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Bademeister Thorsten Widderich rettete zum zweiten Mal einem Badegast das Leben.

Im Germeringer Hallenbad

Bademeister rettet Bub (3) das Leben

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Germering - Im Germeringer Hallenbad wäre es beinahe zu einem tragischen Unfall gekommen: Ein Dreijähriger war unbeaufsichtigt am Becken und fiel ins Wasser.

Germering – Bademeister Thorsten Widderich hatte die Mutter des kleinen Flüchtlings noch gewarnt. Doch die Frau ließ ihr Kind (3) am vergangenen Sonntagnachmittag weiter alleine und ohne Schwimmhilfe durch das Germeringer Hallenbad toben, während sie es sich mit ihrem Baby, drei weiteren Frauen und zwei Männern aus der Asylunterkunft in der Max-Born-Turnhalle bei den Liegen bequem machte. Wenige Stunden später, gegen 16.15 Uhr, dann der Schock: Der dunkelhäutige Bub trieb leblos im einen Meter tiefen Mehrzweckbecken.

Badegäste zogen den kleinen Körper aus dem Wasser und schrien lauthals nach den beiden diensthabenden Bademeistern. Während sein Kollege den Notruf absetzte, stürmte Thorsten Widderich (33) zum Beckenrand. „Die Augen des Jungen waren weit aufgerissen. Geatmet hat er nicht“, erzählt der Retter. Sofort beginnt Widderich mit der Herzdruckmassage: Dreißig schnelle, kurze Stöße – dann hat der Bademeister das Kind fünfmal Mund-zu-Mund beatmet, bevor er die Herzdruckmassage fortsetzte.

Bei so kleinen Kindern gäbe es da einiges zu beachten, erklärt der Bademeister. „Da darf man den Brustkorb nur zwei bis drei Zentimeter tief drücken. Also habe ich die Massage nur mit einer Hand gemacht.“ Nach etwa einer Minute, die sich für Retter Widderich und die dabeistehenden Badegäste wie eine halbe Ewigkeit anfühlte, spuckte der Dreijährige plötzlich Wasser und kam langsam zu sich. Die Mutter stand schluchzend daneben.

„Ich habe den Bub dann in unseren Sanitätsraum getragen und dort weiter versorgt“, sagt Widderich. „Er hatte furchtbare Angst und hat geschrien. Ich habe ihn gestreichelt und versucht zu beruhigen.“ Nach wenigen Minuten eilten dann die Rettungskräfte in die Schwimmhalle und brachten den Flüchtlingsjungen mit seiner Mutter in ein Münchner Krankenhaus.

Zwei Tage wurde der Bub dort behandelt. Dann konnten ihn die Ärzte ohne bleibende Verletzungen wieder entlassen. Ohne das schnelle Eingreifen von Widderich wäre der Bub heute aber nicht mehr am Leben, sagen die Ärzte. „Gute Arbeit“, lobte auch der Notarzt, der den Buben aus dem Schwimmbad abtransportierte. Es war nicht das erste Mal, dass Widderich ein Menschenleben rettete.

2008 brach ein Badegast vor dem Eingang des Schwimmbades zusammen. Sofort schleppte der herbeigerufene Bademeister den über 80-jährigen Mann aus dem Regen und begann mit der Reanimation. Der Senior überlebte.

Unmittelbar nach dem Vorfall am Sonntag, machte sich Widderich aber Vorwürfe. Hätte er das Ganze verhindern können? „Das Bad war an diesem Nachmittag ziemlich voll. Ich kann nicht überall sein. Deshalb habe ich die Mutter extra gewarnt“, sagt Widderich. „Erst, als mir die Polizei am Dienstag mitteilte, dass der Bub wohlauf sei, war ich erleichtert“, sagt Widderich, der selbst einen dreijährigen Sohn hat. „Den habe ich am Sonntagabend, als ich heim gekommen bin, ganz fest in den Arm genommen.“

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