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In grau-weißen Schwaden bahnt sich der beißende Rauch seinen Weg aus dem Container. Die Übung der Kreisfeuerwehr soll schließlich so realistisch wie möglich sein.

Landkreisweite übung der Feuerwehren

So halten die Retter 400 Grad aus

Germering - Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis haben bei der Germeringer Wehr den Ernstfall geprobt. Die Atemschutzträger mussten dabei Temperaturen von bis zu 400 Grad aushalten.

 „Mach dein Kind stolz, komm zur Freiwilligen Feuerwehr“ steht auf einem Plakat vor dem Gerätehaus an der Augsburger Straße. Stolze Männer und Frauen sind es auch, die dort täglich ihren ehrenamtlichen Dienst verrichten. Dass dieser aber unter Umständen gefährlich sein kann, ist kein Geheimnis.

Ohne Schutzbekleidung geht gar nichts: Kreisbrandmeister Joseph Strobl hilft einem Kursteilnehmer beim sachgemäßen Anlegen, erst dann kann dieser den simulierten Brand bekämpfen.

Damit auch jeder wieder gesund vom Einsatz nach Hause kommt, sind regelmäßige Fortbildungen und Trainingseinheiten Pflicht. So auch jetzt für einen Teil der 750 Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren des gesamten Landkreises. Sie sind es nämlich, die bei schweren Bränden mit Gas- und Rauchentwicklung bepackt mit 50 Kilogramm Ausrüstung in die Wohnung oder das Haus vordringen um dort Verletzte zu bergen und das Feuer zu löschen. Zu den 50 Kilogramm am Körper kommen dann oft noch schweres Gerät wie Werkzeuge zum Öffnen von Türen, Äxte oder Tragen für Verwundete. Körperliche Fitness, Konzentration und Routine unter Extrembedingungen sind in eben diesen brenzligen Situationen unerlässlich.

Mindestens zwei Mal im Jahr üben die Retter, wie sie sich in bis zu 400 Grad Celsius heißen, verrauchten Räumen zurecht finden und effizient den Brand bekämpfen. Dieser Tage war es bei der Feuerwehr Germering wieder soweit. Mit einem einfachen „Wasser marsch!“ ist es da nicht getan, erklärt Kreisbrandmeister Joseph Strobl. „Unsere Strahlrohre fördern bis zu 420 Liter in der Minute. Aber zu viel Wasser führt zu Dampfbildung, der beeinträchtigt die Hitzefestigkeit der Anzüge“.

Die richtige Dosierung der Strahldüse konnten die jeweils 16 Kursteilnehmer zunächst im Trockenen unter Anleitung üben. Dann ging es in den eigens dafür präparierten Container. Bestückt wurde dieser am hinteren Ende mit Sperrholzplatten um Zimmereinrichtung zu simulieren. Schon bald nach dem Anzünden mit einem Bunsenbrenner stieg dicker, schwarzer Rauch aus den Türen in den Himmel über der Stadt. Die Feuerwehrleute im Container hocken im so genannten Seitenkriechgang. Ein Fuß nach vorne, den Kopf so niedrig wie möglich, denn unter der Decke kann es bis zu 1200 Grad heiß sein. „Sie tasten sich mit dem Fuß nach vorne, die Sicht ist schlecht und die Hände haben sie meist voll,“ so Strobl.

Am Brandherd angekommen löschte jeder der Teilnehmer punktuell mit dem Schlauch. Erst rechts, dann links und dann mittig. „Immer zur Mitte hin, sonst hat man das Feuer auf einmal hinter sich,“ erklärt Strobl. Immer wieder wurde die Türe zum Container von außen geschlossen, um noch mehr Rauch und Hitze im Inneren zu erzeugen.

Nach etwa 30 Minuten war der praktische Teil der Übung beendet und der simulierte Zimmerbrand gelöscht. Die Teilnehmer kamen sichtlich erschöpft ins Freie – unter der feuerfesten Schutzkleidung kamen nassgeschwitzte T-Shirts zum Vorschein. „Und das war nur eine kurze Übung, man kann sich vorstellen wie anstrengend ein echter Einsatz sein kann.“

 von Marco Gierschewski

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