garten der Begegnung ein Projekt, das der ehemalige Diplom-Ingenieur quasi von der Wurzel her anging – eine Aufgabe, in die er sich als Rentner richtig reingekniet hat: „Ich habe damals sogar Botanikvorlesungen an der Uni besucht und bin so ganz langsam in die Materie hineingewachsen. Man könnte auch sagen: der Garten und ich sind im Lauf der Jahre zusammengewachsen“, sagt er rückblickend.

Die Stadt leistet einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 6500 Euro – schließlich steht der Garten allen Bürgern offen und zwar täglich von 8 bis 20 Uhr. Die gepflasterte Mitte ist mit einem Sonnensegel überspannt, zentral plätschert ein Brunnen in Form eines Globus. „Der Garten der Begegnung ist ein Kommunikationszentrum geworden“, freut sich der Gartenleiter.

Beim Rundgang mit den Kindern, die im Rahmen des Ferienprogramms gemeinsam mit Apotheker Ralf Egen von der Bosco-Apotheke durch den Garten wandern, kommt Bernhard Kösler schnell ins Schwärmen und Geschichten erzählen. Er ist sofort in seinem Element. Ob bei den Heilkräutern, den Aromatherapiepflanzen, im Giftpflanzenbeet oder beim begehbaren Duftrasen: Zu fast jeder Pflanze kann er eine Anekdote erzählen.

Trotzdem will er dieses schöne Amt Ende des Jahres abgeben und in jüngere Hände legen. „Natürlich stehe ich meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin aber gerne mit Rat und Tat zur Seite, wenn das gewünscht ist“, sagt Kösler.

von Angi Kiener

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