Die Hausäcker liegen zwischen der Kirchen- und der Heimgartenstraße. Das Areal könnte bebaut werden. Rechts hinten ist der Kirchturm von St. Martin zu sehen.

In Germering

Hausäcker: Investor will endlich bauen

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Vor einem Jahr ist die Bebauung der Hausäcker in die Schlagzeilen geraten. Der Stadtrat vertagte die Entscheidung darüber wegen einer möglichen unmoralischen Einflussnahme eines der sieben Eigentümer. Seitdem wartet der Investor darauf, dass es weitergeht.

Germering – Die Hausäcker liegen zwischen der Kirchen- und der Heimgartenstraße. Sie sind eines der letzten größeren freien Areale am Rande des Altdorfes Germering. Zwei Eigentümer sind schon vor zwei Jahren an die Stadt herangetreten mit der Bitte, Baurecht zu schaffen. In der Folge wurde ein Investor bei der Stadt vorstellig, der die Bebauung übernehmen wollten.

Kurz vor der entscheidenden Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses, bei dem das Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden sollte, war dann aber bekannt geworden, dass einer der Eigentümer der Stadt ein unmoralisches Angebot gemacht habe. Er wollte einer Münchner Stiftung einen ansehnlichen sechsstelligen Betrag zur Verfügung stellen, wenn Baurecht geschaffen werde. Die Behandlung des Themas in der Sitzung wurde vertagt, um den Vorfall rechtlich klären zu lassen.

Der Investor hat von diesem Vorgang eine halbe Stunde vor der Sitzung erfahren. Es handelt sich um die LSR Europa, Tochter einer großen russischen Zivilbaugesellschaft. Sie vertritt sechs der sieben Eigentümer und hat mit vieren rechtsgültige Kaufverträge. Drei Monate nach der vertagten Sitzung hat der Investor von der Stadt Bescheid bekommen, dass der Vorwurf der Vorteilsnahme rechtlich geklärt sei. In einem Schreiben des Investors an alle Mitglieder des Stadtrates, das dem Münchner Merkur vorliegt, ist zu lesen, dass das Bauamt das Verfahren wieder aufnehmen wollte. In der Folge habe es rege Kontakte mit der Bauverwaltung gegeben, die das LSR-Konzept weiter für gut befunden habe. Persönliche Gespräche mit den Fraktionen haben dem Investor ebenfalls den Eindruck verschafft, dass sich das Projekt „zeitnah wieder auf der Tagesordnung des Bauausschusses finden wird“. Das ist bis heute nicht geschehen.

Der Brief an die Fraktionssprecher war offensichtlich Zeichen der Unsicherheit des Investors darüber, wie es weitergeht. Aus dem Schreiben geht hervor, dass der LSR-Geschäftsführer in persönlichen Gesprächen mit den Fraktionen den Eindruck gewonnen habe, dass eine positive Entscheidung möglich sei. Dieser Eindruck habe sich mittlerweile geändert: „Der allgemeine Sachstand und das generelle Meinungsbild im Stadtrat und in der Verwaltung zum Projekt sind für uns völlig unklar.“ Eine ablehnende Haltung habe er nicht feststellen können.

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