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Dieses Luftbild zeigt die Lage und Größe der Hausäcker sehr gut. In der Bildmitte oben ist das an der Unteren Bahnhofstraße stehende Rathaus zu erkennen. Die Kirchenstraße verläuft von der linken Bildmitte leicht schräg nach rechts unten. Vom linken Bildrand aus nach rechts verläuft die Heimgartenstraße.

Versuchte Einflussnahme

Die Hausäcker-Affäre schlägt Wellen

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Germering – Die mögliche Einflussnahme eines von mehreren Eigentümern auf die Bebauung der Hausäcker schlägt weiter Wellen. Ein Besitzer verurteilt das Vorgehen.

Hinter der versuchten Einflussnahme auf die Bebauung der so genanten Hausäcker steckt nur einer von sieben Eigentümern der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Kirchenstraße. Darauf legt einer der Besitzer, der namentlich nicht genannt werden wollte, wert. Er sei wie aus allen Wolken gefallen, als er von dem Vorfall gehört habe, erzählt er dem Münchner Merkur: „Ich habe dem Eigentümer, der das gemacht hat, mitgeteilt, dass er kein Mandat habe, in irgendeiner Richtung für mich zu sprechen.“ Er habe sich auch schriftlich an OB Andreas Haas gewandt und sich von dem Vorgehen distanziert.

Wie berichtet, war im Vorfeld der jüngsten Bauausschusssitzung, bei der Varianten einer möglichen Bebauung der Hausäcker vorgestellt werden sollten, ein Eigentümer an die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates herangetreten. Er teilte ihnen mit, dass einer namhaften Münchner Stiftung ein ansehnlicher sechsstelliger Betrag zur Verfügung gestellt werde, wenn Baurecht geschaffen werde. Die Stiftung werde mit der Summe in Kooperation mit der Stadt begabte Jugendliche mit Startschwierigkeiten unterstützen.

Die Stadt wusste nichts

Die Stadt wusste davon nichts, wie OB Andreas Haas (CSU) versicherte. Er machte den Vorfall im Ausschuss publik. Die Stadträte entschieden sich einstimmig dafür, die Behandlung des Punktes zu vertagen. Der Stadt sei bis dahin darüber nichts bekannt gewesen, erklärte Haas im Nachhinein.

SPD-Fraktionssprecher Robert Baumgartner stellte im Ausschuss den Geschäftsordnungsantrag auf Vertagung. „Es war das erste Mal seitdem ich im Stadtrat sitze, dass ich mit so etwas konfrontiert wurde.“ Die Fraktion habe am Tag vor der Sitzung natürlich ausführlich über die Problematik diskutiert, sich aber auch inhaltlich mit den Plänen zu den Hausäckern auseinander gesetzt. Die SPD werde jetzt wie alle anderen Fraktionen abwarten, was die juristische Prüfung des Vorfalles ergibt. Ob sich wegen des Vorgehens eines Eigentümers an der inhaltlichen Einschätzung der Partei den Plänen gegenüber etwas ändern werde, könne er nicht sagen.

Wolfgang Andre sagt, so etwas hat er noch nicht erlebt

Auch Zweiter Bürgermeister Wolfgang Andre (CSU) meinte, dass er so etwas noch nicht erlebt habe. Die gesamte CSU-Fraktion sei erstaunt über den Vorgang gewesen. Möglicherweise sei das ja auch gut gemeint gewesen, so Andre weiter. Aber es sei zumindest eine merkwürdige Aktion gewesen, weil es im Stadtrat eine große Mehrheit für eine Bebauung gegeben habe.

Die Grünen-Fraktion hat sich als einzige schon im Vorfeld gegen jede Bebauung der Hausäcker positioniert. Aber auch deren Sprecherin Agnes Dürr stuft den Vorfall als „komisch“ ein – obwohl möglicherweise die Haltung der Grünen damit mehr Unterstützung finden könne. „Ich weiß nicht, was der sich dabei gedacht hat“, sagte sie und fügt hinzu: „Womöglich hatte er gar keine böse Absicht.“

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